ZARA

18. Februar 2016

ZARAZu meinen wundersamen Erkenntnissen zählt, wie wenig in den Wirtschaftsteilen aller Medien eigentlich über die sog. reale Arbeitswelt zu finden ist – aktuell zum Beispiel über die Kritik der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an geplanten Filialschließungen und dem Umgang mit den Zara-Beschäftigten bei der trendigen spanischen Textilmodekette Zara. Der Konzern steht bereits seit Jahren ganz unmodisch wegen seiner Arbeits- und Produktionsbedingungen, der Flucht aus der Mitbestimmung oder der sog. Steuervermeidung in der Kritik. Und niemand erfährt davon.

Jetzt gibt es eine neue Runde: „Beschäftigte verunsichern und keine adäquaten Ersatzarbeitsplätze anbieten, um langjährige Mitarbeiter loszuwerden und so Kosten zu sparen – das scheint aktuell das Motto bei der Textilmodekette Zara zu sein. Bundesweit plant Zara derzeit fünf Filialschließungen (zwei in Köln, eine in Berlin, eine in Hamburg sowie die Filiale in Chemnitz). Betroffen davon sind insgesamt rund 180 Beschäftigte…“ Die ver.di-Pressemitteilung vom 15.02.2016 gibt weitere Informationen:

•    „Die Kölner Filiale Hohe Straße soll zum 31. Juli 2016 geschlossen werden. Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan laufen. In der Filiale arbeiten rund 55 Beschäftigte.
•    Für die Kölner Filiale Ehrenstraße hat Zara die Schließung bekannt gegeben, ein genauer Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest. Interessenausgleich- und Sozialplanverhandlungen haben noch nicht begonnen. In der Filiale arbeiten rund 23 Beschäftigte, rund 16 davon mit unbefristeten Verträgen.
•    In Hamburg Altona soll die Filiale Ottenser Hauptstraße zum 30. Juni 2016 geschlossen werden. Interessenausgleich- und Sozialplanverhandlungen laufen bereits. In der Filiale arbeiten 37 Beschäftigte, davon 26 unbefristet.
•    In Berlin soll die Filiale in den Potsdamer Platz Arkaden zum 31. März 2016 geschlossen werden. Die Interessen- und Sozialplanverhandlungen sind bereits abgeschlossen. In der Filiale arbeiten rund 35 Beschäftigte.
•    In Chemnitz schließt die Filiale in der Straße der Nationen in der ersten Jahreshälfte 2016. Vor Ort existiert kein Betriebsrat, damit auch kein Ansprechpartner für Interessenausgleich- und Sozialplanverhandlungen. In der Filiale arbeiten rund 30 Beschäftigte.“

Insgesamt gilt:
Bei Zara ist gerade der Teufel los: Kündigungsbegehren gegen den Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats, Kündigungsbegehren gegen den Sprecher des Wirtschaftsausschusses, Kündigung einer potentiellen Wahlbewerberin in Ludwigsburg und massive Behinderung der Betriebsratswahlen in Kassel.

Am kommenden Samstag, 20.2., gibt es um 12:00 Uhr eine von ver.di organisierte und angemeldete Demo vor der schließenden Filiale in Hamburg Altona! Und schpn heute merkt man, wie wenig trendig der Umgang der ZARA-Chefebene mit ihren Arbeitnehmern und deren Rechten ist.

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