Kulturerbe

27. August 2016

Ganz vorn dabei war ich vor rund 18 Monaten, um die Lingener Kivelinge als Nationales Kulturerbe voran zu bringen. Seither hört man nicht mehr viel davon [der Vorschlag kam eben von der falschen Seite… 😉 ] – nur hinter vorgehaltener Hand, dass es eine kleine Arbeitsgruppe dazu aber vor allem Schwierigkeiten gebe, weil es eben ein reiner Männerverein sei und die Einbindung der Marketenderinnen… usw., usf. 

Doch jetzt lese ich bei Niederlande.net diese schöne Mitteilung von unseren Nachbarn:

Das Studentenleben und Studentenverbindungen sind offizieller Teil des niederländischen Kulturerbes. Studentenverbindungen wollen ihre Traditionen, wie Aufnahmerituale, gemeinsames Trinken und den Nachdruck auf Umgangsregeln, auch in der Zukunft an junge Studenten weitergeben. Studentenverbindungen hoffen, mit der Entscheidung ihr Image aufbessern zu können und deutlich machen, dass eine Mitgliedschaft eine wertvolle Ergänzung in der Studentenzeit sein kann.

NationaleDas Studentenleben und die dazugehörigen Verbindungen sind seit Donnerstag Teil des niederländischen Kulturerbes. Sie sind nun offiziell Bestandteil der Nationale Inventaris Immaterieel Erfgoed. Nominiert wurde das Studentenleben von der überkuppelnden Organisation aller Studentenverbindungen, die Landelijke Kamer van Verenigingen, die 48 Verbindungen in 13 verschiedenen Studentenstädten vertritt. Der Kammer zufolge handelt es sich beim Studentenleben um “eine lebendige, dynamische Kultur, die zur sozialen Kohäsion beiträgt und wichtig für die Identität vieler Studenten in den Niederlanden ist”.

Ruben Hoekman, der Vorsitzende der Landelijke Kamer van Verenigingen, sagte gegenüber dem Nachrichtenprogramm NOS: “Wir sind sehr glücklich und zufrieden. Die Kultur der Studentenverbindungen besteht bereits seit über 200 Jahren und darf eigentlich nicht in dieser Liste fehlen.” Zu den Traditionen des Studentenlebens gehören neben Aufnahmeritualen und gemeinsamen Umtrunken auch klaren Regeln, wie das Nicht-Tragen von Sportschuhen im Verbindungshaus. Dennoch sind viele Studentenverbindungen auch mit der Zeit gegangen laut Hoekman: “Immer mehr Studentenverbindungen bieten Lernplätze an und er werden fast überall Aktivitäten zur Orientierung für eine spätere Karriere angeboten.”

Die Kammer hofft, das bisweilen elitär wirkende Image hiermit aufbesseren zu können: “Menschen haben durchaus einige Vorurteile darüber wie es bei einer Studentenverbindung so läuft. Die Aufnahme bestätigt, dass eine Mitgliedschaft von großem Mehrwert für die eigene Studentenzeit ist.” Hoekman selbst betont, dass ihm seine Verbindungsfreunde viel helfen: “Wir sitzen zusammen in der Universitätbibliothek, um für Klausuren zu lernen. Wenn einer sagte, dass er nicht so viel Lust dazu habe, sagte die Gruppe: Komm mach weiter, denn du musst deine Klausur bestehen. Das hat sicherlich einen positiven Effekt.”

Dass das niederländische Studentenleben sich maßgeblich von dem anderen Länder unterscheidet und somit zum nationalen Kulturerbe gehört, bestätigt Max van Duijn, Wissenschaftler an der Universität Leiden: “Die Verbindungen hier sind wirklich alt und die Traditionen werden von Generation zu Generation weitergegeben.” Außerdem weist Van Duijn auf die Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb von Verbindungen hin: “Man bekommt eine Familie dazu. Man tut Dinge, die man auch mit seinen Geschwistern tun würde, wie, zum Beispiel, Essen und gemeinsame Aktivitäten.”

Die Nationale Inventaris Immaterieel Erfgoed wird vom Niederländischen Zentrum für Volkskultur und Immateriellem Kulturerbe erstellt. Mit der Liste sollen typische niederländischen Traditionen und Gebräuche für spätere Generationen bewahrt bleiben.  Auch der Liste stehen auch Traditionen wie das Sinterklaasfest, Königstag und die Nijmeegse Vierdaagse. Dieses Jahr wurde bereits das Brabanter Wurstbrötchen in die Liste aufgenommen. Von der Liste schaffen einige Traditionen es auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes.“

(Quelle Niederlande.Net)

update Kivelinge:
Nachdrücklich hat mir einer der Verantwortlichen am gestrigen Sonntag versichert, dass ich mit meiner Vermutung falsch liege, der Vorschlag Nationales Kulturerbe sei wohl von der falschen Seite gekommen. Die Arbeitsgruppe des Vereins sei sogar in Hannover gewesen und man wolle auf Grundlage der dortigen Ratschläge jetzt die Bewerbung neu ausrichten und konzipieren, um größere Chancen zu haben.

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