medina markt

21. September 2016

BauerntanzstrDas Durchhalten war nicht ganz einfach: Keine Lounge, kein Billardcafé, kein Handyladen, keine Wettannahmestelle. Alles dankend abgelehnt, unter gleichermaßen wohlfeilen wie oberflächlichen Worten des Stadtoberhaupts über angeblich zu hohe Mieten (Hahaha!).

Mithilfe von Immobilien Kahle und einigen mutigen Zuwanderern gibt es jetzt endlich wieder einen günstigen Supermarkt in Lingens Innenstadt. Bei mir zuhause: medina markt.

Bleibt nur noch die Frage, was mein Vater wohl sagen würde, hätte er noch erlebt, dass aus seiner feinen Konditorei ein Geschäft für Lebensmittel, Obst und Gemüse mit hauseigener Fleischerei unter arabischem Namen geworden ist (geöffnet Mo-Sa 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr)…

23 Antworten to “medina markt”

  1. ulrike said

    Aha.
    Hauseigene Fleischerei also.
    Zum Verkauf von frischem Fleisch muß ein Fleischermeister eingestellt sein.
    Das kostet.
    Darf ich davon ausgehen , daß nur Fleisch von geschächteten Tieren verkauft wird ?
    Das wäre aus Gründen des Tierschutzes in Lingen nicht so ganz vermittelbar.
    Nun ja, für mich ein no go.

    • hans1550 said

      Sag doch einmal Ulrike, wie und wo genau ist der Tierschutz bei dir jetzt mehr gewährleistet, wenn einem Rind bei vollem Bewusstsein ein Bolzen in den Kopf geschossen wird, im Vergleich zu einer Betäubung und dem anschließenden Ausbluten?
      Dass Tiere in Deutschland dabei bei vollem Bewusstsein sind ist doch eine s.g. Urban-Legend, belegt in der Regel durch Youtube-Videos ohne Quelle und Seiten wie PI-News.

      Wann hast du denn das letzten Mal beim Bio-Bauern, oder der Bio-Schlachterei eingekauft? Ach, etwa gar nicht? Liegt es daran, dass es keine in und um Lingen gibt? Dein Kommentar liest sich eher wie Bigotterie, wie Aldi-Käuferlogik.

      Deine unterschwelligen Bemerkungen, dass sich die Betreiber eines Supermarktes der nicht „Rewe“ oder „Penny“ heißt, nicht an geltendes Recht halt oder halten müssen, sind so hanebüchen.

      Sie suggerieren eher ein gewisses Maß an „extremen Vorurteilen“.

    • A.M. said

      Sie wissen schon, dass alles Geflügel, welches in der BRD geschlachtet wird, bereits „helal“ ist?!
      Vom LEH wird nur nicht immer verlangt, es aufzudrucken.
      Und ja auch das gelbe „kikok“ vom Markt wird „helal“ geschlachtet.
      Glauben Sie es mir, denn ich war vor kurzem noch in dem Schlachtbetrieb. Auch Biohühner begehen keinen selbstlosen Selbstmord.

  2. Bernhard Schulte said

    Interessante Ankündigung – vor Allem die mit der hauseigenen Fleischerei. Da ist für mich von besonderem Interesse, woher das Fleisch stammt – aus welchem Stall und aus welcher Schlachterei? Schließlich gibt es in Lingen keinen Schlachthof mehr und an der Bauerntanzstraße wird es wohl keine Genehmigung für ein Schlachthaus geben.
    Und hat ein Laden mit arabischem Namen auch Schweinefleisch im Angebot? Schließlich zählen diese „unreinen“ Tiere zu den beliebtesten Fleischlieferanten im christlichen Abendland.

  3. b.f. said

    Schweinefleisch kann ich, wenn ich will, woanders kaufen. Ich hoffe, dass es dort gutes Lammfleisch in hoffentlich großer Auswahl gibt und ich nicht immer zum Markt muss um dort recht teures Lamm zu bekommen.
    Und man kann ja fragen, wo das Fleisch herkommt!!
    Auch ein Gemüseladen in der Stadt ist eine große Bereicherung. Die üblichen großen Supermärkte haben immer nur die gleiche Auswahl.
    Ich bin gespannt auf den Markt.

