Laura

22. Juni 2015

[Irgendwie klang die Geschichte zu gut: Ein Mann zersägt in einem schmutzigen Scheidungsstreit mit seiner Ex-Frau sein Hab und Gut, vom Opel Corsa bis zum Teddybären. Schließlich stehe seiner Ex die Hälfte des gemeinsamen Besitzes zu.

Die Geschichte traf international einen Nerv. Es gab Berichterstattung in den FOX News in den USA, in Nigeria, Europa, China und Australien, auch die deutschen Medien griffen die Geschichte auf. Das chilenische Fernsehen hat wegen der Aktion eine ganze Sendung über das Thema Scheidungsvorsorge gemacht. Auf youtube ist das making of des Teilens der Gegenstände ein Hit…. mehr]

Aktion

22. Juni 2015

„Die Toten kommen

Wir verlieren jeden Tag hunderte Einwanderer an unseren Grenzen. In den kommenden Tagen werden Menschen, die auf dem Weg in ein neues Leben an den Außengrenzen der Europäischen Union ertrunken oder verdurstet sind, nach Berlin kommen. Es geht um die Sprengung der Abschottung des europäischen Mitgefühls. Gemeinsam mit den Angehörigen haben wir menschenunwürdige Grabstätten geöffnet und tote Einwanderer exhumiert. Sie sind jetzt auf dem Weg nach Deutschland. Die Angehörigen haben entschieden, was dort geschehen wird. Es wird Europa in einen Einwanderungskontinenten zurückverwandeln!“

Einer der Aktivisten des „Zentrum für politische Schönheit“, auf dessen Internetseite sich dieser Text findet, hat fotografiert, wie die toten Flüchtlinge in Plastiksäcken gestapelt übereinander in einer defekten Kühlkammer im Keller italienischen Krankenhaus con Augusta auf Sizilien lagern. Es ist ein brutales Bild.

Ein Reporter der Taz ist mittlerweile in das kommunalen Muscatello-Krankenhauses von Augusta (Sizilien). gereist, wo das Bild entstanden ist. Er hat den Bestatter getroffen und den Rechtsmediziner, war in Krankenhäusern, bei Geistlichen, in der Kommunalverwaltung, und schließlich auf dem Friedhof. Manche verweigern die Aussage, andere relativieren oder klagen an, und am Ende dieser präzisen, suchenden Reportage ist zweierlei klar: Was mit diesen Leichen passiert ist, ist tatsächlich unwürdig.

Die ZEIT berichtet über den heutigen Tag in Berlin: „Viele starke Bilder … gibt es nun von Gräbern vor dem Reichstag, von oben sieht es bestimmt fast so aus wie auf dem Modell, dass die Aktivisten vorher entworfen hatten. Und so war all das wohl eine gelungene Aktion.“

FriedhofderFlüchtlinge

(Foto: via fefe.org; Quelle)

Geisterfahrt

22. Juni 2015

Sprengsatz„Er ist der bekannteste Geisterfahrer der Nation – Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Seit Jahren versuchen er und seine CSU, mit der PKW-Maut den Beweis zu erbringen, dass Geisterfahrten erfolgreich sein können. Und dass nicht sie, sondern alle anderen die Geisterfahrer sind. Dabei überhörten sie alle Warnungen aus dem EU-Funk.

Jetzt ist die Geisterfahrt beendet. In letzter Sekunde versucht Dobrindt, den Crash abzuwenden und stellt seine PKW-Maut auf dem Standstreifen ab.

Dies ist eine der krachendsten, aber vorhersehbarsten politischen Niederlagen der jüngeren Zeit. Denn jeder – außer der CSU – wusste, dass eine Maut, die deutsche gegenüber alle anderen EU-Autofahrern begünstigt, mit EU-Recht nicht vereinbar sein wird.

Die CSU war Gefangene ihrer unvereinbaren Wahlversprechen: einerseits eine Maut für Ausländer einzuführen, andererseits sie für die deutschen Autofahrer aufkommensneutral zu gestalten. Und sie machte CDU und SPD mithilfe des Koalitionsvertrages zu Mitgefangenen.

Jetzt sind alle zusammen blamiert, allen voran auch die Bundeskanzlerin, die vor der Bundestagswahl vollmundig versprochen hatte, mit ihr werde es keine Maut geben.

Dobrindt musste die Maut auch deshalb stoppen, weil sonst auch noch hunderte von Millionen Vorlaufkosten für ein unrealisbares Projekt enstanden wären. Zum dem politischen wäre auch noch der finanzielle Schaden gekommen.

Politpädagogisch ist die Geschichte der Maut ein wunderbarer Fall. Sie demonstriert augenfällig, dass billiger Wahlkampfpopulismus nicht zu einem guten Ende führt. Wäre es nur immer so. Schade, dass Brüssel nicht auch für die Kita-Fernhalteprämie zuständig ist.

Nur einer in der CSU dürfte sich freuen: Markus Söder. Wieder eine Rivale im Kampf um die Seehofer-Nachfolge weniger.“

[gefunden bei  sprengsatz]