Spieltriebe

6. September 2015

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Das Osnabrücker Theaterfestival „Spieltriebe“ setzt sich am kommenden Wochenende mit den Möglichkeiten auseinander, das Unmögliche zu begehren. Das Festival für zeitgenössisches Theater wird zum sechsten Mal die aktuelle Spielzeit des Theaters Osnabrück eröffnen, um an ungewöhnlichen Spielorten in der ganzen Stadt „zusammen mit unserem Publikum drei Tage lang Theater als heutige Kunstform zu erkunden“, schreiben die Verantwortlichen und erläutern:

Das Unmögliche geschieht ist das Festivalthema, ein Bezugspunkt für 13 neue Theaterarbeiten, die  die Erzählung des Undenkbaren untersuchen: Die Apokalypse, also die Offenbarung, die Enthüllung als literarisches Genre rückt ins Zentrum der Auseinandersetzung mit einer vielfältigen, intensiven Umbruchserfahrung.

Ob als Spieler, Zuschauer, Theatermacher – wir erleben die Welt, aus der heraus wir uns dem Theater nähern, 2015 als äußerst fragil, vielerorts bestimmt durch Kriege, Krisen, die Bedrohung durch den Terror, die Angst vor dem Unbekannten, die Angst vor dem eigenen Statusverlust. Eine Rhetorik des „Bewahren-Wollens“ von Kultur, des „Verteidigens“ gegen das „Fremde“ greift um sich, und die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ scheint den gemäßigten Boden unter den Füßen zu verlieren.

Theater kann sich gerade jetzt als ein aktiver gesellschaftlicher und künstlerischer Ort positionieren, so insbesondere im konzentrierten Rahmen der Spieltriebe: Als ein Raum, in dem zwischen Zuschauern und Akteuren für die Dauer einer Vorstellung, einer Reise, eines Festival-Tags, das Unmögliche vorstellbar werden kann.

Keine Angst, das Theatrale bleibt dabei immer eine unbegrenzte Möglichkeit – denn wo, wenn nicht hier, könnte das Spiel mit dem Untergang nicht auch das Lachen und die Lust am Phantasieren entfesseln? Halten wir es also mit der Band R.E.M., die bereits in den 90ern gutgelaunt feststellte: „It’s the end of the world as we know it – I feel fine!““

Spieltriebe-Festival, ein Grund nach Osnabrück zu fahren. Mehr, vor allem das Programm, hier

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