gute Küche

2. Januar 2016

KieselingWer noch einmal ausgesprochen gut in Lingen essen will, muss sich sputen. Viereinhalb Jahre ist es Koch Jan Kieseling in Lingen gelungen, im Ratskeller gute Küche an den Mann und die Frau zu bringen. Jetzt ist Schluss und das kurz nachdem unter seiner Ägide das Restaurant neben dem historischen Rathaus in die Höhen der 500 besten Speisegaststätten der Republik aufgestiegen ist.

Diese schlechte Nachricht zum Jahresbeginn ist allerdings noch nicht alles. Denn der Ratskeller schließt offenbar ganz. Noch im alten Jahr, am 30. Dezember, hat die „Ratskeller GmbH & Co. KG“ als Betreiberin allen Angestellten zu Ende März gekündigt. Man darf über diese Entwicklung traurig sein. Denn richtig gute Küche ist in unserem Städtchen die absolute Ausnahme. Bei den zahlreichen Lokalen dominieren die Mikrowelle („Achtung, der Teller ist sehr heiß!“),  vorgefertigte Convenience-Produkte („Speckbohnenröllchen“) oder panierte Schnitzel der Marke Groß & Geschmacksneutral. Der Ratskeller war da ganz anders, bot ausgesprochen feine Küche mit erlesenen Getränken und deshalb ist es schlecht für unsere Stadt, dass es seine Esskultur künftig nicht mehr gibt.

Jan Kieseling beginnt übrigens am 1. März bei der Kanne-Gruppe in Dersum, die sich der Systemgastronomie und sonst mancherlei verschrieben hat, das nicht typisch Emsländisch ist.

ps Übrigens bevor die Diskussion beginnt, immer dran denken: Mercedes ist teurer als Nissan Micro.

 

(Foto Jan Kieseling; via Facebook)

Noch’n Rückblick

2. Januar 2016

Noch’n Rückblick auf 2015, zu dem man sich etwas Zeit lassen muss und darf. Denn die
Fnord NEWS Show 2015 [32c3] lohnt sich wirklich, mit Felix von Leitner alias Fefe und Frank Rieger.

Kriegsgefangene

2. Januar 2016

Ungefähr 11.000 niederländische Militärangehörige gerieten im 2. Weltkrieg in deutsche Kriegsgefangenschaft. Ihnen haben das Niederländische Institut für Militärgeschichte (NIMH) und das Nationaal Comité 4 en 5 mei nun eine Internet-Ausstellung gewidmet. Neben allgemeinen Informationen finden sich dort auch die Biografien von drei niederländischen Armeeangehörigen. Ihre sehr unterschiedlichen Geschichten stehen in der virtuellen Ausstellung stellvertretend für das Schicksal zehntausender niederländische Militärangehörige.

NIHM„Die Literatur, in der spannende Fluchtgeschichten dominierten, hat die Sicht auf dieses Thema lange bestimmt“, heißt es im einleitenden Text zur Ausstellung. „Die Wirklichkeit sah jedoch komplexer aus.“ Während (Reserve-)Offiziere aufgrund der Genfer Konvention nicht zur Zwangsarbeit herangezogen werden durften, kamen viele rangniedrigere Militärangehörige in sogenannte Arbeitskommandos. Mithilfe persönlicher Zeichnungen, Briefe, Dokumente und Fotos aus der Sammlung des NIMH verdeutlicht die Ausstellung diese Kontraste beim Thema Kriegsgefangenschaft.

So begegnet der Ausstellungsbesucher dem 20-jährigen Kunststudenten Frits Henderickx, der als wehrpflichtiger Soldat zwei Mal in deutsche Kriegsgefangenschaft gerät, in ein Arbeitslager verbracht wird und nur mit knapper Not Entbehrung, Krankheit und schwere Arbeit überlebt. Ganz anders stellt sich hingegen die Geschichte von Hans Larive, Leutnant zur See, dar. Er entkommt nach mehreren Fluchtversuchen 1941 tatsächlich aus der Kriegsgefangenschaft. Über die Schweiz flüchtet er nach England, wo er Kommandant der neunten Motortorpedoboot-Flotte wird. Sowohl England als auch die Niederlande zeichnen Larive nach dem Krieg mit hohen militärischen Orden aus.

Wer des Niederländischen mächtig ist, erfährt auf der Website, auch sehr viel darüber, was die Zeit der deutschen Besetzung für niederländische Militärangehörige bedeutete. So mussten beispielsweise alle niederländischen Berufssoldaten eine „ehrenwörtliche Erklärung“ unterschreiben, dass sie sich künftig nicht mehr an Kämpfen gegen die Deutschen beteiligen würden. Zurückkehrende Kriegsgefangene wurden deshalb von der niederländischen Bevölkerung häufig als Kollaborateure betrachtet.

Die Website ist übersichtlich und ansprechend gestaltet, mehr Video- oder Audiodateien mit Zeitzeugen, oder interaktive Landkarten hätten dem Ganzen jedoch sicherlich gut getan. Daneben kann kritisiert werden, dass die Ausstellung leider Besuchern ohne Niederländischkenntnisse verschlossen bleibt.

Die virtuelle Ausstellung finden Sie hier: Nederlandse Krijgsgevangenen 1940-1945

Mehr über die Zeit des Zweiten Weltkriegs erfahren Sie im Niederlande-Net-Dossier Die Geschichte der Niederlande 1940-1945

(Ein Beitrag vpn  Angelika Fliegner auf Niederlamde.Net: Fotp: Screenshot der digitalen Ausstellung Nederlandse Krijgsgevangenen 1940-1945, Quelle: tweedewereldoorlog.nl/krijgsgevangenen/)

verstehe

2. Januar 2016

Sofort im neuen Jahr klarstellen, was ist. Verstehe.

fluechtlinge

Quelle Kurfürstlich Kurpfälzische Antifa