Zusatztermin

14. Juni 2015

Der Veranstaltungskalender der Stadt Lingen (Ems) für Tourismus, Freizeit und Kultur präsentiert für den 19. des Monats einen überraschenden Zusatztermin:

 

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3 Euro

14. Juni 2015

220px-Euro_symbol.svgAn diesem Wochende findet in den Lingener Emslandhallen die Jobmesse Emsland statt – werbetypisch dargestellt ist es die  8. jobmesse emsland.
Auf der Veranstaltung sollen sich neben Existenzgründern insbesondere junge Menschen und Arbeitslose, zukünftige Azubis aber auch Leistungsempfänger nach dem SGB II über Jobchancen in Stadt und Umland informieren.

Für die Veranstaltung wird kräftig geworben: „Ganz gleich ob Handwerk, Handel, Dienstleistung oder Industrie: Die branchenübergreifende Veranstaltung präsentiert Karrierechancen für alle Altersstufen und Fachrichtungen – vom Schüler bis zum Ingenieur.
Auch das Rahmenprogramm entlang des roten Teppichs lohnt sich: Bewerbungsmappenchecks, Fachvorträge zu Karriere-Themen und Bewerbungsfoto-Shootings geben zusätzliche Karriere-Kicks.“

An der Jobmesse nehmen neben dem Landkreis Emsland auch die Stadt Lingen (Ems) und größere Privatunternehmen teil.

Was daran stört: Die Veranstaltende BARLAG nimmt erstmals Eintritt, nämlich 3 Euro pro Person. Derweil drehte am Samstag ein Motorflieger nebst Jobbörse-Banner seine teueren Runden über Lingen (Ems) und die angrenzenden Ortschaften. Ob das Eintrittsgeld etwa den Zweck hatte, dies zu finanzieren?

Es gibt Leute, die jeden Euro umdrehen (müssen). Abgesehen davon ist meines Wissens in den städtischen Gremien nicht über Eintrittsgeld  für Besucher entschieden worden. Oder sollte ich eine solche falsche Entscheidung übersehen haben…?

Bürgernähe

14. Juni 2015

VinasBgmEs hat tatsächlich den prognostizierten Wachwechsel gegeben: Die 30.000 Einwohner im katalonischen Salt haben einen neuen Bürgermeister. Der vor drei Wochen neugewählte, 21köpfige Stadtrat der Partnerstadt Lingens wählte am Samstagmittag Jordi Viñas mit 12 Stimmen – das war die absolute Mehrheit und sogar „eine mehr über den Durst“; denn neben den fünf Stimmen der Koaltion aus der eigenen Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), denen der PSC (3) und von IpS-CUP (3) wählte auch das Ratsmitglied von Canviem Salt („Salt verändern!“) den Kandidaten. Der bisherige, konservativ-nationalistische Amtsinhaber Jaume Torramadé wurde damit abgewählt. Er saß mit versteinerter Miene direkt neben der gläsernen Wahlurne.

Der Saal im Rathaus von Salt war bei der Bürgermeisterwahl übrigens völlig überfüllt und viele Einwohner standen draußen. Lokale Aktivisten der PAH, der Vereinigung der Betroffenen der Hypothekenkrise, demonstrierten für ihre Rechte und zeigten sich empört, dass die ersten Reihen des Ratssaales bereits mit Verwandten von CiU-Ratsmitgliedern und Bekannten der bisherigen Bürgermeisterpartei CiU besetzt waren, als sich die Türen auch für sie öffneten.

PAHSaltSie hielten „Menschenrechte“-Plakate in die Höhe und  kommentierten die Wahl des neuen Bürgermeisters anschließend: „Wir sind sehr glücklich, Ihnen mitteilen zu können, dass Jaume Torramadé von der CiU nicht mehr Bürgermeister von Salt ist und dass die neue Ratshauskoalition jetzt mit Fakten beweisen kann, dass sie vor allem soziale Rechte und Menschenrechte verteidigt“.

