Tägliche Ejakulation schützt

31. Dezember 2015

Und auf diese Information von Kraftfuttermischwerk musste die deutsche Männerwelt bis zum vorletzten Tag des Jahres warten. Das ist nicht fair! Auch wenn @das_kfmw aus der Ejakulation gleich einen Orgasmus zaubert…

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(Grafik: Wikimedia, via BoingBoing)

Laut dieser Studie, schützt ein täglicher Orgasmus Männer vor Prostata-Krebs. Wo dieser Orgasmus dann genau herkommt, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Also nur mal so – fürs Protokoll.

The study data showed that the participants who ejaculated more than 21 times a month were at a 22 per cent lower risk of getting the disease. As for how men achieved ejaculation, it is not a requirement to have a sex partner. Whether it be sexual intercourse, nocturnal emission, or masturbation, all are beneficial.

Aus einem Interview mit Dr. Jennifer Rider von der Harvard Medical School, der die Studie durchgeführt hat:

The current study is the largest prospective study to date on ejaculation frequency and prostate cancer. It includes 18 years of follow up of almost 32,000 healthy men, 3839 of whom later were diagnosed with prostate cancer. We asked men about their average monthly frequency of ejaculation between the ages of 20-29, 40-49, and in the year prior to the questionnaire (1991). We find that frequency of ejaculation throughout life course is inversely associated with risk of prostate cancer at all three of these time points. For instance, men who have an average monthly ejaculation frequency of 21 or more times/moth at ages 40-49 have a statistically significant 22% reduction in risk of developing prostate cancer compared to men with a frequency of 4-7 times/month, adjusting for multiple dietary and lifestyle factors, and prostate cancer screening history.

Wissta bescheid!

Zukunft

31. Dezember 2015

Wie man sich 1972 die Zukunft vorstellte: Richtung 2000 – Vorschau auf die Welt von morgen, wie sie damals beim ZDF auf Sendung ging. Guten Rutsch ins neue Jahr! Und nicht so viele „Optimum10“ nehmen… 😉

(Quelle)

Sechs

30. Dezember 2015

Neues aus der Lingener Kommunalpolitik:

Beranek„Der Lingener Ratsherr Jürgen Beranek ist der Fraktion der BürgerNahen im Rat der Stadt Lingen (Ems) beigetreten. Darüber informieren die BürgerNahen in einer Presseerklärung. Die BürgerNahen haben damit ihre Fraktionsstärke im Stadtrat auf nun sechs Sitze ausgeweitet.

Vor drei Wochen hatte Ratsfrau Margitta Hüsken ihren Beitritt zur BN-Fraktion erklärt. „Hurra, es ist ein Mädchen“, jubelten die BürgerNahen angesichts der ersten Frau in der Fraktion. In den letzten Tagen kursierten Gerüchte, dass es auch einen weiteren „Jungen“ gebe. Die sind nun bestätigt:

Der neue Mann in der Riege der BürgerNahen heißt Jürgen Beranek und ist in der Lingener Stadtpolitik wahrlich kein Unbekannter. Seit mehr als 15 Jahren vertritt Beranek die Interessen seiner Wähler im Stadtrat – politisch aktiv ist er schon deutlich länger. Gewählt wurde er als Sozialdemokrat – eine Rolle, die Jürgen Beranek auch in der BN innehaben kann. Der gelernte Einzelhandelskaufmann hat sich ehrenamtlich immer stark engagiert, ob als Gewerkschafter, Betriebsratsvorsitzender, Arbeitsrichter oder Schiedsmann der Stadt Lingen (Ems). Seinen politischen Wechsel begründet Beranek damit, dass es ja eigentlich gar keiner sei. „Aber ich habe in der bisherigen Fraktion keine Wertschätzung meiner Arbeit mehr erfahren.“

„Wir freuen uns über die Entscheidung“, kommentierte der BN-Fraktionsvorsitzende Robert Koop den Beitritt. „Das bedeutet eine Umstruktierung in vielen Ausschüssen. Wo wir bislang alleine saßen, haben wir nun Rückhalt. Auch wenn das zu Lasten der liberalen Fraktion geht.“

