Umvolkung

31. August 2016

In Zeiten wie diesen kann es schon mal schwierig werden, zwischen Ernstgemeintem und Satire zu unterscheiden. Deshalb gucke ich mitunter, nachdem ich mir den Aluhut aufgesetzt habe, schon mal ganz genau hin und fürchte, die hier meinen das ernst. (Quelle)

Umvolkung

CDU-Baum

31. August 2016

In der Kilstetter Straße in Berlin wehrt man sich gegen Lügen auf CDU-Wahlplakaten zum Berliner Abgeordnetenhaus sehr direkt.Bei uns ist das schwieriger, weil hier die heilige Dreifaltigkeit von CDU, Stadtverwaltung und Lingener Tagespost gemeinsam an der Restauration der bisherigen Mehrheit werkelt.

CDU-Baum

(Quelle BlogRebellen)

Weinbude

31. August 2016

Eine Weinbude soll weg. In Lathen. Ernsthaft überlege ich gerade, ob wir von den Lingener BürgerNahen am Wochenende einen Solidaritätsausflug nach Lathen im nördlichen Emsland machen sollten. Da nämlich hat sich gerade ein Projekt entwickelt, das wie kein zweites zeigt, wie die politische Mehrheit in der Region tickt: Anmaßend, besserwisserisch und vor allem reichlich „durchgeknallt“, wie ich finde.

Spannend
sind übrigens die Kommentare auf der Internetseite des NDR. Sie machen in ihrer gestelzten Anonymität deutlich, dass CDU-Parteigänger in koordinierter Aktion daran stricken, den rot-grünen Weinverkäufern einfach mal Anarchie ins Stammbuch zu schreiben, wo es doch allenfalls um eine Ordnungswidrigkeit gehen könnte.

Bei der Gelegenheit eine Bitte des Blogbetreibers:

Der Landkreis Emsland hat just in der Region eine „Wie-isses-denn-wieder-und-immer-so-großartig-im-Emsland“-Broschüre  verteilen lassen. Natürlich auf Kosten der Steuerzahler. Das ist unerlaubte, ungesetzliche und rechtswidrige Wahlkampfhilfe für die CDU, und ich möchte daher ein Exemplar dieser Alles-ist-gut-wegen-der-CDU-Broschüre an die Staatsanwaltschaft schicken. Weil dreist und feist nicht immer gewinnen darf. Leider habe ausgerechnet ich kein Exemplar des Emsland Magazin Nr. 2 erhalten.
Wer wirft mir eins in den analogen oder virtuellen Briefkasten?

VIP

30. August 2016

Die einen kaufen Montblanc-Schreibgeräte oder lassen sie kaufen [update], die andern pflegen eine andere Art der Vorteilsnahme. Den Lingenerinnen und Lingenern mit der Bitte um Kenntnisnahme diese gestrige E-Mail aus dem Rathaus:

Sehr geehrte Ratsmitglieder,

auch in diesem Jahr hat die Stadt Lingen (Ems) für die Heimspiele der HSG Nordhorn-Lingen VIP-Karten erhalten. Für die Spiele in der EmslandArena und im Euregium liegen jeweils vier Karten vor. Sie als Ratsmitglieder haben die Möglichkeit, diese Karten in Anspruch zu nehmen. Für folgende Begegnungen sind Karten vorhanden:

  Datum Uhrzeit Spielort Gegner
Sa 03.09.2016 19:30 EmslandArena SG BBM Bietigheim
So 11.09.2016 17:00 Euregium TuS N-Lübbecke
Sa 24.09.2015 19:30 Euregium TV Emsdetten
So 16.10.2016 17:00 EmslandArena EHV Aue
So 30.10.2016 17:00 EmslandArena HG Saarlouis
Mi 16.11.2016 19:30 Euregium TUSEM Essen
So 27.11.2016 17:00 EmslandArena TSG Lu-Friesenheim
So 11.12.2016 17:00 Euregium TV 1893 Neuhausen
Mo 26.12.2016 17:00 EmslandArena Dessau-Roßlauer HV 06
Fr 17.02.2017 19:30 Euregium ThSV Eisenach
Sa 25.02.2017 19:30 Euregium TV 05/07 Hüttenberg
Sa 11.03.2017 19:30 EmslandArena HSG Konstanz
So 19.03.2017 17:00 Euregium TuS Ferndorf
Mi 29.03.2017 19:30 EmslandArena Vfl Bad Schwartau
Sa 15.04.2017 19:30 EmslandArena Wilhelmshavener HV
So 23.04.2017 17:00 Euregium HC Empor Rostock
So 14.05.2017 17:00 EmslandArena DJK Rimpar Wölfe
So 28.05.2017 17:00 Euregium ASV Hamm-Westfalen
Sa 10.06.2017 18:00 EmslandArena SG Leutershausen

Zu allen Spielen stehen auch VIP-Parkplätze zur Verfügung.

