CampusKapelle

9. Mai 2015

CampuskapelleDie 2013 gegründete Campuskapelle Lingen sucht neue Musiker und geht auf dieser Suche einen ungewöhnlichen Weg: Morgen, Sonntag, 10. Mai, lädt sie ab 15 Uhr InteressentInnen zu einem Workshop ein. Unter der Leitung von David K. Ehlers (Band) und Tabea Mangeldorf (Chor) probt die Campuskapelle gemeinsam mit ihren Gästen für ein Konzert proben, das am gleichen Abend um 19 Uhr auf der Bühne des Burgtheaters stattfindet.

Die Workshopteilnehmer können, wenn sie möchten, ohne Verpflichtung und je nach Belieben für einige Stücke auf die Bühne kommen und beim Konzert mitsingen. Dies sei aber keine Verpflichtung. Auf dem Programm des Konzertes stehen unter anderem Stücke wie „California Dreamin’“ von The Mamas & the Papas, „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ und „Wish“ von Stevie Wonder.

Für die Teilnahme am Workshop oder den Besuch des Konzertes ist ein Eintritt zu entrichten.  Unter dem Motto „Würfel Deinen Preis („dice your price“) beträgt der Obolus zwischen einem und sechs Euro. Wem das Würfeln zu risikoreich ist, kann zum festen Preis von drei Euro dabei sein. Für Workshopteilnehmer ist der Konzertbesuch kostenlos.

Workshop für alle
Sonntag, 10. Mai ab 15 Uhr, Konzert 19 Uhr

Lingen (Ems) – Burgtheater, Baccumer Straße 3
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Abgeschoben

9. Mai 2015

Als wäre nichts vor drei Wochen passiert, hat der Landkreis Emsland am Montag dieser Woche einen 44 Jahre alten Syrer abgeschoben. Ausgerechnet nach Bulgarien mit seinen „systemischen Mängel“ in der Flüchtlingsversorgung. Die eingesetzten Polizeibeamten trafen – zu Gestapozeit um 3.30 Uhr – an der Emsbürener Flüchtlingsunterkunft des Syrers ein und verpassten dem „Schübling“ (Behördendeutsch) eín ordentliches Paar deutsche Handschellen und ab ging’s.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) wollte mit seinem Amtsantritt den Umgang mit Flüchtlingen „humaner gestalten“. Dazu sagte er im März 2013: „Ganz wichtig ist auch die Frage für mich, wie gehe ich mit Abschiebungen um? Abschiebungen sollten nicht bei Nacht und Nebel stattfinden und Abschiebungen dürfen keine Familien trennen.“ 3.30 Uhr in Emsbüren ist aber bei Nacht und Nebel, Herr Innenminister Soweit die Glaubhaftigkeit der Angaben des sozialdemokratischen Politikers.

Im konkreten Fall habe der Syrer in Bulgarien einen Aufenthaltstitel und sei als Flüchtling anerkannt, sagte der für die Abschiebung verantwortliche Landkreis Emsland am Freitag der Neuen Osnabrücker Zeitung. Deshalb  habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Überstellung des Flüchtlings aus Nahost nach Bulgarien angeordnet. Die NOZ berichtet heute, dass der Mann auch an einer Integrationsmaßnahme des Sportvereins SV Concordia Emsbüren teilgenommen hat.

Ein 36-jähriger Marrokaner, der ebenfalls nach Bulgarien abgeschoben werden sollte, hatte sich Mitte April in Lingen selbst angezündet. Erst danach sah das BAMF von der geplanten Abschiebung dieses Mannes ab, nachdem das Geschehen für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt hatte. Die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR hatte mit dem Blick auf die Mängel verlangt, Abschiebungen nach Bulgarien auszusetzen.

Nur einen Tag vor der Abschiebung waren übrigens die Emsbürener Integrationslotsen viel gelobt und bei einer Bürgerversammlung mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde Emsbüren ausgezeichnet worden. Inzwischen stehen ausgerechnet sie dank der Nacht-und-Nebekl-Aktion vom Montag düpiert und besonders dumm da. Die verantwortlichen Polizei- und Verwaltungsbeamten verstecken sich hinter der Anonymität ihrer Behörden…