Nachtrag

31. Mai 2015

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Regionalbahn

31. Mai 2015

Über die Beziehungen zwischen der Bundespolizei und dem Göttinger Rechtsanwalt Sven Adam habe ich hier schon ein, zwei Mal berichtet [mehr]. Jetzt berichtet Kollege Udo Vetter in seinem LawBlog Neuigkeiten zwischen Sven Adam und der Bundespolizei:

„Das Amtsgericht Arnstadt hat einen 29-jährigen Mann aus Algerien freigesprochen, der Beamte der Bundespolizei beleidigt haben soll. Der junge Mann aus Jena war am 07.09.2014 in einer Regionalbahn von Erfurt nach Würzburg anlasslos und offensichtlich ausschließlich wegen seiner Hautfarbe von zwei Bundespolizeibeamten kontrolliert worden.

Als die Beamten dem Angeklagten keinen Grund für die Kontrolle nennen konnten, kritisierte dieser die Kontrolle als rassistisch und beschwerte sich im Anschluss in der Dienststelle des Bundespolizeireviers Meiningen über die Kontrolle. Letztendlich fand sich der Betroffene aber selbst auf der Anklagebank wieder, da die Bundespolizisten ihn wegen Beleidigung anzeigten.

In der Hauptverhandlung relativierte ein Beamter nun sein Verständnis der Aussage des Angeklagten. Womöglich habe der Angeklagte nicht ihn persönlich, sondern die Kontrolle als rassistisch und “ausländerfeindlich” bezeichnet. Das Gericht sprach den Angeklagten daher frei. Selbst wenn der Angeklagte sich so geäußert habe, seien seine Worte von der Meinungsfreiheit gedeckt und nicht individuell beleidigend.

Sven AdamDer als Zeuge vernommene Beamte bat das Gericht mehrfach, die Fragen des Verteidigers Sven Adam (Foto lks) zur Rechtsgrundlage der Kontrolle nicht beantworten zu müssen. Die Antworten, so die Begründung des Beamten, könnten seiner Behörde in einem parallel geführten Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Dresden schaden.

Adam führt zahlreiche Verfahren wegen Racial Profiling. Die Bundespolizei ist nach Adams Eindruck aktuell sehr bemüht, jeden Anschein einer diskriminierenden Kontrollpraxis zu vermeiden. Dieses “Bemühen” geht laut dem Anwalt sogar so weit, dass der Strafjustiz nur unvollständige Akten zur Verfügung gestellt werden. “Die Vermerke über die Beschwerde des Angeklagten selbst und damit seine Version der Ereignisse und Vermerke von Dienstvorgesetzten der Beamten über die Rechtsgrundlage der Kontrolle befinden sich bis heute nicht in der Ermittlungsakte”, sagt der Anwalt.“

(Aktenzeichen Cs 820 Js 36838/14).

Rock am Dom

30. Mai 2015

RockamDom15

Am kommenden Freitag (5. Juni) wird es wieder rund um die St. Bonifatius Kirche in der Lingener Innenstadt laut, denn es heißt wieder Rock am Dom. In diesem Jahr präsentiert das Team des Bonikellers drei Bands, die ab 20 Uhr für ordentlich Stimmung sorgen werden. Die Headliner des Abends sind für viele Lingener und darüber hinaus keine unbekannten, denn Shit Happens haben in den letzten Jahren bereits eine Vielzahl von Konzerten gespielt. Dass sie es musikalisch drauf haben, konnten Sie bereits Anfang des Monats beim Empfang der Bundesbeauftragten für die Belange der Menschen mit Behinderung in Berlin zeigen. Die zweite Band des Abends ist das Duo Random aus Lingen. Bereits beim KellerKönig Bandcontest konnten die zwei Musiker mit ihren Akustikgitarren das Publikum überzeugen.