Bitte teilen Sie mir mit, wenn Sie Karten in Anspruch nehmen möchten. Sofern es mehr Interessenten als Karten gibt, wird nach Eingang der E-Mail entschieden.

Freundliche Grüße

Stadt Lingen (Ems)
Büro des Oberbürgermeisters

bewegend

30. August 2016

Ein Mann irrt weinend auf dem Dach eines Hauses umher, stoppt, verfasst auf dem Smartphone eine Abschiedsnachricht an seine Eltern, steigt auf den Sims und… springt. Diese Geschichte haben die Agenturen Happy United und Rabbit für die Non-Profit-Organisation Mythic Bridge in bewegenden Bildern eingefangen – und halten die Kampagnenbotschaft auf der Metaebene bereit.

Mit dem ungewöhnlichen Spot bewirbt Mythic Bridge seine „LGBTQ Filmmaking Workshops“ und ruft die Zuschauer zur Unterstützung der Community von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen auf.

Das Besondere dabei: Die Botschaft „Change The Script“ am Ende des Films ist bewusst doppeldeutig gewählt. Zum einen macht sie auf eine besorgniserregende Statistik aufmerksam, nach der junge Homo- und Transsexuelle viermal häufiger Selbstmord begehen als gleichaltrige Heterosexuelle. Zum anderen ist „Change The Script“ wörtlich gemeint. Schließlich soll die Zielgruppe ihre eigene Lebensgeschichte positiv beeinflussen und sich beispielsweise über das Filmemachen und die Workshops der NGO selbst ausdrücken.
(Quelle: Horizont)

Integration

29. August 2016

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 22.22.14 Der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. hat jetzt in Kooperation mit der Landes-Arbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V. – Praxisnetzwerk für soziale Stadtentwicklung–  eine gemeinsame Broschüre veröffentlicht. Sie gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis der Aufnahme von Schutzsuchenden in Niedersachsen. Anlass ist die 3. Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an“, die heute in Hannover unter dem Titel „Werkstatt Wohnen und Leben“ stattfindet.

„Wir benötigen eine systematische Gestaltung des Aufnahmeprozesses von Schutzsuchenden in allen Kommunen Niedersachsens. Die Integrationskonferenz bietet eine sehr gute Gelegenheit, um Handlungsprozesse anzustoßen, die Geflüchteten die Möglichkeit geben, hier anzukommen und ihren weiteren Lebensweg zu planen: Gesundheit, Wohnung, Teilhabe, Sprache, Arbeit“, erläuterte Laura Müller, Fachreferentin beim Flüchtlingsrat Niedersachsen.

„Professionelle Gemeinwesenarbeit als notwendige Anlauf- und Vernetzungsstelle vor Ort ist dabei der langfristige Schlüssel für erfolgreiche Integrationsprozesse. Gemeinwesenarbeit schlägt dabei die Brücke und eröffnet Veränderungsprozesse mit und für alle Menschen“, so Markus Kissling, Referent in der Geschäftsstelle der LAG Soziale Brennpunkte.

Die anlässlich der Konferenz vorgelegte Broschüre enthält Hinweise und Handlungsempfehlungen im Checklistenformat für die AkteurInnen im Land und in den Kommunen. „Wir wünschen uns, dass auch das Land hier entsprechend tätig wird und eigene Akzente setzt, um die Kommunen auf diesem Weg zu unterstützen. Die Mittel und Methoden dazu brauchen nicht neu erfunden zu werden, sie sind aus langjähriger Erfahrung bekannt“, so Müller und Kissling unisono.

Staatsvertrag

28. August 2016

taz„Verfahren, ja festgefahren – anders lässt sich die Diskussion um die Verträge, die Niedersachsens rot-grüne Landesregierung mit den Muslimen schließen will, nicht mehr beschreiben. 2006 angeregt durch Niedersachsens ehemaligen CDU-Regierungschef Christian Wulff, verhandeln Kultusministerium und Staatskanzlei nun schon seit zehn Jahren mit dem Schura-Landesverband der Muslime, dem türkischen Moscheeverband Ditib und den alevitischen Gemeinden.

