wohltuend

1. Juni 2016

KulturforumMichael

Die Idee, die ehemalige Michaelskirche im Stadtteil Reuschberge künftig nicht mehr dem Verein Kulturforum zu überlassen, sondern dort einen Kindergarten zu eröffnen oder zu erweitern verdient das Vorwort „Schnaps-“ . Dabei lässt mich der Umstand immer wieder den Kopf schütteln, wie herzlich wenig einzelne Zeitgenossen mit Kulturangeboten anfangen können, wenn bspw. vorwurfsvoll „in den sozialen Medien“ über das Kulturforum zu lesen ist, es sei überflüssig und „Was machen die denn eigentlich?“

Nun, vorgestern Abend tagte das Kulturforum in der Kindergartenfrage, und es wurde -ich höre einstimmig- eine Erklärung beschlossen, die ich wohltuend sachlich nenne und die auf alle Fragen die ntowendige Antwort gibt. Vor allem diese: Die Michaelskirche bleibt Kulturforum. Hier der Wortlaut.

„Der Verein „Kulturforum St. Michael“ möchte seine jetzige Arbeit in der umgestalteten früheren St. Michael Kirche fortsetzen. Dies gilt aus heutiger Sicht auch für den Zeitraum über den 31.12.2023 hinaus.

Begründung:

Auf maßgebliche Initiative des vor einigen Monaten verstorbenen Unternehmers Harald Müller wurde vor rund 14 Jahren das Kulturforum St. Michael geschaffen, um die frühere St. Michael Kirche zu erhalten und mit einem eigenen kulturellen Konzept zu nutzen.

Die ehemalige Kirche präsentiert sich heute als moderne Begegnungsstätte für Konzerte, Theater und besondere Projekte. Sie wurde nach ihrem Trägerverein in „Kulturforum St. Michael“ umbenannt. Mit seinem Konzept möchte das Kulturforum in Lingen eine Lücke zwischen größeren und kleinen Kulturbetrieben in einem hierfür geeigneten einzigartigen Gebäude schließen. Dieses Ziel wurde nach Auffassung des Kulturforums auch erreicht. Das kulturelle Angebot in unserer Stadt konnte durch zahlreiche attraktive Veranstaltungen erweitert werden, wobei das Kulturamt der Stadt beteiligt wurde.

Zu erwähnen sind hier u. a. die mehrfache Auslobung eines gut dotierten Jugendkuiturpreises, für den Bewerbungen aus der gesamten Region eingingen und das traditionelle Adventskonzert des „Leipziger Bach Orchesters“. Alle Mitglieder unseres Vereins nehmen ihre Tätigkeit ausschließlich ehrenamtlich wahr.

Bildschirmfoto 2016-05-31 um 22.19.49In vertrauensvoller Zusammenarbeit wurde zwischen der Eigentümerin des Grundstücks – der Kirchengemeinde St. Bonifatius – und dem Trägerverein ein Nutzungsvertrag über 10 Jahre abgeschlossen, der im Jahre 2012 um weitere 10 Jahre bis zum 31.12.2023 verlängert wurde. Deutlich mehr als 200.000,00 € wurden für eine Bestuhlung anstelle der Kirchenbänke, eine neue Bühne mit einer modernen Beleuchtung und weitere Umbaumaßnahmen aufgewendet. Öffentliche Mittel wurden hierfür nicht in Anspruch genommen. Die Firma Müller (Emco Group) hat hierfür alle Kosten übernommen, die nicht durch Eintrittsgelder oder kleinere Spenden gedeckt wurden. Dies gilt auch für die Kosten des laufenden Betriebes, die jährlich eine namenharte Summe ausmachen. Der Verein bewertet diese Unterstützung als besonders erwähnenswert.

Die Firma Emco Group wird auch nach dem frühen Tod von Harald Müller ihre finanzielle Unterstützung weiter leisten. Der geschäftsführende Gesellschafter der Firma, Herr Christian Gnaß, hat dankenswerter Weise den Vorsitz im Trägerverein übernommen und,damit auch persönlich sein Engagement für das Kulturforum bekundet.

Das Verhältnis zwischen der Kirchengemeinde St. Bonifatius und dem Verein Kulturforum St. Michael war immer vertrauensvoll. Der Pfarrer der Kirchengemeinde hat erheblich zur Gründung des Trägervereins beigetragen. Auch das Miteinander des auf dem Grundstück befindlichen Kindergartens der Kirchengemeinde St. Bonifatius mit unserem Verein war stets von gutem Einvernehmen getragen. Die derzeit in Aussicht genommene Erweiterung des Kindergartens dürfte nach Auffassung des Vereins auch ohne Inanspruchnahme des Kirchengebäudes auf dem rund 7.000 qm großen Grundstück möglich sein.

Wegen des besonderen Zuschnitts des früheren Kirchengebäudes und seiner spezifisch technischen Ausstattung ist der Betrieb des Kulturforums nicht auf andere Räumlichkeiten in der Stadt zu übertragen. Die umgestaltete Kirche ist somit das Fundament für die weitere Arbeit des Kulturforums. Wenn dem Verein das Kirchengebäude entzogen würde, würde dies nach Einschätzung seiner Mitglieder das Ende des Kulturforums bedeuten.

(Foto: © Kulturforum St. Michael, Lingen (Ems))

2 Antworten to “wohltuend”

  1. Man kann doch aus so einem Haus keinen Kindergarten machen, wenngleich ich mich allerdings auch frage, ob in so einer Stadt wie Lingen eine wirkliche Auslastung des Gebäudes möglich wird.

  2. Tiger,T said

    Ich wundere mich über die „moderate Zurückhaltung“ des Blogbetreibers!
    Denn:
    Der Versuch der Stadtverwaltung aus dem Kulturforum eine KITA zu machen, ist ein recht durchsichtiges Manöver:
    Der zuständige Fachbereich findet ene Lösung für seine schläfrige Planung („Emsauen“park“ vergessen) und liquidiert gleichzeitig eine Konkurrenzspielstätte für Halle IV und das Theater Wilhelmshöhe.
    Aus Sicht der Stadt eine „win-win-Situation:(siehe Defizite bei den von der Stadt betriebenen Event-Locations einschl. der Arena: andere Frage – WelcheFehlbeträge fahren eigentlich die die von Krebs und Epping selbst organisierten Events ein??? Der zuständige Ausschusss warnte ja nur lt LT: “ Florian, ,,,“, Zahlen fehlten!?).
    Zum Glück sind die Macher des Kulturforums der Stadtverwaltung nciht auf den Leim gegangen!

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