15000

10. Dezember 2015

ThiloSchäckKollege Thilo Schäck (Osnabrück) schildert „den Fall“, der seinen Anfang am 8. August 2014 nahm. An diesem Freitagmorgen wurden in Osnabrück gegen 2.15 Uhr nahe der „Kleinen Freiheit“ an der Hamburger Straße zwei junge Männer mit Pfefferspray besprüht. In einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss steht, die Geschädigten hätten im Gesicht und am Oberkörper erhebliche Hautreizungen erlitten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Beide konnten das Krankenhaus allerdings schnell wieder verlassen – ohne bleibende Schäden und vor allem auch ohne jedes Interesse an einer Strafverfolgung. Sie stellten keinen Strafantrag und waren bei den folgenden Ermittlungen ziemlich unkooperativ  – aber der Ältere der beiden Geschädigten ist ein bekannter Rechtsextremist aus dem östlichen Landkreis Osnabrück.

Ob es deshalb so kam, wie es kam? Man weiß es (noch) nicht. Jedenfalls beantragte die Osnabrücker Polizei fünf Tage später beim zuständigen Amtsgericht eine Funkzellenauswertung beantragte. Und sie bekam das OK des für seine flotten Genehmigungen strafprozessualer Zwangsmaßnahmen in Verteidigerkreisen nicht unbekannten Ermittlungsrichters. Die Polizei führte die ihr erlaubte Funkzellenauswertung durch, erfasste die Daten von rund 15.000 Handys und Personen und wertete sie aus! Schäck: „Diese 15.000 Personen wurden nicht einmal im Nachhinein über diese Maßnahme informiert, geschweige denn auf Ihre Rechte hingewiesen.“

Von diesen 15.000 Handys filterte die Polizei rund ein Dutzend als der linken Szene angehörend bekannte Personen raus. Bei diesen wurde dann überwiegend eine Hausdurchsuchung durchgeführt – ebenfalls mit dem OK des Osnabrücker Amtsgerichts.

Thilo Schäck: „Viel mehr hatte die Polizei nicht. Kann das reichen, um die Handydaten von 15.000 Personen auszuwerten und bei mehreren Personen eine Hausdurchsuchung durchzuführen? Meine Vorstellung von Rechtsstaat ist eine andere, und die der Strafprozessordnung meiner Ansicht nach auch.“ Der Strafverteidiger kündigte heute auf seiner Facebookseite an, Beschwerden gegen die Funkzellenauswertung und die Hausdurchsuchungen einzulegen und weiter zu berichten.

Auch der Osnabrücker Strafverteidiger Joë Thérond ärgert sich. „Ich habe über ein paar Bekannte davon erfahren und angeboten, einen der Beteiligten pro bono zu vertreten. Weil mich die Sache einfach aufregt.“ Selbst die betuliche Neue Osnabrücker Zeitung greift den Fall kritisch auf. Sie sieht aber nur die Ermittler in der Kritik, wo doch ein Richter des Amtsgerichts die alleinige Verantwortung für die Funkzellenauswertung trägt.

Katzenjammer

10. Dezember 2015

Katzenjammer
Lingen (Ems)  –  EmslandArena
So 13. 12. ’15 – 20 Uhr

Karten ab 32 Euro zzgl. Geb.

Im März waren Katzenjammer bereits in Deutschland und sind bei ihrer komplett ausverkauften Tour allnächtlich durch die Hallen gefegt, als gäbe es keinen weiteren Abend mehr zu feiern. Dabei ist genau das der Fall: Im kommenden Dezember werden unsere Lieblingsnorwegerinnen eine weitere Tour bestreiten und machen am 13.12. dabei auch Halt in der EmslandArena. Die vier schillernden Multiinstrumentalistinnen veröffentlichten Mitte Januar ihr neues Album „Rockland“, dem Nachfolger ihres Platin-Albums „A Kiss Before You Go“, das bisher ausgefeilteste und versierteste ihrer Karriere. Danach folgte ihre Erfolgsreise durch Deutschland.

Anne Marit Bergheim, Solveig Heilo, Turid Jørgensen und Marianne Sveen rauschten wie gewohnt durch ihr Programm, tauschten stets und ständig ihre rund 20 Instrumente – darunter Gitarre, Bass, Klavier, Bass-Balaleika, Schlagzeug, Mundharmonika, Trompete, Banjo, Akkordeon, Mandoline, Ukulele. Ihre neuen Songs kamen dabei genauso an wie ihre alten Hits wie „A Bar In Amsterdam“ oder das tolle „Land Of Confusion“. Die Ladies sind inzwischen ohnehin weltbekannt für ihre zügellose Bühnenshow und die Freude, die sie an Konzerten und bei ihren Shows verbreiten. Darum freuen wir uns besonders, dass Katzenjammer im Winter wiederkommen, um uns die kalten Tage zu versüßen und zu erwärmen. (Quelle)