spürbar schneller

16. Oktober 2016

tracking-spuren-730x546Mindestens jeder fünfte deutsche iOS-Nutzer will sich nicht im Internet tracken lassen und unternimmt etwas dagegen. Wir finden, die Zahl könnte ruhig höher liegen, und zeigen die wichtigsten Einstellungen für das Mobilsystem von Apple.

Knapp zwanzig Prozent aller deutschen iOS-10-Nutzer wollen auf interessenbezogene Werbung verzichten und aktivieren deshalb die Einstellung „Kein Ad-Tracking“, meldet das Marketingunternehmen Adjust. Mit 19,3 Prozent nimmt Deutschland nach den Niederlanden (22 Prozent) den zweiten Platz ein, dahinter folgt Malta (18,8 Prozent). Deutlich weniger sensibilisiert sind offenbar türkische (8,5 Prozent), rumänische (9,8 Prozent) und bulgarische (10,9 Prozent) Nutzer. Weltweit stagniert der Durchschnitt laut Adjust bei rund 18 Prozent.

Die entsprechende Option findet sich unter Einstellungen > Datenschutz > Werbung. Danach wird keine zielgerichtete, auf dieser Ad-ID aufsetzende Werbung mehr in Apps oder im App Store eingeblendet. Details darüber, was genau gesammelt wird und wo es anschließend zum Einsatz kommt, finden sich bei Apple.

Wenn man schon dabei ist, datenschutzfreundliche Einstellungen vorzunehmen, dann findet sich im Datenschutz-Menü noch Einiges: Unter „Ortungsdienste“ sollte man überprüfen, welche Apps den Standort auslesen dürfen. Ganz unten findet sich zudem der Menüpunkt „Systemdienste“, wo sich unter anderem „Ortsabhängige Apple Ads“, „Häufige Orte“ sowie mehrere Optionen zur „Produktverbesserung“ ausschalten lassen. Wer keine Diagnose- und Nutzungsdaten an Apple senden möchte, kann dies unter Datenschutz > Diagnose & Nutzung unterbinden.

Tracking in Safari verhindern

iOS-Nutzer, die mit dem Safari-Browser unterwegs sind, sollten unter Einstellungen > Safari den Punkt „Kein Tracking“ einschalten. Danach erstellen Webseiten, die den „Do Not Track“-Header respektieren, keine Nutzungsprofile mehr von ihren Besuchern. Leider halten sich aber nur die wenigsten Anbieter an diesen Standard.

Deutlich effektiver sind deshalb die zahlreichen „Content Blocker“, die sich im App Store finden – beispielsweise Adguard oder AdBlock for Mobile, um zwei kostenlose zu nennen. Aktivieren lässt sich ein solcher Werbe- und Tracking-Blocker nach der Installation unter Einstellungen > Safari > Inhalts-Blocker (Foto). Sicherheitshalber sollte man anschließend die Zuverlässigkeit testen, etwa mit dem Panopticlick-Tool der Electronic Frontier Foundation (EFF). Angenehmer Nebeneffekt: Viele Webseiten, vor allem mit Werbung überfrachtete, laden danach spürbar schneller. Voraussetzung für Content Blocker ist iOS 9 sowie ein iOS-Gerät mit einem 64-Bit-Prozessor, also mindestens ein iPhone 5S, ein iPad Air oder ein iPad Mini 2.

 

(gefunden bei Netzpolitik.org; Text von Creative Commons BY-NC-SA 3.0; Spuren-Foto oben: CC BY 2.0, via flickr/fdecomite)

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