Buzzfeed

16. Mai 2016

Felix von Leitner („Fefe“) schreibt in seinem Blog:

Liebe Leser, ich möchte heute mal einen Gedankengang mit euch teilen, der mir seit ein paar Wochen durch den Kopf geht.

Über Filterblasen ist ja schon viel gemeckert worden, aber mir geht es jetzt nicht um den Aspekt, dass man andere Meinungen nicht mehr sieht. Darüber kann man auch geteilter Meinung sein, ob das gut oder schlecht ist, oder wie gut oder schlecht das jetzt ist.

Mir geht es um ein Konzept, was ich ein schwer zu erklären finde, daher mache ich es an einem Beispiel. In meiner Kindheit gab es in Zeitungen Kino-, Literatur- und Theaterkritiken. Die Kinokritiken habe ich gelesen, die Literatur- und Threaterkritiken habe ich weitgehend ignoriert. Hat mich nicht interessiert, fehlte mir die Vorbildung oder der Bezug, was auch immer. War meine Entscheidung. Aber die Zeitung hat mir nur durch die Präsenz dieser Kritiken vermittelt, dass Literatur und Theater wichtige Werte in der Gesellschaft sind, und später in meinem Leben habe ich mich dem dann gewidmet.

Mein Kumpel Erdgeist schlägt den Begriff „Kollateralbildung“ für diesen Effekt vor. Ich finde das Wort super.

Was ich jetzt sagen will: Wenn die Zeitungen alle nur noch Buzzfeed nachbauen und nur noch Artikel bringen, die die große Mehrheit klicken würde, dann fällt die Kollateralbildung weg.

Immanuel_Kant_signature.svgUnd es geht mir hier nicht nur um Bildung, sondern um Kognition allgemein. Wie kann ich über etwas nachdenken, wenn ich das Konzept hinter der Fragestellung schon gar nicht kenne?

Säbeln wir uns hier gerade unseren eigenen Sehnerv kaputt?

Das ist eine ausgesprochene Gruselvorstellung für mich. Es ist ja eine Sache, wenn ich Dinge kenne aber ignoriere. Aber wenn ich sie gar nicht erst kenne, dann wird mir die Entscheidung genommen, ob ich mich für sie interessieren will oder nicht.

Nach Kant geht es bei der Aufklärung um die Überwindung der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Sind wir hier gerade dabei, aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit eine fremdverschuldete zu machen?

Der Rückbau der Aufklärung, sozusagen?

 

 

Engländer

16. Mai 2016

Der Countdown zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich läuft. Rund einen Monat vor dem Start bringt sich nach Adidas, Mercedes und Bitburger auch DFB-Partner Lufthansa werblich in Stellung. Im Mittelpunkt des TV-Spots: Die Mutter aller Fan-Rivalitäten. Den Clip dürfte sogar der eine oder andere Engländer lustig finden.

(Quelle)