Erbsensuppe

21. November 2015

erbsensuppe_gr TV-Koch Steffen Henssler präsentierte gestern Abend 1500 Besuchern der EmslandArena seine Kochshow mit manch internationalen Gerichten und mit Schützenkönig aD Hubert Germing, der gemeinsam mit Gattin Rita iN Wettrup den Gasthof Schrichte betreibt; der bekennende Nichtkoch und Sushi-Gegner bereitete aus Loup de Mer fast fehlerfrei Sweet Shashimi.

Der gute Rosche -Hubert ganz frankophil: Roschee– aus Haselünne war auch dabei. Doch es fehlte „eine warme und deftige Mahlzeit, wie der niederländische Erbseneintopf, der zudem auch noch recht preiswert zuzubereiten ist.

Auch in den Niederlanden gibt es wie in Deutschland eine lange Tradition typischer Wintergerichte. Um durch den Winter zu kommen, mussten die Menschen von getrockneten Hülsenfrüchten leben sowie von Gemüse das lange haltbar war und gut aufbewahrt werden konnte, wie zum Beispiel Wintermöhren, Grünkohl und Rosenkohl. Geräucherter Speck und Wurst sorgten für die Fleischbeilage. So entstanden Rezepte wie Erbseneintopf oder Stamppot, zu Deutsch Eintopf. Die Rezepte hatten häufig dieselbe Basis, aber die Variationen, wie Schälerbsen und Sellerie anstelle von Erbsen, waren zahlreich und wurden häufig von Mutter zu Tochter weitergegeben.

Erbsensuppe als Gericht gibt es schon sehr lange, in etwa seit dem 16./17. Jahrhundert als die Erbse ihren Einzug in Länder wie Frankreich, England und die Niederlande hielt. Die Erbse war einfach anzubauen und getrocknet lange und gut haltbar. In den Niederlanden machte man eine Tradition daraus, die Erbsensuppe nach der Schlacht zu essen. In den ärmeren Bevölkerungsschichten dienten häufig die weniger edlen Fleischteile (wie von den Klauen und vom Schädel) als Suppeneinlage.

Erbsensuppe wird in den Niederlanden sowohl Erwtensoep als auch Snert genannt. Einen Unterschied gibt es in der Bedeutung nicht. Snert kommt laut etymologischen Wörterbuch van Dale aus dem Friesischen und das Wort „snert“ ist als Synonym für Erbsensuppe seit 1768 bekannt. Es ist wahrscheinlich, dass es mit dem Wort „sneirts“ verwand ist, das mit Trinken zu tun hat, da „Met eenen sneirts“ bedeutet etwa in einem Zug zu trinken. Es kann aber auch bedeuten etwas sehr lange zu kochen. Lustigerweise bedeutet  „Dat is snert!“ auch „Das ist Mist“ was möglicherweise auf die Bekömmlichkeit der Erbsensuppe zurückzuführen ist, was an dieser Stelle nur Spekulation ist. Ich selbst mag nämlich sehr gerne Erbsensuppe. Die Niederländische Königin hingegen sagte einst bei einem Treffen mit Willem-Alexander, dass sie Erbsensuppe nicht ausstehen könne.

Die Erbsensuppe ist bei den Niederländern im Allgemeinen so beliebt, dass man sie selbst in den 70er Jahren beim niederländischen McDonalds bekam. Wie ernst es die Niederländer inzwischen mit dem Kochen und Verkosten ihrer Erbsensuppe nehmen, kann man daran erkennen, dass es schon seit 25 Jahren eine Erbsensuppen Weltmeisterschaft gibt, die jedes Jahr in Groningen ausgetragen wird, gibt, die „Snert WK„.

Sie haben richtig gehört. In Groningen, wo der Winter häufig noch etwas kälter ist als im Rest der Niederlande, treffen sich jedes Jahr die besten Erbsensuppenköche und zaubern und werkeln was das Zeug hält. Auch, wenn dieser Wettbewerb auf eine Schnapsidee von Fré Schreiber und Etty Bonnema zurückgeht die sich 1992 fragten wer wohl die beste und leckerste Erbsensuppe kochen könne, ist der Wettbewerb ebenfalls dazu da die Tradition der leckeren Wintergerichte am Leben zu halten. Viele Leute wissen nämlich gar nicht mehr, wie sie diese zubereiten. Als Anreiz gibt es für die Gewinner des Wettbewerbs die „Silberne Schöpfkelle“ zu gewinnen.

Außerdem wird der Wettbewerb von RTV Noord den ganzen Abend  live übertragen und auch die landesweiten Medien haben das bunte Treiben rund um die Erbse für sich entdeckt. Der Gewinner wird in seinem Dorf häufig als Held gefeiert und selbstverständlich gibt es so manches Mal auch die Erbsensuppe des Gewinners später im Supermarkt zu kaufen.

Für viele Teilnehmer der „Snert WK“ – Erbsensuppen-Weltmeisterschaft, ist auch heute noch Omas Rezepte die Basis. Sie werden jedoch stets weiterentwickelt und nicht nur Niederländer nehmen an diesem Wettbewerb teil. Man sollte es kaum glauben, aber auch beim Erbseneintopf gibt es viele interkulturelle Varianten: Halal snert, australischen Snert mit Krokodilfleisch, vegetarisch oder vegan.

Erbsensuppe an sich ist eine dicke Suppe, die aus Schälerbsen gemacht wird. Die Suppe schmeckt am besten, wenn sie in großen Mengen gekocht wird und nach dem Essen noch einen Tag ziehen kann. Gekühlt bleibt die Suppe noch einige Tage gut, kann aber auch im Gefrierfach eingefroren werden. Die Menge der verschiedenen Zutaten variiert. Insgesamt muss so viel Gemüse hinzugefügt werden, dass die Suppe besonders dick wird.

Viele traditionelle Rezepte haben als einziges Gemüse Sellerie, Erbsen und Porree. Das heißt keine Kartoffeln, keine Möhren und keine Zwiebeln. Manchmal werden Kartoffeln hinzugefügt, um die Struktur dicker zu machen und so die Kochzeit zu verkürzen.

Die Suppe wird traditionell mit Roggenbrot gegessen, das mit Speck, Käse oder Butter belegt ist. Als Nachtisch gibt es in vielen Familien Pfannkuchen.

Für Sie präsentieren wir diesmal  dieses Rezept: die vegetarische Curry-Erbsensuppe von Jitske Buijs aus Usquert, die man natürlich nach Geschmack selbst noch mit Fleisch verfeinern kann.

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[mit NiederlandeNet-„Autor: Simon Wibbeling“; Foto: Pixabay (CC0) – alles gefunden auf  NiederlandeNet]

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