Symbolfoto

21. November 2016

weihnachtsmarktHeute eröffnet der Lingener Weihnachtsmarkt, von manchen kritischen Geistern auch treffend Glühweinkirmes genannt, weil täglich der Getränkekonsum und keineswegs Weihnachten im Mittelpunkt dieses Events (kleinstädtische LIN-Öffnungszeiten mo/di 12 – 21 Uhr; mi 11 – 21 Uhr; do/fr 12 – 22 Uhr; sa 10 – 22 Uhr; so 12 – 21 Uhr) stehen. Einmal mehr frage ich: Sollten wir nicht alle Geld sammeln, damit die Verantwortlichen einmal eine Fahrkarte nach Münster kaufen und sich einen der dortigen fünf ,wirklichen“ Weihnachtsmärkte (großstädtische MS-Öffnungszeiten so bis do: 11 – 20 Uhr fr und sa: 11 – 21 Uhr) ansehen?  

So zeigt denn das Symbolfoto vom letzten Wochenende den peinlichen Zustand dieser Veranstaltung zum Advent (LWT: „Was wäre die Adventszeit ohne den Weihnachtsmarkt in Lingen?“) oder zu Weihnachten (Stadtverwaltung: „Was wäre Weihnachten ohne einen Besuch des traditionellen Weihnachtsmarktes in Lingen?“) zwischen Pappkartons, umgestürzter Tannenbaumdeko und einem seitwärts geparkten Eingang, dessen verdreckte Betonständer mit Holzkeilen mein ganz persönliches gestalterisches Highlight darstellen.

Außerdem:  Es ist zwar nirgendwo in der dafür verantwortlichen Kommunalpolitik beratn worden, aber die  LWT-GmbH, die in der nächsten Woche ganz ohne Not vom Rat der Stadt den Freibrief für eigenmächtiges Handeln bekommen wird (mehr ..), hat mal eben die Standmieten deutlich erhöht. Die Rede ist von einem Drittel. Darüber erfährt der Rat dann mittels einer Powerpointpräsentation in acht Monaten. Auch das einzige öffentliche WC am Markt nimmt statt 20 Cent künftig 50 Cent. Wie gesagt: Besprochen oder gar beschlossen wurde diese Preistreiberei in keinem Ratsgremium. Die WC-Leidtragenden werden die Innenstadtbewohner sein, in deren Eingänge und vor deren Hauswände sich wieder gefüllte Blasen entleeren.

Übrigens:
Wenn man (zB die BN-Ratsfraktion) derartige Alleingänge der Stadtverwaltung und ihres LWT-Annex‘ kritisiert, schließt sich reflexartig und wie ein Schildkrötpanzer die CDU-Ratsmehrheit um die ihr genehme Verwaltung und nennt alles gut und richtig, was dort geschehen ist. Dazu gibt es einen Kommentar in der Lokalzeitung mit der Aussage: „Alles-halb-so-schlimm, Wir-wollen-doch-alle-nur-das-Beste und Teurer-wird-doch-irgendwie-alles. Und weiter geht’s…

(Foto: Weihnachtsmarkt Lingen CC BY 2.0 DE Robertsblog)

12 Antworten to “Symbolfoto”

  1. Eva said

    Na die Öffnungszeiten sind ja richtig komfortabel gegenüber Münster

  2. Matthis said

    Grandioses Bild! Triffts irgendwie passend.
    Lassen wir die Weihnachtsdeko weg und bieten wir paar vegane Gerichte an -> Streetfood Festival.
    Oder nur Bier ausschenken-> Bierfestival.
    Paar Weine und Cocktails -> Afterwork Party u.s.w.
    Marktplatz und Alkohol haben mittlereile einen ähnlich enge verwandschaftliche Beziehung wie die Personalstruktur beim LWT.
    Der Beschlussantrag 298/2016 soll dieses Handeln für 10(!) Jahre zementieren?

  3. Joachim said

    Ein Hoch auf diesen Text!

  4. Johannes said

    Die Öffnungszeiten verwirren mich.
    Wieso nicht einheitlich von 11-21:30 Uhr und alle sind glücklich?
    So werden selbst die Standbetreiber nie genau wissen, wann sie zumachen müssen!!

  5. Realist said

    Wie soll man denn nach Münster kommen? Etwa mit der Westfalen Bahn?

    Die gibt seit 14 Tagen ein ähnlich trauriges Bild wie die Deutsche Bahn in ihren letzten Tagen im Emsland ab …nahezu JEDER Zug ca. 60 Minuten später … und fährt aufgrund der hohen Verspätung oftmals nur noch bis Rheine.

    Da muss ich ja einen ganzen Tag Anreise einplanen, wenn ich auch mal einen Glühwein trinken möchte.

  6. Hermann said

    Der Weihnachtsmarkt in Lingen wird immer kommerzieller, das ist
    Fakt. Glühwein- und Imbissbuden stellen das Grundsortiment dar,hat das wirklich noch was mit Weihnachten zu tun?
    Für Kinder mögen ja auch einige Atraktionen dabei sein, Betrunkene zu sehen, gehört sicher nicht dazu.
    Aber, jedem das seine.

