verbesserungswürdig

5. Dezember 2016

Als der frühere Oberbürgermeister Hans Klukkert mir vor 35 Jahren eine Bürofläche im jetzigen Haus Heilemann vermietete, war seine Mietforderung ausgesprochen moderat. Da habe ich ihn erstaunt nach dem Warum gefragt und er erwiderte: „Es müssen alle leben können, Mieter wie Vermieter!“ Das sehen einzelne Vermieter längst anders. Deshalb ist natürlich an der Kritik an überhöhten Mieten im Lingener Stadtzentrum etwas dran, wenn sie mir auch bisweilen allerdings reichlich pauschal erscheint. Höre ich nämlich von Monatsmieten für Klamottenläden mit B-Ware, die in der Marienstraße 7.000 Euro zahlen, oder an eine Gastronomie am Markt denke, die gar fast 9.000 Euro monatlich abdrücken musste, dann kann man das gar nicht anders sehen.

Es ist natürlich auch stets eine Frage der Persönlichkeit des jeweiligen Vermieters, wenn der Eindruck entsteht, dass bestimmte Leute den Hals nicht vollkriegen.  So scheint mir vor allem im Bereich des Magnolienhains am Beginn der Burgstraße ein Miethöhenvirus zu grassieren, der selbst vor fleißigen Familienmitgliedern nicht haltmacht. Die Fleischerei beispielsweise gab auf, weil Fleischermeistervater noch mehr Miete verlangte und Fleischermeistersohn das beim besten Willen nicht zahlen wollte; auch das Trendhouse erhielt eine nachdrückliche Aufforderung für mehr Miete vom Vater der Einzelhändlerin (hier die geschönte  offizielle Version in der lokalen Tageszeitung mit verständnisvollem Kommentar) und auch auf der Ecke gibt es deshalb gerade einen Räumungsverkauf in Sachen Damenoberbekleidung, weil die Miete erhöht werden sollte und das Unternehmen das nicht mitmachen wollte. Was tun hiergegen? Nicht nur ich bin für Vorschläge dankbar.

Trotz allem bleibt gerade in diesen weihnachtlichen Tagen diese Empfehlung, die nur von der Zeichensetzung verbesserungswürdig ist:

stadtlebt.

2 Antworten to “verbesserungswürdig”

  1. Frilling Julius said

    Das Problem ist, dass die Mietflächen nicht optimal ausgenutzt werden können und deshalb an Sonntagen viel Umsatzpotential für innerstädtischen Handel online verloren geht.

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