Sein Stellvertreter Marc Riße ergänzt ihn: „Über den Beitritt Beraneks freue ich mich auch, aber das bedeutet keinen Linksruck in der BN. Wir sind und bleiben eine unabhängige Wählervereinigung“, stellt Riße klar. Der BN Vorsitzende Reinhard Markus sagte am Wochenbeginn: „Der Beitritt zwei Ratsmitglieder in die BN-Fraktion ist doch ein Zeichen dafür, dass wir in den letzten Jahren nicht all zu viel falsch gemacht haben.““

Kontakt zu Jürgen Beranek: juergen-beranek(at)t-online.de

(Quelle: PM/BN; Foto: Stadt Lingen)

Twente Airport, II.

29. Dezember 2015

Wer dachte, dass das Thema „Twente Airport“ erledigt sei, darf sich wundern und sollte bzw. kann sich wehren.

Udo Buchholz, Fraktionsvorsitzender der GAL-Fraktion im Rat der Stadt Gronau (Foto lks), weist darauf hin, dass nur noch bis zum 4. Januar 2016 Einsprüche gegen aktuelle Pläne für den Flughafen Twente bei Enschede eingereicht werden können. Nachdem Flughafenpläne zur Reaktivierung des früheren Militärflughafen nicht realisiert wurden, droht jetzt doch wieder ein Flughafenbetrieb im Dreieck zwischen Enschede, Hengelo und Oldenzaal und damit neue Umweltbelastungen im Grenzgebiet.

Die Abteilung Oldenzaal der niederländischen Partei GroenLinks fasst die aktuellen Pläne auf ihrer Internetseite zusammen: Die Gemeinde Enschede und die Provinz Overijssel wollen, dass ziviler Flugverkehr auf dem Flughafen Twente ermöglicht wird. Nach derzeitigen Planungen sind pro Jahr rund 250 Flugbewegungen, also Starts oder Landungen, beantragt. Das ist nicht viel, aber es ist zu befürchten, dass die Pläne nur als erste Phase zu sehen sind.

GAL-Fraktionsvorsitzender Buchholz befürchtet: „Offenbar soll Stück für Stück versucht werden, einen umfassenden Flughafenbetrieb im Grenzbereich auf den Weg zu bringen. Wer das ablehnt, sollte noch fristgerecht vom Einspruchsrecht Gebrauch machen!“

Einen ausführlichen Mustereinspruch in niederländischer Sprache hat GroenLinks Oldenzaal verfasst. Zu finden ist er im Netz unter oldenzaal.groenlinks.nl. Einsprüche müssen bis einschließlich 4. Januar 2015 beim Verteidigungsministerium der Niederlande eingereicht werden: Ministerie van Defensie, Hoofddirectie Beleid MPC 58B, t.a.v. drs. E. Kwast, Postbus 20701, 2500 ES Den Haag. Auch Einwendungen per E-Mail oder selbst per Telefon sind zulässig: e.kwast@mindef.nl, Tel. O031-70 318 7701.

Die Unterlagen zum drohenden Flughafenbetrieb können bis zum 4. Januar auch bei der Stadtverwaltung in Enschede eingesehen werden (Hengelosestraat 51, 7514 AD Enschede). Im Internet findet man die Unterlagen hier

Kommunalpolitiker Buchholz kritisiert, dass das aktuelle Genehmigungsverfahren auf der deutschen Seite der Grenze nahezu unbekannt ist. Er wird sich bei dem Städte- und Gemeindeverband Euregio erkundigen, ob das betriebene Verfahren den internationalen Anforderungen entspricht.

(Quelle PM, Foto )

Lemmy Kilmister

29. Dezember 2015

Der Aspekte-Beitrag schließt mit: „Ihr Konzert in Paris übrigens wollen Motörhead im Januar nachholen“. Das wird nichts werden. Frontmann und Ikone Lemmy Kilmister ist heute, nur vier Tage nach seinem 70., an Krebs gestorben. Hier in Lingen sind er und seine Band Motörhead , so weit ich weiß, zwei Mal aufgetreten. EMP sei Dank in 2006 und 2008 und noch in den alten Emslandhallen. Meine Mama sprang damals auf Bitten unseres Nachwuchses ein, als diverse Klamotten von Lemmy und seiner Band gewaschen werden sollten.

