Soßenspritzer

16. September 2015

Rampe2Manchmal frage ich, ob bestimmte Lingener eigentlich nie Urlaub machen und ob sie überhaupt nicht sehen, wie in anderen Städten mit gestalterischer Qualität und richtig fein der öffentliche Raum gestaltet wird. Gefühlt seit 20 Jahren sind diese Plastikterrakottatopf-Imitate rund ums neue Rathaus und in den Innenstadtstraßen für mich ein Dauerbeispiel gelebter provinzieller Geschmacklosigkeit in unserem Städtchen.

Jetzt ist der Marktplatz für fast 1 Mio Euro renoviert worden. An manchen Stellen darf man sich über die handwerkliche Qualität der Arbeit ärgern (ja, Burkhard, Du weißt, es ist nicht alles gelungen, was Ihr da pflasternd abgeliefert habt) und nicht nur mir fehlen Blumen auf der Heilemann-Terrasse; aber mir stockt auch schon Rampeder Atem, wenn ich mir vorstelle, dass womöglich auch dort wieder diese Plastikterrakotta-Dinger hingeknallt werden. Wahrscheinlich mit derselben Begründung wie an den anderen Stellen, dass diese hässlichen Kunststoff-Exemplare preiswert seien.

Vor allem aber gibt es an der aufwändig neugestalteten Heilemann-Terrasse aktuell dieses Rampe-Beispiel geschmacklicker Gedankenlosigkeit. Gestalterisch völlig daneben und auch historisch ist das drangeblechte Wort nichts, was dahin gehört. Warum kein international verständliches, bescheiden-graues Piktogramm mit Kinderwagen, Rollstuhl und Pfeil?

Ich musste spontan an eine schöne Krawatte denken, an der nach dem Essen so ein kleiner Soßenspritzer an prominenter Stelle den Gesamteindruck von Schlips, Hemd, Anzug und Träger ruiniert. Wer macht so was?

 

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