Brunnen

23. Mai 2015

Brunnen

 

 

Ich meine, blitzsauber ist er ja. Nur fehlt seit Oktober 2014 das Wasser im Brunnen in der Burgstraße. Wie wusste schon Rainer Maria Rilke 1895:

Ganz verschollen ist die alte,
holde Brunnenpoesie,
da aus Tritons Muschelspalte
eine klare Quelle lallte,
die den Gassen Sprache lieh.

Abends bei den Röhrenkasten
sammelte sich Paar um Paar,
weil der Quelle lieblich Glasten
und ihr Laut der tiefgefaßten
Neigung süßes Omen war.

Aber als durch Menschenmühn dann
Wasser treppenaufwärts stieg,
und kein Paar kam: Misogyn dann
ward der Gott; es schlich sich Grünspan
in die Muschel, – und er schwieg.

 

Nachtrag:

OK, Rilkes Muschelspalte passt nur zu 90%, aber vielleicht plätschert der trockengefallene Brunnen ja bald wieder – möglicherweise gar bevor er in fünf Monaten wieder abgestellt wird…

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