Besatzungszone

8. Mai 2015

PolinnenOberlangenKolja Mensing hat  am vergangenen Samstag im Berliner Tagesspiegel über die vor 70 Jahren im Emsland eingerichtete polnische Besatzungszone geschrieben. Die verdrängte Episode der Nachkriegszeit prägt individuelle Familiengeschichten bis heute. – auch die von Autor Mensing, der das Geheimnis seiner Großmutter erzählt und über Fürstenau und Haren schreibt, das damals Maczków hieß:

„Meine Großmutter sprach wenig über die Jahre nach dem Krieg. Eigentlich kannte ich nur die Geschichte von dem Unfall, der sich im Sommer 1945 im Garten ihres Elternhauses ereignet hatte, in Fürstenau, einer Kleinstadt im Nordwesten Deutschlands. Ein Nachbarsmädchen hatte in der Nähe des Bahnhofs eine flache Konservendose ohne Aufschrift gefunden, die sie zusammen mit einem Cousin meiner Großmutter zu öffnen versuchte. Die beiden Kinder stellten die Dose auf die steinerne Treppe am Hauseingang. Dann nahmen sie einen Hammer zur Hand…. “

[weiter zu Mensings beeindruckendem Beitrag im Tagesspiegel]

Mehr über die Polen im Emsland in diesen Büchern:
Prof. Dr. Jan Rydel: „Die polnische Besatzung im Emsland“ (fibre Verlag, Osnabrück 2003, das Buch ist vergriffen; als pdf-Datei auf CD aber hier erhältlich)

[Das Buch behandelt zum einen den hochpolitischen Kontext der Beteiligung der Polen, dieser „unbequemen“ Alliierten der Großmächte, an der Besatzung Deutschlands, zum anderen werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Polen und der deutschen Bevölkerung auf diese „polnische Episode“ in der Nachkriegsgeschichte des Emslandes dargestellt.]

Kolja Mensing: „Die Legenden der Väter“ (überarbeitet und mit aktuellem Nachwort, im Verbrecher Verlag erschienen (277 S., 14,- €)).

[Rezension in der FAZ und von „Mara“ bei amazon: „Eines Tages, nach einem Besuch bei Oma und Opa, sagt der Vater zu Kolja: Opa ist nicht dein Großvater, er hat Deine Großmutter geheiratet, als ich schon geboren war. Mit diesem Tag beginnt eine Verschwörung zwischen dem Kind und seinem Vater. In gute Nachtgeschichten ensteht ein zweiter Opa. Ein Mythos. Ein Kriegsheld sei er gewesen, erzählt der Vater, ein polnischer Besatzungssoldat, der sich in die Großmutter verliebte und dann, als Deutschland zur Bundesrepublik wurde und die Allierten gingen, vom Hof gejagt wurde von den polenfeindlichen Urgroßeltern. Kolja Mensing hat sich auf eine spannende ebenso emotionale wie gründlich recherchierte Suche nach dieser Legende seines Vaters gemacht. Ein packendes Buch.“]

Und mehr in polnischer Sprache auf dieser Internetseite:

http://nowahistoria.interia.pl/

 

[Foto: Befreit. Kriegsgefangene der ponischen Heimatarmee 1945 im Emslandlager Oberlangen. – FOTO: CC WIKIPEDIA;
Danke für den Hinweis auf Kolja Mensings Artikel an @Quinten_36]

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