Hier ein verwackeltes Stück dieser lokalen Musikhistorie. Lemmy erklärt Rock’n Roll. In Lingen. „war n sau cooler abend“ ist bei Youtube zu lesen. Das war es wohl tatsächlich.

update: Hier eine ARTE-Dokumentation über Lemmy

Silvester im Emslandmuseum

29. Dezember 2015

Silvester im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b

Donnerstag, 31.12.2015  –  14 bis 17 Uhr
Eintritt frei
Zum 11. Mal (!) lädt der Heimatverein Lingen (Ems) am Silvesternachmittag ab 14 Uhr zu einem gemütlichen Jahresrückblick in das Emslandmuseum ein. Neben einem Musikprogramm und verschiedenen Wortbeiträgen steht im Mittelpunkt wieder eine Präsentation alter Fotos aus Lingen.

Andreas_EiynckNeben historischen Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Museums präsentiert Dr. Andreas Eiynck (Foto9 um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr auch erstmals Fotos aus dem Nachlass des 2015 verstorbenen Hartmut Oosthuys. Der begeisterte Archäologe und Heimatforscher hat dem Emslandmuseum nämlich nicht nur zahlreiche seiner Fundstücke, sondern auch etliche tausend Fotos vermacht, mit denen er seit den 1970er Jahren den Wandel des Lingener Stadtbildes über mehrere Jahrzehnte begleitet hat.

Ab 14.00 Uhr stimmen Hans Stoll und Franz Wübben die Gäste mit bekannten Liedern und Schlagern von damals auf das Programm ein, das um 14.30 Uhr von der Heimatvereinsvorsitzenden Hanni Rickling eröffnet wird. Um 15.00 und um 16.00 Uhr beginnt der fotografische Spaziergang durch das alte Lingen. Unter dem Motto „Namen, Häuser, Gassen“ werden Straßen und Plätze, Häuser und Familien von anno dazumal präsentiert.

Kaum zu glauben, wie ländlich manche Ecken in Lingen vor wenigen Jahrzehnten noch waren. Aber rasch setzte ein rasanter Wandel ein. Der Autoverkehr eroberte die Innenstadt, bis seit den 1970er Jahren die heutige Fußgängerzone entstand. Doch auch damit waren viele Veränderungen im Stadtbild verbunden, vom Bau des Inneren Ringes bis zur Neugestaltung der Innenstadt. Gerade diese jüngeren Veränderungen hat Hartmut Oosthuys in seinen Aufnahmen dokumentiert. Als aufmerksamer Archäologe hat er nämlich nicht nur viele Ausgrabungen begleitet, sondern auch die zugehörigen Abbrüche und Neubauten festgehalten. Bei vielen Fotos glaubt man kaum, dass sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Lingen entstanden sind. Durch die Gegenüberstellung der alten Schwarzweißfotos und der späteren Farbaufnahmen seit den 70er Jahren werden 150 Jahre Stadtgeschichte wieder lebendig: alte Geschäfte und Handwerksbetriebe, historische Straßen und Plätze, Eisenbahnwerk und Industrieanlagen.
Das Café im Kutscherhaus lädt am Silvesternachmittag von 14.00 bis 17.00 Uhr zum Besuch ein. Neben Kaffee und Kuchen locken dort auch Silvesterpunsch und frisch gebackene Neujahrshörnchen, die natürlich auch schon auf Silvester schmecken. Auch ein Stand mit interessanten Heimatbüchern steht bereit.
Der Eintritt zur Silvesterveranstaltung ist frei, um eine Spende für die Flüchtlingshilfe wird gebeten. Alle Helfer und Aktiven arbeiten hier ehrenamtlich und der gesamte Erlös kommt Flüchtlingsfamilien zugute, die in Lingen eine neue Heimat suchen. Der Heimatverein lädt alle interessierten Lingener und Auswärtigen zu diesem Silvestertreffen ein.
(Foto Andreas Eiynck; von J.-H. Janßen CC)

Für Hilde

28. Dezember 2015

Am 28. Dezember 1925 wurde Hildegard Knef in Ulm geboren – heute vor 90 Jahren. Noch während des Krieges drehte sie erste UFA-Filme „Fahrt ins Glück“ und „Unter den Brücken“. 1946 stand sie für den ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte vor der Kamera. Victor de Kowa und Boleslaw Barlog holten sie auf die Bühne der Berliner Tribüne und ans Berliner Schlosspark-Theater.