    • ulrike said

      Und noch ein kleiner Nachtrag wegen hauseigener Fleischerei .
      War denn schon der Veterinär da und hat die Anlage abgenommen?
      Deckenhohe Fliesung.
      Fettabscheider.
      Kühlraum zur Lagerung der Fleischreste.
      Direkte Lüftung und Absaugen über der Fleischauslage um Übertragen der Keime auf die Lebensmittelbereiche auszuschließen.
      Spezieller Brandschutz.
      Und die gesamte Chose muß jeden Abend mit Desinfektionsmitteln geschrubbt werden.
      Das fällt mir nur mal so locker ein.
      Sicher sind die Auflagen noch viel ausführlicher , wenn ein Fachmann dazu Stellung nimmt.
      Na denn.
      Hauptsache das Lammfleisch ist billig.

      • F. Hildebrandt said

        Ich kann hier beruhigen.

        Lebensmittelkontrolleur wurde bei der Planung des Umbaus schon hinzugezogen, Überdruckanlage über der Fleischtheke, separater Bereich für die Vorbereitung, Bodeneinlauf im Thekenbereich, 2 Kühlräume, keine Kreuzkontermination, natürlich deckenhohe Fliesen usw.

        Alles entspricht den hygienischen Vorschriften wie es soll. Fleischermeister ist auch eingestellt, soweit mir bekannt.

        Auf jeden Fall eine Bereicherung für die Innenstadt.
        Vor allem, seitdem der Rewe im Lookentor seine Türen geschlossen hat.

        Zu dem Punkt woher das Fleisch kommt gibt der Medina Markt sicherlich gerne Auskunft.

        • ulrike said

          Der REWE unten im Lookentor war nicht so mutig wie die mutigen Zuwanderer und hatte auf eine Frischfleischtheke wegen der üblichen Bau – und Hygieneauflagen und der verpflichtenden Einstellung eines Fleischermeisters verzichtet.
          Und trotzdem rechnete sich der Laden nicht wegen der Personalkosten und der zu geringen Summe Geldes , die pro Kunde umgesetzt wurde.Dabei lag der REWE gegenüber der Tiefgarage im Lookentor, während bei dem neuen Gemischtwarenladen Parkplätze in der Nähe Mangelware sind.
          Zumal wir in Lingen schon zwei Geschäfte mit, sage ich mal, „orientalischem“ Warenangebot des täglichen Bedarfes für diesen Kundenkreis haben. Ich bleibe da skeptisch .

      • M.Has said

        Ulrike, man kann ja auch im Vorfeld alles schlecht reden! Ich glaube schon , dass hier die Fachleute der Stadt eher ein Interesse daran haben, dass die Vorschriften eingehalten werden! Ansonsten hätte man erst gar nicht eröffnen dürfen. Die Stadt braucht keine Bürger, die meinen daran erinnern zu müssen! Die wissen Ihren Job auch so zu machen. Gehen Sie doch mal in den Supermarkt und machen Sie sich selbst ein Bild vor Ort, bevor Sie hier alles nieder schreiben! Übrigens ist Kritik immer angebracht, ob positiv oder auch negativ, aber auch nur, wenn sie den Tatsachen entsprechen! Mutmaßungen sind sind absolut nicht angebracht! Außerdem sind Ihre Kommentare eine tolle Motivation für all diejenigen, die es mal endlich wagen, sich trotz des Risikos, selbstständig zu machen. Na schönen Dank auch!!! Soviel zum Thema Leerstände😉

    • Bernhard Schulte said

      @ b.f. – Entweder habe ich meine Frage nach der Herkunft des Fleisches nicht deutlich genug formuliert, oder sie ist missverstanden worden. Ich mag Fleisch von allen möglichen Tieren gerne essen (auch Lamm und Schwein) so lange ich weiß, dass es aus tiergerechter Haltung und Schlachtung stammt. Die fabrikmäßige Schweinehaltung – von der Ferkelerzeugung bis zur Endmast – ist jedoch kilometerweit vom Tierschutz entfernt und vertreibt mir gründlich den Appetit.
      Hinzu kommt dann noch der inhumane Umgang mit den osteuropäischen Leiharbeitern in den Riesenschlachthöfen.
      Wo aber, bitte schön, kann ich in Lingen artgerecht produziertes Fleisch kaufen?
      Gut – auf dem Wochenmarkt gibt es einen Stand. Der ist aber nur zweimal in der Woche vor Ort und dann so überlaufen, dass man dort Schlange stehen muss.
      Und darauf gründete sich meine leise Hoffnung auf Änderung. Es wäre doch wunderschön, wenn man in Lingen wieder einen Laden finden könnte, in dem „anständig“ erzeugtes Fleisch angeboten würde.

