Freistatt

30. Juni 2015

In den 1950er und 1960er Jahren wurden über eine halbe Million Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen der Bundesrepublik oft seelisch und körperlich schwer misshandelt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Viele leiden noch heute unter dem Erlebten, verschweigen diesen Teil ihres Lebens aber aus Scham, selbst gegenüber Angehörigen. Manchmal genügte den Ämtern der Hinweis der Nachbarn auf angeblich unsittlichen Lebenswandel, Nichtigkeiten wie „Arbeitsbummelei“, Schulschwänzen oder auch die reine Willkür der Eltern, um junge Menschen für Jahre in Heimen verschwinden zu lassen. In diesen Institutionen regierten gar nicht oder nur unzureichend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die oft einem Orden angehörten und als Verfechter christlicher Werte auftraten, mit aller Härte.

„Der Schlag mit dem Spaten ins Kindergesicht ist der erste Schock in Marc Brummunds Kino-Debüt „Freistatt“, das am vergangenen Donnerstag anlief. Aber obwohl die expliziten Gewaltdarstellungen erschüttern, ist beeindruckender noch das beklemmende Gefühl, hier inmitten der freien Natur eingesperrt zu sein.

„Freistatt“ erzählt die Geschichte des 14-jährigen Wolfgang – ein Scheidungskind, das von seinem Stiefvater ins Heim abgeschoben wird. In der Erziehungsanstalt Diakonie Freistatt, auf dem Land zwischen Bremen und Osnabrück, fahren die Zöglinge mit Draisinen aufs Moor. Zum Torfstechen. Die Arbeit ist hart, Misshandlungen durch die Diakone und Mitgefangene sind an der Tagesordnung: Schläge und Psychoterror, mit dem Ziel, die Jugendlichen zu brechen.

Die Geschichte ist…“ [weiter bei der taz]

Freistatt ist zu sehen in
Diepholz Central Cineworld 25.06. – 01.07.2015
Münster Cinema 25.06. – 01.07.2015
Oldenburg Casablanca 25.06. – 01.07.2015
Osnabrück Cinema-Arthouse 25.06. – 01.07.2015

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