Als „Sünderin“ im gleichnamigen Film von Willi Forst wurde Knef zu Beginn der prüden 50er Jahre schlagartig berühmt. Tausende protestierten, auch in unserem Städtchen, als „Die Sü+nderin“ im Kivekling-Filmtheater gezeigt werden sollte. Die Stadt verbot die Filmvorführung und unterlag später sang- und klanglos vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück.

Mindestens drei Karrieren hatte „die Knef“: als Schauspielerin („Die Mörder sind unter uns“), Chansonsängerin („Für mich soll’s rote Rosen regnen“, „Eins und eins“) und Bestseller-Autorin: Ihre Autobiografie „Der geschenkte Gaul“ verkaufte sich millionenfach in aller Welt.

Cole Porter sah das Talent der Schauspielerin und holte sie an den Broadway, wo sie in dem Ninotschka-Musical „Seidenstrümpfe“ einen der größten Triumphe ihres Lebens feierte – 675 ausverkaufte Vorstellungen von 1954 bis 1956. Hildegard Knef starb in der Nacht auf den 1. Februar 2002 im Alter von 76 Jahren.

Für HildeDie Frau, die sich immer wieder neu erfunden hat, wird bis heute verehrt. So sehr, dass sich deutsche Musiker ihrer Klassiker angenommen haben und jetzt das Album „Für Hilde“ mit 19 Liedern von Hilde Knef herausgebracht haben. Darunter Die Fantastischen Vier, Nisse, Samy Deluxe, Clueso, Johannes Oerding, Miss Platnum, Cosma Shiva Hagen, Mieze, Bela B, Dendemann und Mark Forster geben sich den „Koffer aus Berlin“ quasi wie die Klinke in die Hand. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass das dem „Hildchen“ gefallen könnte.Die junge Alina singt die „Roten Rosen“ und macht fast ein neues Lied daraus.

32C3

28. Dezember 2015

32C3Gestern um 11.00 Uhr wurde in Hamburg der 32. Chaos Communication Congress (32C3) eröffnet. Bis zum 30.12. erwarten die 12.000 Besucher dutzende  Vorträge (Mirror) in vier Sälen parallel und 210 angekündigte Workshops (Mirror) im Congress Centrum. Wer nicht dabei sein kann, findet hier die Live-Streams von den Vorträgen oder kann bei einem der vielen Congress Everywhere Treffen teilnehmen. Wer nicht auf die finalen Veröffentlichung der Vorträge warten will, findet die ungeschnittenen Aufzeichnungen hier.

Fast die gesamte netzpolitik.org-Redaktion ist vor Ort und wird in den nächsten Tagen teilweise selbst Vorträge halten – eine Übersicht dazu gibt es hier. Außerdem sei verwiesen auf unsere netzpolitische Programmauswahl mit Talks, die wir selbst besuchen wollen und die wir euch ans Herz legen, veröffentlicht, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Hälfte des Programms am heutigen Tag ist bereits gelaufen, darunter die inspirierende Keynote von Fatuma Musa Afrah, einer in Deutschland lebenden Geflüchteten aus Somalia und der Vortrag von Anna zum NSA-Untersuchungsausschuss. Die Aufzeichnungen sind demnächst hier verfügbar. Falls das CCC-Wiki übrigens zufällig nicht zu erreichen ist – es gibt eine Übersicht über die Mirrors.

