Einstimmiger Appell

24. Mai 2017

Der Kaufmann Heinrich Liesen will in Lingen (Ems) ein Bernd-Rosemeyer-Museum eröffnen. Dies trifft auf große Vorbehalte und Ablehnung. Denn Rosemeyer war Mitglied der nationalsozialistischen SS – nach eigenem Bekunden bereits seit 1932, also vor der sog. Machtergreifung der Nazis Anfang 1933. Gestern Abend hat dazu der Verwaltungsausschuss unserer Stadt mit den Stimmen von CDU, SPD, Die BürgerNahen, Bündnis’90/Die Grünen und FDP einstimmig folgende Erklärung verabschiedet:

Erklärung des Rates und der Verwaltung der Stadt Lingen (Ems)
zu den Plänen eines Bernd-Rosemeyer- und Elly-Beinhorn-Museums in Lingen (Ems):

  1. Rat und Verwaltung der Stadt Lingen (Ems) lehnen ein privates Bernd-Rosemeyer- Museum ab.
  2. Rat und Verwaltung der Stadt Lingen (Ems) erklären, dass es sich bei dem geplanten Bernd-Rosemeyer-Museum in Lingen (Ems) um ein rein privates Museum handelt, das weder heute noch in Zukunft finanziell oder ideell durch die Stadt Lingen (Ems) oder eine der städtischen Institutionen unterstützt wird.Rat und Verwaltung appellieren an Herrn Liesen – auch aufgrund seiner gesellschaftlichen Verantwortung – auf die Realisierung seines Vorhabens zu verzichten.
  3. Für den Fall, dass dieses private Museum dennoch umgesetzt wird, fordern Rat und Verwaltung der Stadt Lingen (Ems) den genannten Betreiber auf, einen renommierten und erfahrenen NS-Historiker als Kurator einzusetzen, der alle persönlichen und politischen Facetten Bernd Rosemeyers, insbesondere seine SS-Mitgliedschaft, kritisch beleuchtet und wissenschaftlich fundiert darstellt.

 

8 Antworten to “Einstimmiger Appell”

  1. Bernhard Schulte said

    Und da behaupten die BN stets, die Mehrheitsfraktion im Stadtrat sei zu keiner vernünftigen Entscheidung fähig! Geht doch!

  2. Brüggmann, Brigitte said

    Das Museum soll doch, so ich das richtig verstanden habe, an
    die Öffnungszeiten des Emslandmuseum gekoppelt werden.
    Soll das evtl. auch vom Emslandmuseum mit betreut werden?
    Wie sehen eigentlich Dr. Eyinck und Dr. Crabus die Rolle
    Rosemeyers in der NS Zeit?

    • Bernhard Schulte said

      @Brigitte Brüggemann: Die eindeutige Antwort ergibt sich aus dem Blog – Artikel. Da heißt es:
      “ . . . . . . um ein rein privates Museum handelt, das weder heute noch in Zukunft finanziell oder ideell durch die Stadt Lingen (Ems) oder eine der städtischen Institutionen unterstütz wird.“
      Noch klarer geht nicht!.

    • Es wird keine Zusammenarbeit geben. in welcher Art und Weise auch immer.

  3. Kib said

    Nun ja, aber Deine Haltung zu dem Thema ist fragwürdig. Dr. Reling wurde bis dato nicht wiederlegt. Vor allem hat er nichts zum 100 sten Geburstagvon B. Rosemeyer erwähnt.. Du warst es, der empfand, die Stadt hätte selbigen nicht entsprechend gewürdigt!

    • Dr. Remling hat Rosemeyer, der nach eigenem Bekunden 1932 in die SSeingetreten ist, bloß einen peinlichen Persilschein ausgestellt und ihn gar als Missbrauchsopfer der Nazis eingeordnet. Die Verbrecherorganistion SS hat er dabei – bezogen auf die sog frühen NS-Jahre – als eine Gruppe verharmlost, die damals als eine Elite gegolten habe. Als wären sie quasi NS-Pfadfinder gewesen. Dabei war die SS schon vor 1932 für tausenfache Gräuel verantwortlich.

      Tja, so viel Unhistorisch-Relativierendes ist nicht meins.

      Das habe ich gesagt: Die Stadt hat den Opportunisten Rosemeyer, der SS-Mann war, in der Tat nicht entsprechend gewürdigt. Ungekehrt wird also, beste kib, ein Schuh daraus, nicht so wie Du es kritisierst.

  4. Kib said

    Das mit der „Würdigung“ erschließt sich mir immer noch nicht, weil das Wort positiv besetzt ist

  5. Kib said

    Einigen wir uns darauf, dass die Formulierung nicht ganz glücklich war.

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