1,8 Millionen

26. Mai 2016

NiederlandeVorgestern las man in der NOZ, die in unserem Städtchen als Lingener Tagespost daherkommt, eine Leserzuschrift, in der Kanzlerin Merkel angegriffen wurde, weil sie seit 11 Jahren daneben liege. Sicherlich muss man die Politik Merkels nicht gut finden. Doch ganz so schlimm kann’s nicht sein. Bei allem Verständnis dafür, dass es bei vielen immer noch eher mau ist, was geändert werden muss: Hierzulande geht es wirtschaftlich seit Jahren gut. Daran musste ich denken, denn eben las ich diese NiederlandeNet-Information über unsere Nachbarn im Westen:

„Im kommenden Jahr sind womöglich 1,8 Millionen Senioren und Arbeitnehmer in den Niederlanden von Rentenkürzungen betroffen. Viele Rentenfonds kämpfen seit geraumer Zeit mit finanziellen Problemen aufgrund niedriger Zinsen und schlechter Renditen im Anlagengeschäft.

Schätzungsweise 1,8 Millionen Rentnern und Arbeitnehmern in den Niederlanden drohen ab dem kommenden Jahr Rentenkürzungen. Dies teilte die Staatssekretärin für Soziale Angelegenheiten, Jetta Klijnsma, in einem Brief an die Tweede Kamer mit. Die Staatssekretärin verwies dabei auf einen Bericht der aufsichtshabenden Behörde De Nederlandsche Bank (DNB) vom vergangenen Freitag. Aus diesem Bericht geht hervor, dass die Rentenfonds aufgrund finanzieller Probleme ihre Rentenausgaben im kommenden Jahr vermutlich kürzen müssen. Bislang sind 27 Rentenfonds betroffen. Sie müssen ihre Renten im nächsten Jahr um 0,5 Prozent senken, bei einer durchschnittlichen Rente von monatlich 1.100 Euro sind dies 5,50 Euro.

Bislang sind die fünf größten Rentenfonds, ABPZorg en WelzijnMetaal en Bouw, noch nicht von eventuellen Kürzungen betroffen. Ob dies so bleibt, wird sich erst im Dezember diesen Jahres zeigen. Die Staatssekretärin zeigte sich diesbezüglich optimistisch: „Grundlage dieser Daten ist der 31. März. Die Deckungsgrade [Anm. d. Red: das Verhältnis von Vermögen zu finanziellen Verpflichtungen] sehen inzwischen ganz anders aus. Es kann sich also wandeln.“ Eventuelle Zinssteigerungen, welche den Rentenfonds zu Gute kämen, will die Staatssekretärin noch nicht ausschließen.

Grund für die finanziellen Engpässe der Rentenfonds sind niedrige Zinsen und schlechte Renditen im Anlagengeschäft. Bereits im vergangenen Jahr hatten viele Rentenfonds nur unzureichende Deckungsgrade: 84 Prozent der insgesamt 220 Rentenfonds verfügten nicht über ausreichende finanzielle Mittel, um den gesetzlichen Regelungen zu entsprechen. Sie mussten der aufsichtshabenden Behörde DNB einen Rettungsplan vorlegen. Im vergangenen Quartal waren die Deckungsgrade weiter gesunken: von 102 Prozent auf 96 Prozent. Gesetzlich vorgegeben sind 104 Prozent. Sollte der Trend sich weiter durchsetzen, könnten im kommenden Jahr 200 Rentenfonds betroffen sein.

Dies wäre nicht das erste Mal, dass Renten gekürzt werden müssen. In den vergangenen Jahren konnten die Renten kaum noch Schritt halten mit der wachsenden Inflation.“

ps. Hier die deutschen Zahlen.

[gefunden bei Niederlande.net; Foto: EM Aus für die Elftaal © web.de|

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s