      • b.f. said

        Bernhard Schulte,
        ich verstehe Ihre Frage, ob es in dem Laden auch Schweinefleisch gibt, anscheinend immer noch falsch.
        Mir kam sie etwas tendenziös vor- im Sinne von: die werden als Moslems doch nicht etwa Schweinfleisch verkaufen?
        Darauf münzte meine Antwort, dass man Schweinefleisch ja auch woanders kaufen kann.

      • A.M. said

        Darf ich fragen, wann Sie das letzte Mal einen konventionellen Stall von innen gesehen haben?
        Und wie sieht „anständige Tierhaltung“ Ihrer Meinung nach aus und unterscheidet sich wie von der konventionellen?
        Bitte nicht mit „kenne ich aus dem Tv“ und „brauche ich nicht – weiß ich“ antworten

  4. Peter G. said

    Hallo geht’s noch, Ihr habt vielleicht Probleme! Statt sich zu freuen, dass in der Innenstadt ein Lebensmittelmarkt aufmacht, seht ihr nur irgendwelche Probleme!

  5. Kib said

    Peter, sehe ich so wie Sie, zumal das unternehmerische Risiko beim Unternehmer liegt (heisst deshalb so😊).

  6. Tiger,T said

    Lingen wird bunter!
    Nach der grandiosen Erweiterung des Bio-Marktes „Kornblume“ von Nanni und Ralf Brinker jetzt ein orientalisches Lebensmittelgeschäft in der City!
    Den mutigen Unternehmern_innen kann man nur viel Erfolg wünschen! Beiden!
    Den Schweinefleisch-Liebhabern, enttäuschten REWE-Fans, Tierschutz-Berufenen und Hygiene-Verfechtern unter den Kommentaroren kann man nur raten, zum ALDI zu gehen (alles schön unter Folie) oder „AfD“ zu wählen. Nur Mut!
    Dann ist bald Schluss mit bunt!

  7. D. Tierer said

    Zitat „…hätte er noch erlebt, dass aus seiner feinen Konditorei ein Geschäft … Unter arabischem Namen geworden ist“

    Was möchten Sie damit sagen – oder spielen Sie auf etwas an?

  8. Jonas said

    Ulrike: Haben Sie Probleme mit Robert Koop? Wenn ja, dann hilft sicherlich ein persönliches Gespräch mit ihm.

    • ulrike said

      Zur Klarstellung:

      Ich habe keine Probleme mit Herrn Koop,sondern kenne ihn seit Jahren,rede mit ihm und schätze ihn.

      Ich bin nicht “ in Schuld “ an den Leerständen der Innenstadt.

      Ich kaufe nicht bei Aldi ( zuletzt nach meiner Erinnerung Ende der 70 -er Jahre)

      Ich kaufe selten Fleisch ,und wenn, dann beim Fleischer meines Vertauens auf dem Wochenmarkt.

      Ich habe keinen Verdacht in welcher Hinsicht auch immer geäußert, sondern darauf hingewiesen, daß ein fest angestellter Fleischer ( ca. 4,5 bis 5 000 Euro für den Geschäftsinhaber ) ein Kostenfaktor ist , den selbst eine finanziell potente Kette sich nicht ohne weiteres ans Bein bindet.

      Und nun das Allerwichtigste:
      Ich lege großen Wert darauf , da ich mich im Erwachsenenalter befinde, von keinem hier geduzt zu werden

