Chanukka

28. Dezember 2016

Das Jüdische Lichterfest Chanukka fällt in diesem Jahr auf Weihnachten. Gefeiert wird der Aufstand der Juden gegen ihre Unterdrücker. Doch der lief anders ab als überliefert.

 

Heiligabend haben dieses Jahr auch Juden in der ganzen Welt mit dem Feiern des achttägigen Chanukka-Fests begonnen. Familie und Freunde versammelten sich vor der Chanukkia, dem achtarmigen Kerzenleuchter, versammeln und zündeten nach einem kurzen Gebet die erste Kerze an. An jedem folgenden Tag wird seither eine weitere Kerze angezündet, bis die Chanukkia am letzten Tag in voller Pracht strahlt. Vor allem die Kinder erfreuen sich in dieser Zeit an kleinen Geldgeschenken und dem Spielen mit dem Dreidel – einem viereckigen Kreisel.

Das Fest ist sehr populär, obwohl es, religiös betrachtet, zweitrangig ist und nicht mal einen biblischen Ursprung hat, anders als etwa Jom Kippur und das Pessachfest. Dass Chanukka so hochgeschätzt wird, liegt aber nicht nur an den traditionellen Speisen wie Pfannkuchen oder Kartoffelpuffer, sondern ist kulturell nachvollziehbar: In Europa und den USA ist das Lichterfest heute ein kinderfreundlicher Weihnachtsersatz. In Israel dagegen wird Chanukka eher zionistisch interpretiert. Die meisten Israelis feiern in diesen Tagen die Unabhängigkeit und Rebellion gegen ihre ehemaligen griechischen Besatzer.

Trotz der unterschiedlichen Rezeptionen herrschte bis vor Kurzem Übereinstimmung über seine Ursprungsgeschichte. Sie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der böse griechische König Antiochos wollte im zweiten Jahrhunderts v. Chr. die Juden von ihrer Religion abbringen und versuchte, sie mit Gewalt zu gräzisieren, sie also an die hellenistische Kultur zu binden. Er verbot die Beschneidung und den Sabbat und schändete den Tempel.

Dabei wurde er von korrumpierten Juden unterstützt, die ihr Volk für ein Gymnasion (eine Sporthalle) und ein Badehaus verrieten. Doch fromme und tapfere Rebellen um Mattatias und seinen Sohn Judas Makkabäus leisteten Widerstand und konnten die Griechen aus dem Land vertreiben und den Tempel erneut weihen („Chanukka“ bedeutet „Weihung“). Die acht Tage des Festes stehen für das göttliche Wunder des geglückten Aufstands. Am Tag der Tempelbefreiung, so erzählt man sich, war in ganz Jerusalem nur ein einziger kleiner Ölkrug zu finden, der das heilige Feuer der Menora nur für einen Tag versorgen konnte. Dass die Flamme aber acht Tage lang brannte, bis wieder Öl geliefert wurde, erklärt die Länge des Festes – und die ölreichen Chanukka-Speisen.

Historisch…“ [weiter bei der taz]

(Foto: Felsendom Jerusalem, Andrew Shiva  CC-BY-SA 4.0)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s