Außenwelt

21. Juli 2016

Ein lokaler Zwischenruf:

Gestern hat wieder eine kleine Schar Arbeiter Leitungen im Bereich des gesperrten Kreisverkehrs Burgstraße/Wilhelmstraße/Rosemeyerstraße verlegt – etwa acht Stunden, dann war Schluss. Außerdem ist immer ab Freitagmittag bis Montagmorgen Arbeitsstopp. Die Baustelle an einem zentralen Punkt unseres Städtchens und damit die Sperrung der Burgstraße zieht sich ausgesprochen träge und zäh, was vorhersehbar war und was vorhergesagt wurde. Es war klar, dass täglich Tausende (!) durch die Sperrung genervt, belästigt und und behindert werden. Als ich dazu zu Beginn der Baustelle Kritik übte, wurde ich öffentlich belehrt. Es sei ja etwas anderes, körperliche Arbeit zu leisten als im Büro oder in einer Redaktion zu sitzen, und wenn es schneller gehen solle, sei bald alles wieder kaputt – Argumente aus dem wohlfeilen Almanach „Dummdreistes aus dem Schatzkästlein des 19. Jahrhunderts“. Die Twitterdiskussion ist hier teilweise nachzulesen.

Notwendig ist die Frage, weshalb nicht in zwei Schichten gearbeitet wird: 16 Stunden am Tag und jedenfalls auch samstags; Immerhin kommt nach den Leitungsarbeiten noch die Grunderneuerung der Straßenoberfläche, die ebenfalls Wochen dauern soll. Würde mit mehr „Manpower“ gearbeitet, wäre heute die Baustelle nahezu fertig. Stattdessen alles zusammen: 7 Wochen für 100m Straße. Und hinterher stehen dann die Verantwortlichen (übrigens nie die bauausführenden Arbeiter!) strahlend auf ’nem Farbfoto in der Lokalpresse, was sie doch für tolle Hechte sind, dass jetzt die XY-Straße wieder in Ordnung ist, usw usw. Man kennt das zur Genüge und es ist und bleibt einfach nur doof.

 

Also, liebe Stadtverwaltung Lingen: Warum so träge? WARUM GEHT DAS NICHT MIT MEHR EINSATZ? BÜRGERFREUNDLICHER? MIT MEHR RÜCKSICHT?! Man könnte wirklich den Eindruck gewinnen, dass es Euch wurscht ist.

Doris Lindhaus hat diesen Eindruck offenbar. Sie arbeitet in einem  Einzelhandelsbetrieb in der Burgstraße und ist faktisch ohne Arbeit. „Abgeschnitten von der Außenwelt“, schreibt sie. Daher hat sie sich heute in einer Leserzuschrift geäußert und ein Konzept für die schönste Straße in unserer Stadt gefordert. Das fehlt total. Jedes ihrer Worte stimmt.

 

 

12 Antworten to “Außenwelt”

  1. ulrike said

    Leute, j e d e Baustelle läßt sich in kurzem Zeitraum erledigen.
    Schichtdienst und Sonnabends – Sontags -Arbeit.
    Muß nur geplant und vor allem bezahlt werden.
    Bei letzterem liegt der Hase im Pfeffer.
    Beim Bezahlen.

  2. CTS said

    Ach so…und eine Schicht muss nicht bezahlt werden?:)))
    Da liegt gar kein Hase im Pfeffer…reine Denkfehler 😉

  3. Wir haben ja letztes Wochenende auch schon über meine Probleme mit dieser Baustelle bei einem(??) schönen Gläschen,auf Lingen’s guter Stube,gesprochen.Doris hat es hervorragend Heute in die Presse gebracht.Es ist schon leicht existensschädigend über so lange Zeit.Es wäre auch schön gewesen,wenn sich im Vorfeld mal jemand bemüht hätte, um eine Runde zu den betroffenen Betrieben zu drehen.

    • Simon Böhm said

      Dann aber bitte nicht nur zu den Betroffenen Geschäften bzw. Betrieben gehen! Auch zu den Betroffenen Anwohnern gehen denen 8 Stunden Lärm am Tag mehr als reichen!

      • Fürstenberg said

        Eure Situation ist natürlich auch nicht schön,Simon.Ist halt ne schwierige „Baustelle“für alle Betroffenen.

  4. Simon Böhm said

    Als Anwohner der Burgstraße bin ich direkt in die Baustelle mit involviert. Ob ich will oder nicht! Abschalten, was man bei dem warmen Wetter ja gerne tut, kann ich bei dem Lärm nicht. Da reichen 8 Stunden vollkommen. Würden die Bauarbeiter im 2 Schichtsystem arbeiten könnte man als Anwohner seine Ruhe nach 16 Uhr auch nicht mehr genießen. Ich finde das schon in Ordnung so wie es ist! Und wer in die Burgstraße zu einem Geschäft will der kommt da auch hin, zum Beispiel über den Pferdemarkt oder durch die Baustelle hindurch gibt es für Fußgänger und Radfahrer auch Wege!

    • Nach 16 Uhr die Ruhe genießen? Das glaube ich nicht; denn durch den Straßenverkehr an dieser Stelle ist doch immer ganztags „Lärm“. Letztlich hat eine Abwägung zwischen den Belastungen stattzufinden, die die Verkehrsteilnehmer, Geschäftsleute und Anwohnern haben.

      • Simon Böhm said

        Der „Lärm“ den die Autos verursachen ist aber bei weitem nicht so schlimm wie der Lärm der von der Baustelle kommt! Das ist schon ein Riesen Unterschied! Zudem kann man die Geschäfte in der Burgstraße auch noch bequem über den Pferdemarkt erreichen. Sowohl als Auto- als auch als Radfahrer.

        • Hans Schmidt said

          Ich bin überzeugt, Sie hören den Verkehrslärm gar nicht mehr, weil Sie sich längst an ihn gewöhnt haben. Der Baustellenlärm ist ungewohnt; daher empfinden sie ihn auch so.

    • Simon Böhm said

      Ich finde man muss die Kirche im Dorf lassen. Immerhin sind 8 Stunden Arbeit normal. Bei vielen anderen Arbeitnehmer ist das nicht anders. Zudem sind die netten Herren jetzt fertig. Ab Montag übernimmt das Tiefbauamt 😁

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