Wand aus Kuscheltieren

19. Juli 2015

Rund 1.500 Angehörige gedachten am Freitag in Nieuwegein der Opfer des MH17-Flugzeugunglücks, das sich vor genau einem Jahr ereignet hatte. Auch Vertreter der niederländischen Regierung waren zugegen. Zum Jahrestag des Unglücks hingen im ganzen Land die Flaggen auf Halbmast.

„Das erste schwierige Jahr ist vorbei. Und wie auch immer jeder von Ihnen diesen Moment erlebt, sicher ist, dass die Opfer des Flugs MH17 – Ihre geliebten Angehörigen – uns immer in Erinnerung bleiben werden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie aus dieser Erinnerung Hoffnung und Kraft schöpfen können.“ Mit diesen Worten wandte sich Premier Mark Rutte an die bei der Gedenkveranstaltung anwesenden Angehörigen. Er bedankte sich auch für die Geduld und das Vertrauen, welches die Familien und Freunde für die langwierige Bergung der Wrackteile und der Opfer aufgebracht hätten und noch für die laufende Untersuchung aufbrächten.

„Hoffnung in der Trauer“ war das Thema unter dem die gesamte Gedenkveranstaltung stand. Ein sichtbares Zeichen des Mitgefühls bildete die meterlange Wand aus tausenden Kuscheltieren, die nach dem Flugzeugabsturz am Amsterdamer Flughafen Schiphol zum Gedenken an die Opfer abgelegt worden waren. Gäste konnten ihre Gefühle in einem Kondolenzbuch mitteilen.

Das Programm selbst sah neben Reden von Angehörigen und Offiziellen auch die Verlesung der Namen aller 298 Absturzopfer vor. Für jedes Opfer wurde zudem eine Kerze angezündet. Zum Abschluss folgte eine Schweigeminute.

Als sehr bewegend hoben die niederländischen Medien die Rede von Sharifah Asmaa Binti Alweer Aljuned, der Witwe des MH17-Copiloten, hervor. Sie erklärte auf Englisch: „Auch wenn wir dieselbe Erfahrung des Verlustes eines geliebten Menschen teilen, kann unsere Trauer und der Weg, den wir gehen müssen, nicht miteinander verglichen werden; es ist für jeden von uns total unterschiedlich.“ Mit Tränen in der Stimme schloss sie ihre Rede mit den Worten, die ihr Mann nach der Landung des Flugzeugs üblicherweise an die Passagiere richtete – „eine Aufgabe, die er nicht mehr erfüllen konnte“.

Evert van Zijtveld, Vorsitzender der Stiftung Vliegramp MH17, welche die Veranstaltung organisiert hatte, erklärte gegenüber de Volkskrant: „Es war eine sehr schöne, würdige, sehr emotionale Zeremonie.“

(Quelle: NiederlandeNet)

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