Die dritte Band beim diesjährigen Rock am Dom hat eine längere Anreise vor sich, denn „Box of X“ werden aus Kassel anreisen. Die fünfköpfige Band hat gerade ihr erstes Album herausgebracht und beschreibt ihre Musik als deutschsprachigen Alternative Rock. (Quelle)

Megan Craig

30. Mai 2015

Megan Craig
ROSE SINGS

im Kunstverein Grafschaft Bentheim
49828 Neuenhaus  –  Hauptstrasse 37

Sonntag, 31. Mai – Sonntag 26. Juli 2015
Öffnungszeiten Mi–Sa: 15–18 Uhr, So: 11–18 Uhr

Rose Sings, 2015. Oil on Panel, 20 X 20 inches / Performance Colorada, 2015

Eröffnung am Sonntag, dem 31. Mai 2015, um 11.30 Uhr
Einführung Gudrun Thiessen-Schneider im Gespräch mit der Künstlerin
Performance mit Rachel Bernsen (USA) um 12.15 Uhr 

Sound an music collage Nick Lloyd. Cora Lloyd, Maria Winther.

„Colorada“ ist die vierte Gemeinschaftsarbeit der Tänzerin Rachel Bernsen und der Malerin Megan Craig. Das spanische Wort „colorada“ bezeichnet die Vielfalt natürlicher und künstlicher Rottöne. Bernsen und Craig verarbeiten in ihrer Performance und Installationsarbeit Bedeutungen und Assoziationen der Farbe Rot. Sie verbinden Bewegungstanz und bildnerische Assemblage, um psychophysikalisch-materielle Dimensionen der Farbe Rot zu veranschaulichen. Das Resultat der Performance und zugleich zentrale Arbeit der Ausstellung ist eine großfomatige Assemblage aus Papieren und Stoffen verschiedenster Rottöne.

Genau 10 Jahre sind es her, da der Kunstverein Grafschaft Bentheim Megan Craig (*1975, USA) in ihrer ersten internationalen Einzelausstellung präsentierte. Nun zeigt die Malerin und Philosophie-Dozentin unter dem Titel „Rose Sings“ abstrakte Malereien, die während der letzten Jahren entstanden sind. Bereits der Ausstellungstitel verrät, dass sich Megan Craig von Gertrude Steins „The World is Round“ inspirieren ließ. Stein, bekannt als die „Mutter der Avantgarde“, schrieb das Kinderbuch in den 1930er Jahren.

KreuzkircheTurm„Das Hohelied Salomos“
Oratorium von Andreas Schmidt-Adolf
Lingener KreuzKirchenKonzert
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz

mit Kirsten Labonte (Detmold), Sopran
Lingener Kantorei
Instrumentalsolisten der Musikschule des Emslandes
Leitung: Peter Müller
Sonntag, 31.05.2015 – 20:00 Uhr

Eintritt: 12 Euro (erm. 8 Euro)

 

(Foto: Turm der Kreuzkirche Lingen © milanpaul via flickr)

Krönungsmesse

29. Mai 2015

Natürlich ist der Profifussball, der -mit Ausnahme der meisten Autoschrauber- gerade alle bewegt, nicht die „schönste Nebensache der Welt“, sondern knallhartes, oft illegales Geschäft. FIFA-Präsident Sepp Blatter personifiziert dabei alles, was damit zusammenhängt. Es gibt nur wenige, unabhängige Journalisten, die ihm, seinen Fubnktionären und der FIFA seit langem kritisch gegenüber stehen. Jens Weinreich ist einer davon und der schreibt heute Lesenswertes über die anstehende Krönungsmesse in sein Blog:

„Zum vierten Mal wird der Blatter Sepp heute im Amt als Jesus-Moses-Mandela-Churchill-Martin-Luther-King-Mutter-Teresa des Weltfußballs bestätigt. Mit all diesen Personen hatte ihn kürzlich der Verbandschef der DomRep verglichen, der heute natürlich auch wieder für Blatter stimmt. 1998 gewann er gegen Lennart Johansson, 2002 gegen Issa Hayatou, 2007 wurde er per Akklamation bestätigt, 2011 wurde ohne Gegenkandidaten, nun ja, gewählt. 2015 verliert Prinz Ali aus Jordanien gegen Blatter. Für den Prinzen endet damit auch die vierjährige Amtszeit im FIFA-Exekutivkomitee. Nachdem des Prinzen Schwester Haya, Zweitfrau des Herrschers Makhtoum von Dubai, der mich freundlicher Weise mal zum Frühstück geladen hatte, vor einem halben Jahr als Präsidentin des Reiter-Weltverbandes FEI zurücktrat und damit auch die ex officio IOC-Mitgliedschaft verlor, bleibt aus der jordanischen Königsfamilie nur noch Prinz Feisal in hohen Ämtern – als IOC-Mitglied noch einige Jahrzehnte.

