umsonst

1. April 2017

Hiermit möchte ich der werten Leserschaft vorschlagen, sich bei der Wirtschaftsförderung (nomen est omen!) der Stadt Lingen (Ems) um ein Grundstück zu bewerben. Es gilt – dies nur für Sie und im Vertrauen – ein richtiges Schnäppchen zu machen, nämlich 714 qm im Emsauenpark, direkt am geplanten Netto-Markt und zwar umsonst. Null Euro, nüscht, niente, wenn Sie verstehen.

Bitte melden Sie sich am besten unmittelbar bei Oberbürgermeister Dieter Krone als Leiter der Wirtschaftsförderung. Ich empfehle auch, eine Abschrift an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Hilling zu richten. Das hilft immer. Außerdem  ist Hilling sozusagen Nachbar des kostenlosen Grundstücks und als Reuschberger maßgeblich für eine positive Entwicklung dieses Stadtteils unterwegs, die hier einen weiteren Höhepunkt nimmt.

Für das nicht zu bezahlende Grundstück gibt es nur wenige Bedingungen. Nein, man muss nicht unbedingt Mitglied der CDU sein, obwohl…also, schaden wird es auch nicht. Aber man sollte kochen können, oder jemanden kennen, der kochen kann. Am besten Pizza und andere italienische Köstlichkeiten, damit sie einen „zusätzlichen gastronomischen Bereich“ schaffen. Denn auf der umsonst zu erwerbenden  Fläche sollte ein italienisches Ristorante entstehen [in Teilbereichen Lingens  bekanntlich auch spanisch „Italienisches Restaurante“ geschrieben]. Angrenzend bitte ein paar Quadratmeter für Fitness, damit man keine Schnappatmung bekommt.

Sie werden, wenn Sie den Zuschlag erhalten, im Emsauenpark bauen, wo ein solcher Fitness-Italiener -schon städtebaulich, natürlich- unbedingt notwendig ist. Allein, Sie müssen noch zwei städtische Gas- und Wärmeleitungen ein paar Meter verlegen, die dummerweise vor einiger Zeit dort von restaurantfernen, städtischen Gesellen verlegt wurden und –  das versteht sich – die Kosten des Umsonst-Vertrages und seiner Durchführung übernehmen. Sonst aber gibt es alles umsonst, der Beitrag für die städtische Kläranlage ist schon bezahlt.

Empörten Kritikern („Verschleuderung öffentlichen Vermögens!“) trete ich hiermit in aller Entschiedenheit entgegen. Nachdrücklich. Sie verkennen nämlich fundamental, dass die „Schaffung einer attraktiven Aufenthaltsqualität mit einem gastronomischen Angebot an der Wasserfläche gegenüber den Umsonst-Bedingungen einen nachhaltigen städtebaulichen (!) Vorteil“ darstellt, so dass deshalb die Lingener Verwaltung „die Umsetzung dieses Kompromisses“ (!) empfiehlt.

Nein, der Plan, 714 qm kommnunalen Eigentums  zu verschenken, ist auch keineswegs schamlos. Auch wenn Häuslebauer dort mehr als 100 €/qm für ein Grundstück zahlen; darbende Unternehmer übrigens nur die Hälfte.

Sie haben Interesse? Dann ist es erforderlich, dass Sie sich noch heute bewerben. Sie ahnen schon weshalb….

(Foto: Baustelle Emsauenpark von @milanpaul)

Eine Antwort to “umsonst”

  1. […] Auch der Beitrag vom 1. April in diesem kleinen Blog war kein Aprilscherz. Das Grundstück wird wirklich verschenkt…  […]

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