aus dem Traum

20. Juli 2016

MarenKockMittelstreckenläuferin Maren Kock (Foto lks, via FB) sollte in drei Wochen in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen starten. Sie hatte zwar „die Quali“ nicht ganz geschafft. Doch der internationale Leichtathletikverband  IAAF als Ausrichterin der Leichtathletik hatte Sorge, die 1500m-Vorläufe nicht besetzen zu können. Immerhin hatten die Besucher der Olympischen Leichtathletikveranstaltungen aber sehr viel Geld für Tickets ausgegeben. Da wurde sie dann nachträglich nominiert.

Sinn des Ganzen war, jeden olympischen Wettbewerb mit der von der IAAF gewünschten Teilnehmerzahl „voll zu machen“. Bei einigen, wenigen Wettbewerben waren es am Ende zu wenig Athleten, die die Norm erfüllt hatten. Der fehlende Rest sollte deshalb anhand einer speziellen IAAF Bestenliste, umfassend den internationalen Qualifikationszeitraum vom 1.1. 2015 bis 12.7.2016, mit den nächstbesten Athleten/Innen im Ranking (die Listen sollen am 13. Juli auf der IAAF Seite erscheinen) aufgefüllt werden. Unter diesen wenigen Wettbewerben war die für die LG Telis Regensburg startende Lingener Athletin Maren Kock über die 1500m. [mehr…].

Gestern nachmittag nun das „Kommando zurück“. Die nachnominierten vier Leichtathleten mit knapp verpasster Norm seien vor einer Woche vom DOSB nur „unter Vorbehalt nominiert“ für den Fall, dass der Leichtathletik-Weltverband IAAF zusätzliche Einladungen aussprechen würde. Konkret betraf diese Regelung neben Maren Kock (LG Telis Finanz Regensburg) auch Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) über 1.500 Meter, Charlene Woitha (SCC Berlin) im Hammerwerfen sowie Tobias Giehl (LG Stadtwerke München) über 400 Meter Hürden. Diese Zusatzplätze stehen nun, schreibt der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) doch nicht zur Verfügung, auch nicht für den 1.500-Meter-Läufer Timo Benitz (LG Farbtex Nordschwarzwald), den der DOSB am Freitag ebenfalls unter Vorbehalt nominiert hatte.

Ein vorläufiges Fazit: Es ist nicht nur reichlich brutal sondern vor allem unfair, was der DOSB und die anderen Verbände da mit der jungen Frau aus Brögbern (und ihren Leidensgenossen) treiben. Maren Kock reagierte gestern auf ihrer Facebookseite sportlich-tapfer und mit einer Liebeserklärung an ihren Freund Florian Orth, der in Rio am Start ist. Sie schrieb:

Aus dem Traum aufgewacht !!!
Nachdem der DLV es nun offiziell bekannt gegeben hat, möchte ich nun auch ein paar Zeilen schreiben…
Für mich wird es nun wohl doch leider nicht zu den Olympischen Spielen nach Rio gehen. Wir haben die letzte Chance, über sogenannte Quotenplätze einen Startplatz zu bekommen, versucht zu nutzen.
So richtig verstehen kann ich es aber immer noch nicht. Ein Hin und Her, zumal es anfangs eine offizielle Nominierung gab, sowohl von Verbandsseite als auch vom DOSB, vielleicht nur unter Vorbehalt, dann aber hieß es, es wäre sicher.
Kommunikation war hier noch nie eine Stärke. Nun also nicht, irgendwie ein Alptraum oder einfach Aus des schönen Traums, der leider nur eine Woche andauerte… Das muss erstmal ein paar Tage verdaut werden. Ich bin gespannt auf die Final Entries der IAAF für Rio 2016.

Trotzdem bedanke ich mich bei allen, die sich zumindest für diese kurze Zeit mit mir gefreut haben und mir auf unterschiedlichen Wegen das haben zukommen lassen. DANKE !
Ich werde die restliche Zeit hier in St. Moritz im Trainingslager versuchen zu genießen und natürlich auch noch weiter trainieren. Denn ein Teil von mir fährt nach Rio und da werde ich alles geben, um diesen zu unterstützen.

mehr bei der NOZ

Foto: Maren Kock Facebook

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