„Die zweitgrößte Glaubensrichtung in Niedersachsen“ sei der Islam heute, hält der rot-grüne Koalitionsvertrag trocken fest: „Daher wollen wir einen Staatsvertrag mit den muslimischen Verbänden schließen, um Regelungen über das Verhältnis des Landes Niedersachsen zu ihnen zu treffen.“

Zwar enthalten die mittlerweile öffentlichen Vertragsentwürfe viele Regelungen, die CDU-geführte Vorgängerregierungen längst festgeschrieben haben – etwa zum islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen oder zur Schaffung eines Instituts für islamische Theologie an der Uni Osnabrück –, andere, wie die Anerkennung islamischer Feiertage etwa zum Ramadan, haben aber eher symbolischen Charakter: Muslime sollen lediglich das Recht bekommen, bei…“

[weiter bei der taz[

1,50

28. August 2016

Heute ist Sonntag, der Tag bei ebay. Da hilft es manchmal, sich twas zu informieren, was zulässig ist und was nicht. „Shill Bidding“  beispielsweise. das hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden. Im lawblog steht, was  das bedeutet:

ebayWer bei ebay auf eigene Artikel bietet und damit den Preis treibt, geht ein hohes Risiko ein. Kommen die Eigengebote nämlich raus, können unterlegene Käufer Schadensersatz verlangen. So erhält ein ursprünglich gescheiterter Käufer eines VW Golf jetzt nach einem Gerichtsurteil knapp 16.000 Euro Schadensersatz, weil ihm das Auto nur wegen unzulässiger Eigengebote durch die Lappen gegangen ist.

Der Bundesgerichtshof beschäftigte sich jetzt erstmals mit dem sogenannten „Shill Bidding“ bei ebay und auf anderen Plattformen. Das Ergebnis fällt denkbar nüchtern aus: Scheingebote, die der Verkäufer selbst abgibt oder abgeben lässt, zählen nicht. Vielmehr kommt derjenige Bieter zum Zuge, der das letzte „echte“ Höchstgebot ohne Manipulation abgegeben hat.

In dem entschiedenen Fall lautete das Gebot auf 1,50 Euro, als der Verkäufer anfing, über einen Zweitaccount den Preis in die Höhe zu treiben. Der echte Kaufinteressent bot zwar bis zu 17.000 Euro mit, dennoch gilt nach Auffassung des Bundesgerichtshofs nur sein niedrigstes, unbeeinflusstes Gebot. Das waren eben jene 1,50 Euro.

Dass der Käufer für den schon anderweitig verkauften Wagen jetzt rund 16.000 Euro für „nichts“ bekommt, spielt nach Meinung des Gerichts keine Rolle. Schon früher hat der Bundesgerichtshof geurteilt, dass niedrige Startpreise gerade den Reiz von Auktionen ausmachen. Wer mit niedrigen Startpreisen Kunden anlocke, müsse auch das Risiko für den Fall tragen, dass mangels Nachfrage Schnäppchenjäger zuschlagen (Aktenzeichen VIII ZR 100/15).

Anklam

27. August 2016

Fischer (BGH)

27. August 2016

FischerSignatur „Man muss seine langen Kolumnen wirklich bis zum Ende lesen, um festzustellen: Einen solchen Beitrag zum rechtspolitischen Diskurs hat es bisher noch nicht gegeben. Er bereitet schwierige Jurathemen populär auf, nur eben nicht als Volkshochschulkurs, sondern als Anleitung zum kritischen Denken. Fischer schreibt mit der intellektuellen Brillanz eines Juristen, der Sinn, Grund und Grenzen des Strafrechts gedanklich durchdrungen hat wie kaum jemand sonst.

Und er formuliert mit einer feuilletonistischen Leichtigkeit, wie sie in der Juristenwelt noch nicht gesehen wurde. Irgendwo zwischen Assoziation und Abstraktion. Er liebt es, die Leser aufs Glatteis scheinbar festgefügter Begriffe zu führen, wie Schuld, Verantwortung, Ehre. Seine Pointen sind wunderbar schräg.

Wahrheit – „ein Begriff, der im Nichts ruht“. Beweis – „ein dreibeiniger Hund in einer Bar am Mittelmeer: ein bisschen guter Wille, zu viel Pastis“. Oder Wahn: Hat jemand, der „Stimmen“ hört, automatisch einen Wahn, fragt er die Leser. „Haben Sie einmal einen Blick in die Bibel geworfen? Erinnern Sie sich, wie viele Stimmen da mal hier, mal da erschallen, aus den blauen Himmeln, einem kleinen Kumuluswölkchen, einem brennenden Dornbusch?…“

Klare Sache: Lesebefehl!