„3 a.m.“

1. August 2016

„Die Simpsons“ haben einmal mehr einen prominenten Politiker auf’s Korn genommen. In einem Kurzclip im Internet treibt Marge zu nächtlicher Stunde die Frage um, welchem US-Präsidentschaftskandidaten sie ihre Stimme geben soll. Die Antwort fällt eindeutig aus.

In dem zweiminütigen Clip, der auf die neuen Folgen der „Simpsons“ bei Fox (!) hinweist, werden zwei fiktive Szenen aus dem Weißen Haus geschildert: Was würde bei einem nächtlichen Notfall passieren, wenn Hillary Clinton Präsident ist, und was wenn Donald Trump an der Macht wäre?

Zuerst klingelt das Telefon bei den Clintons: Zunächst geht Bill an’s Telefon und will bereits ins Krisenzentrum eilen, als er realisiert, dass der Anruf seiner Frau gilt. „Es ist für Dich“, sagt er sichtlich enttäuscht und reicht Hillary den Hörer. „Ab jetzt ist es immer für mich“, entgegnet seine Frau. 

Als bei Donald Trump das rote Telefon klingelt, sitzt der mit Schlafmütze in seinem Himmelbett und tippt gerade eine Twitter-Nachricht. Als der Situation Room anruft, ignoriert er den Anruf zunächst, um sich unter anderem Rühreier auf einem goldenen Teller zu bestellen. Als das Krisenzentrum erneut anruft, geht Trump genervt ans Telefon: „Die Chinesen greifen an? Ich komme sofort!“. Bis Trump Stunden später von einem ganzen Team von Stylisten hergerichtet wurde, ist es allerdings zu spät: Die Chinesen sind bereits im Anmarsch. Doch selbst das bringt einen Donald Trump nicht aus der Fassung: „Baut einfach eine neue Mauer“, rät er seinem Stab. „Natürlich im Ozean, Loser!“.

Wie immer bei den „Simpsons“ lohnt sich ein genauer Blick auf die Details: So liegt neben Trump das Buch „Great Speeches“ von einem gewissen A. Hitler auf dem Bett. Und auch die Anrufliste auf Trumps Smartphone spricht Bände. Ganz nebenbei lüften die Macher der Simpsons auch noch das Geheimnis von Trumps berühmt-berüchtigter Frisur. Für Marge ist nach diesem Blick in die Zukunft natürlich klar, wo sie ihr Kreuz machen wird. Nur bei Homer dauert es mal wieder etwas länger, bis der Groschen fällt.

 

(gefunden bei Horizont.net)

Unabhängigkeitstag

1. August 2016

Heute um 0.00 Uhr ist der Routerzwang gefallen. Was Dir das bringt, schreibt netzpolitik.org:

„Betreiber von Diskotheken wissen es genau: Die Wahl des richtigen Türstehers ist wichtig, damit sich keine Störenfriede einschleichen. Dasselbe könnte man auch von Routern behaupten, die als Schnittstelle zwischen Internet und Heimnetz dafür sorgen müssen, dass nur das die Tore passiert, was auch im Sinne des Besitzers ist. Und endlich, nach Jahren der gesetzlichen Unklarheit, bekommen wir mit dem Ende des Routerzwangs das Recht dazu, uns unseren stillen Türsteher frei auszusuchen.

RouterzwangWas die Süddeutsche Zeitung als „Unabhängigkeitstag für Internetnutzer“ bezeichnet, ist das offizielle Ende des Routerzwangs und das Inkrafttreten der Endgerätefreiheit am 1. August. Bisher konnten Internetanbieter (ISPs) in Deutschland bestimmen, welchen Router Kunden zur Verbindung mit dem Internet nutzen müssen. Nutzer hatten keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Das ändert sich nun. Aber wir müssen sicherstellen, dass alle Kunden über diese neuen Rechte Bescheid wissen, und gleichzeitig überprüfen, ob ISPs die neuen Regeln befolgen.

Wie bei einem Türsteher sollte man auch dem Router vertrauen können, denn über ihn läuft jeglicher Internetverkehr, also etwa alle E-Mails, Downloads und häufig auch Telefongespräche. Zwangsrouter fallen oft negativ mit kritischen Sicherheitslücken auf, die Nutzer aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht selbst beheben können. Sie sind auch dafür bekannt, zu einigen Netzwerkgeräten oder Standards wie IPv6 inkompatibel zu sein oder nur eine geringe Anzahl wichtiger Funktionen zu unterstützen.

Recht auf Endgerätefreiheit in Anspruch nehmen

Um nun den Providern auf die Finger zu schauen, wenn es um die Umsetzung des seit 2013 heiß umkämpften Gesetzes geht, bittet die Free Software Foundation Europe (FSFE) um Erfahrungsberichte von Internetnutzern, die vom 1. August an ein eigenes Gerät an der Telefon- bzw. Kabeldose betreiben. Dazu stellt sie eine Wiki-Seite zur Verfügung, auf der Informationen und Nutzerberichte gesammelt werden. Vor allem für Kabelanschlüsse, für die bisher nur wenige Modelle auf dem Markt erhältlich sind, stellt die FSFE auch einige Testgeräte bereit.

Aufgrund von Erfahrungen, die wir in in der Vergangenheit gemacht haben, müssen wir davon ausgehen, dass einige ISPs darauf setzen werden, ihre Kunden zur Nutzung ihres jeweiligen Standardrouters zu zwingen. Unitymedia etwa erfordert eine telefonische Registrierung des neuen Gerätes, vorstellbar ist auch der Ausschluss von Bestandskunden von dem neuen Recht oder die Verweigerung des Supports.

Die FSFE möchte sicherstellen, dass solches Fehlverhalten öffentlich gemacht wird und dafür brauchen wir deine Hilfe. Wenn du Kunde eines deutschen Internetanbieters bist, bitten wir dich, dein neues Recht auszuüben und ein alternatives Gerät zu verwenden – idealerweise eines mit einer Firmware, die Freie Software ist.“

(Quelle: netzpolitik.org Creative Commons BY-NC-SA 3.0. –/– Foto: CC BY-SA 2.0 via flickr/Konrad Twardowski)