Arschloch

1. November 2015

Nicholas Müller war Sänger der Band Jupiter Jones. 2011 war deren Song „Still“ das meistgespielte deutschsprachige Lied im Radio; bei youtube wurde es mehr als 20 Millionen Mal geklickt. Für die Musiker gab es, so schien es, nur noch Erfolge: Goldene Schallplatte, Platinplatte, Echo-Preis, ausverkaufte Konzerte (auch bei uns).

Aber Nicholas Müller stieg Anfang 2014 aus, nach zwölf Jahren. Seine Angststörung zwang ihn dazu. Er ist nicht der einzige Erkrankte; Angststörungen, zu denen auch Panikattacken zählen, sind weit verbreitet. Was sie für die Erkrankten bedeuten, erzählt Müller in einem aufregenden, auch von Lesern spannend kommentierten Interview mit bento, dem Online-Format von Spiegel Online:

Müller: „Man muss lernen, die Angst anzunehmen. Nicht als Freund, die Angst ist ein Arschloch. Aber ich lebe damit und habe gelernt, damit umzugehen. Sie ist mein dunkler Begleiter. Ich bin meilenweit voraus, aber wenn ich stehen bleibe, kriegt sie mich noch mal kurz.“

Inzwischen scheint die Krankheit also ein großes Stück überwunden, und Nicholas Müller konnte mit Tobias Schmitz eine neue Band gründen: „von Brücken haben ihr erstes Album aufgenommen, in dem Müller auch seine Erkrankung aufarbeitet. „Weit weg von fertig“ ist am vergangenen Freitag bei Four Music erschienen. Mal reinhören, bitte.

Eine Antwort to “Arschloch”

  1. Maria Niemann said

    Super Artikel, der auf geschickte Art eine Thematik anspricht , welche mehr an die Öffentlichkeit gebracht werden sollte. Angst in Form einer abstrakten Krankheitsstörung wird nie zum besten Freund werden, wobei Einsicht und gezielte Navigation ein Anfang für die Betroffenen sind, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

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