  9. Also, der Punkt mit dem Halal-Fleisch ist schon knifflig in der Betrachtung. Grundsätzlich akzeptieren nicht alle, denen dieser Begriff wichtig ist, die vorherige Betäubung des Tieres vor der Schächtung. Je nach Auslegung könnten sich dann diese Kunden empfindlich getäuscht sehen.
    Wenn aber die Ausnahmegenehmigung besteht, ohne Betäubung zu schächten, dann beinhaltet dies, dass die Ware NUR an Mitglieder einer entsprechenden Religion verkauft werden darf und dies auch vom Schlachter sichergestellt werden muss.
    Gesinnungsprüfung beim Einkaufen – wäre mal eine neue Erfahrung…
    Wer weiß es denn nun genau?
    Der Name hilft auch nicht wirklich – bei Medina denke ich zunächst an die heilige Stadt, die für Nicht-Muslime verboten ist. Oder geht es um „Altstadt-Markt“? Oder gar um eine Verbeugung vor der Sängerin?
    Und Eier von Bauern aus der Umgebung? Klar, die Milchpreise zwingen einige auf die Knie, aber gleich auf solche Delikatessen umsteigen? Erscheint mit unabhängig von der Marktanalyse nicht wirklich nachhaltig.
    Bevor man sich jetzt auch gegen mich persönlich richtet, beeile ich mich anzufügen: Die tatkräftigen Frauen beim Einrichten des Ladens machten einen netten Eindruck, und Obst und Gemüse fehlen in der Ecke seit dem Ende von Corbachs Laden ja wirklich.

    Robert, kannst Du aufklären?

    • Nein, kann ich nicht. Ich freue mich einfach nur, dass – als Alternative zur ‚Kornblume‘- jetzt wieder Milch, Obst, Fleisch und Lebensmittel im Zentrum eingekauft werden können. 😀
      ps seltsamerweise erschien gleich eine ganze Korona aus dem Rathaus, um sich für die Neueröffnung ins rechte Bild setzen zu lassen; es versteht sich von selbst, dass diese Personen nichts zur Vermietung und Neueröffnung beigetragen haben. Allerdings kam auch die Bauverwaltung vorbei und beanstandete einen Fensteraufkleber als zu groß, der ohne Text-Werbung nur Obst und Gemüse zeigte. Der Aufkleber dürfe nur 20% der Fensterflächen ausmachen, entschied der verbeamtete Bedienstete. Dieser sinnfreie Eröffnungs-Beitrag aus dem Rathaus kostete die neuen Betreiber 40 Euro Gebühren.

      Das ist kein Scherz sondern nur peinlich bei einer Stadtverwaltung, die so viele Verunstaltungen in der Stadt zu verantworten und genehmigt hat wie unsere…

      • Marc said

        Ich muss mich ein bisschen wundern. 21 Kommentare (mit diesem hier 22) dazu, dass einfach nur ein kleines Lebensmittelgeschäft in unserer Innenstadt eröffnet hat.

        Ich frage mich, was „hauseigen“ bei einer Fleischerei bedeutet. Bedeutet das gleich „in den selben Räumen“?

        Wenn ich vom „hauseigenen“ Gärtner spreche, meine ich den, der in der Nachbarschaft wohnt. „Hausgemachte Wurst“ gibt es fast überall. „Nach hausgemachter Art“ bestimmt auch im Aldi. Oder nach „Hausmacher Art“. Das finde ich bedenklich, denn was macht ein Hausmacher? Eben: Häuser.

        Matjes gibt es in der Alten Posthalterei sogar nach „Hausfrauenart“! Wo bleibt da der Protest?

        Ich erkenne hier Tendenzen, die mir nicht gefallen.

        Marc

        P.S. Wenn man hier nur mit Vornamen auftritt, muss man sich über das Geduze nicht wundern. Finde ich.

  10. kib said

    Kommentar 23. Ich hoffe Dir geht es soweit gut, Marc. Als u.A. ehemalige Mit-Inhaberin einer sehr kleinen (aber feinen) Werbetext- Agentur wundere ich mich, wie die „Kollegen“ aus der (BMW) Automobilbranche arbeiten und mit Sprache umgehen. Hausmacher bauen neuerdings Häuser? Ach!?…. und wer baut Autos? Sind das Autodidakten……? Davon abgesehen soll man (französisches „Du“) auch einfach mal, zu
    Ulrike, Sie sagen…..finde ich.

    Wo ich gerade frisch und frei lange segeln war, wird „sportlich“ zurück geschupst: Dickes Lob an Dich, dass Du versehentlich nicht als Pressesprecher der BN hier Deine verschrobenen Theorien publizierst, kein HKT, Marc risse mehr bist….. sondern nun frisch „Marc“. Summa summarum: Ist der Zirkus noch so klein, einer muss der August sein. Ich finde, das machst Du nicht schlecht. Entspannten Gruß Kirsten

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