(Quelle netzpolitik.org; Foto: CCH in Hamburg. (CC public domain zero 1.0 via flickr/boklm))

Wunschzettel für 2016

27. Dezember 2015

netzrueckblick-banner

Weil

es dieses Jahr netzpolitisch nicht ganz so rosig aussah, haben die -im wörtlichen wie im übertragenen Sinn- ausgezeichneten Macher von netzpolitik.org darüber nachgedacht, was sie sich für das nächste Jahr in netzpolitischer Sicht wünschen: „Wir wissen, das ist nicht alles realistisch. Aber es ist ja Weihnachten und da wird man ja noch wünschen dürfen.

Hier der Wunschzettel 2016 von netzpolitik.org:

  1. Ausbau von Überwachung stoppen – Wenn die reflexartigen Forderungen nach Überwachung endlich aufhören würden, könnten wir uns endlich einmal mit etwas anderem beschäftigen, als gegen neugeforderte und -eingeführte Überwachungsmaßnahmen anzukämpfen. Wir wünschen uns, dass die politischen Phrasen aufhören, die versuchen, weitreichende Überwachungsmaßnahmen mit dem Anti-Terror-Kampf zu legitimieren und dadurch dpch nicht zu mehr Sicherheit führen.
  2. Echte, wirksame Regeln zur IT-Sicherheit – Das IT-Sicherheitssimulationsgesetz hat im Juli den Bundesrat passiert. Mehr IT-Sicherheit wird uns dabei kaum erwarten, das Gesetz ist voller schwammiger „Definitionen“, gilt nur für den kleinen Bereich der „Kritischen Infrastruktur“ und lässt wirksame Durchsetzungs- und Kontrollmechanismen vermissen. Auf EU-Ebene ist eine eigene Richtlinie verabschiedet worden, die schon etwas besser ist, enthält aber immer noch Lücken und gilt nicht für kleine und mittelständische Unternehmen.
    Wenn Deutschland zum „Verschlüsselungsstandort Nr. 1“ werden soll, ist es noch ein langer Weg. Es ist an der Zeit, Verschlüsselungs- und Sicherheitssoftware zu fördern und die sinnlosen Forderungen nach Hintertüren für Strafverfolger zur Entschlüsselung vertraulicher Kommunikation fallen zu lassen.
  3. Vorratsdatenspeicherung wieder abschaffen – Am 18. Dezember ist das „Gesetz zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten“ in Kraft getreten, nachdem der Bundestag es am 16. Oktober verabschiedet hat. Damit hätten wir Anfang des Jahres noch nicht gerechnet, aber Justizminister Heiko Maas hat sich in Rekordzeit vom Vorratsdatenspeicherungsgegner zur treibenden Kraft in der Wiedereinführung der anlasslosen, massenhaften Speicherung unserer Kommunikationsdaten verwandelt.
    2010 und 2014 gab es höchstrichterliche Urteile, die die deutsche Umsetzung bzw. die europäische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung für unrechtmäßig erklärt haben. Wir sind optimistisch, dass dies wieder gelingen kann und blicken hoffnungsvoll auf Verfassungsbeschwerden gegen die neue deutsche Gesetzesregelung – auch wenn die Mühlen der Verfassungsgerichte sicherlich mehr als ein Jahr brauchen werden, um zu einem Urteil zu gelangen.
  4. Netzneutralität retten – Die Abstimmung der EU-Verordnung in den EU-Institutionen zur Netzneutralität war eine Katastrophe. Statt gesetzlich festgelegter Regeln, die ein diskriminierungsfreies Internet sichern, sind Tür und Tor für ein Zwei-Klassen-Netz, Spezialdienste und die weitere Kommerzialisierung des Internets geöffnet.
    Doch es ist nicht die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken. Es kommt nun auf die inhaltliche Ausgestaltung der Verordnung an und die liegt derzeit in der Hand von BEREC, der EU-Behörde für Regulierungsfragen im Telekommunikationssektor. Daher braucht es weiter und mehr als zuvor öffentliche Aufmerksamkeit und starke Forderungen aus der Zivilgesellschaft, um die Netzneutralität (zurück) zu retten.