    Was mir aber überhaupt nicht klar ist,wie der LWT eine Gebührenerhöhung vornehmen kann, wenn er gar nicht zuständig ist.
    Der Marktplatz, sowie die Straßen und Plätze in der Stadt (Lingen)
    sind nach dem Nds. Straßengesetz, dem öffentlichen Verkehr
    durch Hoheitsakt gewidmet worden,d.h., jeder kann diese Flächen im Rahmen der Widmung jederzeit nutzen.
    Wenn, wie zur Zeit Weihnachtsbuden und andere Einrichtungen
    aufgestellt wurden, sollten die Betreiber im Besitz einer Sondernutzungserlaubnis gemäß § 18 Nds,Straßengesetz vom Träger der Straßenbaulast haben . In Lingen ist das die Stadt Lingen (Ems), die auch Eigentümerin der Flächen ist.
    Der Rat hat bereits vor Jahren von seinem Recht , die Sondernutzung zu regeln und eine entsprechende Gebührensatzung zu erstellen, Gebrauch gemacht. Wenn nunmehr eine Gebührenerhöhung erfolgt, kann dieses ausschließlich nur vom Rat der Stadt Lingen beschlossen werden.
    Mir ist derartiges nicht bekannt.
    Da es sich hier um Hoheitsrecht handelt, kann auch nur die Stadt Lingen (Ems), die entsprechenden Erlaubnisse erteilen.Eine Übertragung an Einrichtungen ,wie der LWT, ist, da es sich um einen privatrechtlichen Verein handelt, unzulässig.

    Eine Beteiligung des LWT an diesem Erlaubnisverfahren sowie
    eine Gebühreneinnahme für die Sondernutzung ist daher ausgeschlossen.

    Nach dem heutigen Pressebericht scheint nur eines“ schlichtweg falsch zu sein“ und das sind die Aussagen und das handeln des LWT.
    Hier stellt sich die Frage, ob die Beschicker des Marktplatzes zweimal löhnen müssen .

    Die für solche Veranstaltungen zuständigen Herren sollten sich mal die gesetzlichen Grundlagen näher ansehen, dann würden sie schnell feststellen, daß selbst der Rat die Zuständigkeit nicht auf
    einen Verein übertragen kann.

    Um wieder zu einem Weihnachtsmarkt zu kommen, der diesen Namen auch verdient,,(z.B. mit kirchlichen Einrichtungen, Vereinen, die selbst hergestellte Waren feil bieten ),kann die Stadt
    auch auf Antrag einen Gebührenerlaß aussprechen.

    Die jetzige Verfahrensweise geht an Gesetz und Recht vorbei.
    Im Übrigen gelten die Aussagen für fast alle Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

  7. Hajo Wiedorn said

    Was an den Öffnungszeiten groß- bzw. kleinstaedtisch ist verstehe ich nicht. Die Bezeichnung „Glühweinkirmes“ trifft den Charakter dieser Veranstaltung aber sehr gut!
    Auch wenn es LWT nicht gefaellt!

  8. Klaus said

    50 Cent für den Toilettengang? So hält der LWT die Reinigungskosten niedrig und verlagert das „Problem“ nicht nur auf die geplagten Anwohner, sondern auch auf die umliegenden Gaststätten. Diese werden durch „Fremdbenutzer“ zu höherem Reingungsaufwand und Kosten für zB. Toilettenpapier und Wasser zur Kasse gebeten. Außerdem macht es dem Personal wirklich keinen Spass den erbrochenen, billigen Glühwein vom Boden zu entfernen.

  9. Dr.Horst von Duemling (ret) said

    Kommentare von Klaus, Hans-Joachim, Hermann, Johannes, Joachim, Matthis und Eva. Die Bürgernahen rekrutieren die Blog-Groupies scheinbar im „germanischen Landadel“ des (vermutlich) höheren Alters. Der „Horst“ hatte auf jeden Fall einen schönen Abend mit Omar, Jose, Mesut und Wadi auf dem Lingener Weihnachtsmarkt. Wir fanden ihn alle sehr schön und haben auch nicht in die „Ecke gepullert“ oder dem Robert in den Hauseingang „gereihert“. Es gibt neben dem Glühwein auch viele andere leckere Sachen, untermalt vom (Live-)Gesang junger Lingener Nachwuchskünstler. Einfach mal unvoreingenommen hingehen und nicht nur die Vorurteile staendig wiederholen🙂 Besonders schön ist übrigens der Aussenbereich der „Alten Posthalterei“, eine richtige Bereicherung. Danke dafür!

    • Werter von Duemlinmg,
      Sie bekommen von mir einen emsländischen Plastikstuhl und eine Decke. Damm dürfen Sie sich vor meiner Haustür platzieren, um das Herumpissen zu unterbinden. Glühwein hol‘ ich für Sie vom Markt und zwar kostenlos. Mein unbepisster Aussenbereich wäre eine richtige Bereicherung, ähnlich wie der der Posthalterei. Danke dafür!

    • Klaus said

      Ja, Glühwein beschwingt. Blog-Groupie. Der ist gut. Lol.
      Nach Wiki: Weiblicher Fan, der sexuellen Kontakt zu seinem Idol sucht.

  10. Hermann said

    Für die geschilderten Dinge und Abläufe auf dem Weihnachtsmarkt ist die Stadt Lingen verantwortlich,denn sie überträgt die Ausrichtung auf den LWT, obwohl dieses nicht zulässig ist. Durch die Erhebung der doppelten Gebühren , stellt sich hier die Frage, wer wen abzockt oder dazu beiträgt?

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