Jordi Viñas, übrigens als Republikaner kein Anhänger der spanischen Monarchie, hat angekündigt, nicht wie bisher die Entscheidungen zu treffen, sondern diese Art der Führung durch ständige Gespräche mit den Parteien der neuen, linken Formation im Rathaus von Salt zu ersetzen. Er bot „Dialog und Konsens“ an, verpflichtete sich, das öffentliche Interesse der Stadt Salz vor alles andere zu setzen, und er versprach „transparència i proximitat“

Das übersetze ich mit „Offenheit und Bürgernähe“. Na, bitte!

[Fotos: oben Jordi Viñas (lks.) erhält den Amtsstab aus der Hand von Alterspräsident Joseph Valenti (re.), via Ajuntament de Salt; unten: Proteste der PAH; via FB]

Die Frankfurter Buchmesse 2016 mit den Ehrengästen Niederlande und Flandern wirft einen weiteren Schatten voraus. Nachdem heute verkündet wurde, dass die Boekenweek 2016 „Deutschland“ als Thema haben wird (NiederlandeNet berichtete), organisierte ein großer niederländischsprachiger Verlag jüngst eine Art Speed Dating mit Vertretern großer deutscher Verlage und hierzulande noch unbekannten Autoren.

FBM16„Ich wollte deutsche Verlage gerne mit unseren besten Schriftstellern zusammenbringen“, sagte Mizzi van der Pluijm, Organisatorin der Veranstaltung und Direktorin des Verlags Atlas Contact, in das Mikrofon des NOS-Deutschlandkorrespondenten Jeroen Wollars. Stattgefunden hat die Begegnung in einem Münchener Restaurant, wo rund ein Dutzend Vertreter deutscher Verlage an langen Tischen niederländischen Autoren wie Adriaan van Dis, P.F. Thomése, Nelleke Noordervliet, Midas Dekkers oder Hanna Bervoet gegenübersaßen. Laut van der Pluim allesamt „Menschen, die möglicherweise Nachfolger jener Namen werden, die jeder in Deutschland schon kennt.“ Das es abseits von den gemeinten großen drei Cees NootenboomHarry Mulisch und Margriet de Moor noch weiteres niederländisches Potential gäbe, sei wichtig aufzuzeigen, so die Atlas Contact-Direktorin.

Anlass für den Schriftsteller P.F. Thomése, an der Veranstaltung teilzunehmen, ist neben dem Wunsch, hierzulande bekannter zu werden auch seine Bewunderung für Deutschland und seinen Büchermarkt. „Für einen Autoren ist Deutschland wie nach Hause kommen. Denn das Interesse an Literatur ist dort noch viel größer als bei uns, wo doch der Unterhaltungssektor leider triumphiert hat.“ Das Thomése in Deutschland momentan noch recht unbekannt ist, könnte sich bald ändern. Auf der Matching-Veranstaltung in München habe er laut NOS nämlich durchaus das Interesse mancher deutscher Verlage wecken können.

Manche Verlagsvertreter bilanzieren die Veranstaltung aber eher verhalten. Ob sie einen Nachfolger von Mulisch oder Nootenboom gefunden hätte wollte der NOS-Reporter wissen: „Nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin.“ Adriaan van Dis, den Gewinner des renommierten niederländischen Libris Literatuur Prijs in diesem Jahr, wundert es dabei nicht, dass er und seine Kollegen nicht unbedingt mit offenen Armen in Deutschland empfangen werden: „Vor 15 Jahren stand die niederländische Literatur für eine ganz eigene Stimme – es war etwas anderes. Sie war ungezogen, mehr auf die Außenwelt bezogen. Aber das sieht man mittlerweile auch in Deutschland.“ Deshalb sei es anstrengender, als niederländischer Autor auch in Deutschland langfristig Erfolg zu haben.

Bis zur Frankfurter Buchmesse 2016 haben die Autoren noch ein wenig Zeit, ihren Namen hierzulande mehr Bekanntheit zu verschaffen. Die Buchmesse mit den Gastregionen Niederlande und Flandern (NiederlandeNet berichtete) wird vom 19. bis zum 23. Oktober 2016 stattfinden.

(gefunden auf Niederlande.Net}