  5. Gesetzlicher Schutz von Whistleblowern – Die Ermittlungen gegen Markus und Andre wegen Landesverrats wurden eingestellt, die Ermittlungen gegen die Quelle(n) laufen weiter. Wir brauchen einen gesetzlichen Schutz von Whistleblowern und keine weitere Erschwerung für die, die verantwortungsvoll Missstände an die Öffentlichkeit bringen wollen.
  6. Mehr Aufklärung im NSA-Untersuchungsausschuss – Je weiter der NSA-Untersuchungsausschussvoranschreitet, desto klarer wird, wie sehr unsere deutschen Geheimdienste im Sumpf rechtswidriger Massenüberwachung mit NSA und Co. stecken. Die größten Enthüllungen betrafen die Selektoren, mit denen der BND für die NSA und sich selbst auch europäische Regierungen und „befreundete“ Ziele ausspionierte.
    Bundeskanzleramt und BND versuchen ihrerseits, Aufklärung bestmöglich zu verhindern, doch es wird kaum gelingen, alles unter den Teppich zu kehren. Stück für Stück werden neue Erkenntnisse zu Tage fördern, wie Geheimdienste außer Kontrolle geraten sind. Es bleibt zu hoffen, dass aus den Erkenntnissen des Ausschusses mehr als eine bedeutungslose Geheimdienstreform folgt, die Rechtsauslegungen wie die Weltraumtheorie legalisiert.
  7. Kein neues (Un-)Safe Harbor – Einer der größten Erfolge in diesem Jahr war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Ungültigkeit der Safe-Harbor-Entscheidung. Damit entfällt die pauschale Rechtsgrundlage für Datenübermittlungen in die USA. Dinge müssen neu geregelt werden und wir müssen darauf achten, dass die EU-Kommission nicht einfach ein neues Safe Harbor etabliert, sondern für den Datentransfer in die USA die gleichen Regeln gelten müssen wie für den Rest der Welt.
  8. Zeitgemäße Regelungen zum Urheberrecht – Was wir brauchen ist ein modernes Urheberrecht. Mit einem Recht auf Remix und Möglichkeiten, kreativ mit vorhandenen Werken umzugehen und weniger Beeinflussung durch große Lobby-Verbände. Und wir müssen endlich das gescheiterte Gesetz zum Leistungsschutzrecht in Deutschland loswerden.
  9. Mehr offene Daten, mehr Informationsfreiheit – Deutschland ist Open-Data-Entwicklungsland, es sind kaum Daten von Behörden und anderen öffentlichen Stellen offen verfügbar. Bei Informationsfreiheitsanfragen stoßen wir immer wieder auf Widerstand, Anfragen werden abgelehnt oder mit nichtssagenden Antworten abgespeist. Wir wünschen uns mehr Eigeninitiative von öffentlichen Stellen beim Verfügbarmachen von offenen Daten und mehr Antworten auf Informationsfreiheitsanfragen.
    Ihr könnt mitmachen und eure Informationsfreiheitsrechte gebrauchen. Stellt Anfragen auf fragdenstaat.de oder involviert euch in Projekte mit Offenen Daten. Die Open Knowledge Foundation ist ein guter Anlaufspunkt dafür.
  10. Unsere Arbeit fortsetzen – Wir haben dieses Jahr zwar viele netzpolitische Rückschläge erlitten, aber vor allem durch die Landesverratsaffäre haben wir Leser dazugewonnen, durch die wir noch mehr Menschen erreichen. Also: Wir werden weitermachen, Dokumente veröffentlichen, über wichtige netzpolitische Zusammenhänge schreiben, auch wenn sie nicht gerade viele Klicks generieren. Ihr könnt uns dabei unterstützen, sei es durch Spenden, Dokumente oder Weitererzählen.“

Kronsberg-Cup

26. Dezember 2015

Ein lokaler sportlicher Pflichttermin „zwischen den Feiertagen“: Das Hallenfußball-Turnier des TuS Lingen. In diesem Jahr zum 30. Mal und zwar vom 27. bis zum 29. Dezember. Es hieß früher mal nach Kronsberg oder Vitamalz und jetzt nach Vitamalz oder Kronsberg. Vor allem aber ist es eine runde Sache. Auftakt ist am morgigen Sonntag in der Kiesberghalle um 16 Uhr. [Zum pdf-Spielplan bitte die Einladung anklicken]

TuSLingen