Aber ich schweife ab, wie so oft. Es ist ja auch eine eigenartige Welt, die wir gemeinsam da beobachten.

Blatter wird sich heute also im siebten Himmel wähnen und davon träumen, noch im Jahr 3022 bei der Weltmeisterschaft auf Tuvalu den Goldpokal zu überreichen. Wie schnell das gehen kann. Am Mittwoch hatte es für einige Stunden anders…“

weiter hier

Wer mehr über all die FIFA-Machenschaften lesen will, dem empfehle ich diese Weinreich-Postings:

„Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!“
Eine ADFC-Radtour auf historischen Wegen und zu alten Häusern

Heuerleute nannte man in früheren Zeiten die vielen besitzlosen Landarbeiter, die ihre Miete (=Heuer) für Haus und Garten bei einem Bauern durch Arbeitsleistung bezahlten. Das Ende vergangenen Jahres erschienene, regionalgeschichtliche Buch von Bernd Robben und Dr. Helmut Lensink hat die, meist rechtlosen Heuerleute in das öffentliche Bewusstsein gehoben.
Die Route führt durch den Raum Baccum-Langen-Lengerich-Gersten-Bawinkel. Unterwegs ist für eine Einkehrmöglichkeit gesorgt.

Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums Lingen, wird  das Heuerlingswesen den Teilnehmern der Tagestour unterhaltsam näher bringen.

Tourenlänge:           ca. 70 km
Abfahrt:                    09:30 Uhr Bahnhof Lingen (Ems)
Rückkehr:                ca. 18:00 Uhr
Tourenleitung:         Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums und
Erich Lechner, Vorsitzender ADFC Lingen 
Anmeldungen:         verbindlich bis heute (!) unter Tel.: 0591-62 770
Teilnehmerbeitrag für Nichtmitglieder = € 2,00.

Das Buch „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!“ von Bernd Robben und Dr. Helmut Lensink (ISBN/EAN: 9783981404197; Preis 24,90 €) ist übrigens vergriffen. Die nächste Auflage soll im Herbst erscheinen. Vorbestellungen für die  3. („angedachte“) Auflage im Herbst 2015 unter: kontakt@emslandgeschichte.de

Das ist nicht was ich will
Lingen (Ems)  –  Burgtheater, Baccumer Straße 3
Es spielen Studentinnen des 4. Semesters

Premiere: Heute 19:30 Uhr
Eintritt: 6 Euro/ ermäßigt 3 Euro

„WOLLEN. Ein Gefühl, ein Verlangen, das plötzlich einfach da ist –Wie Blicke, die beobachten, urteilen…. Und dann: geben sie einen Rhythmus vor. Könnte –Sollte – Würde – Hätte – Müsste

Aber wie macht man das eigentlich?

Weltfrieden oder Marmeladenbrot? Krieg oder Rassismus? Eis essen oder Eislaufen?“ [mehr…]

Premiere: Donnerstag, 28. Mai 2015, (Weitere Vorstellungen am 30. Mai 2015)

Beginn: 19:30 Uhr & 21:00Uhr im Burgtheater

Begrenzte Platzzahl! Es wird daher eine Reservierung empfohlen: Heute zwischen 14 und 18 Uhr telefonisch unter 0591 80098-430 oder online über Burgtheater-lingen.de

(Foto: Johanna Wildhagen in Das ist nicht was ich will; Foto: Burgtheater)

46 Jahre

28. Mai 2015

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1280px-The_Hague_Binenhof_with_waterworksÜber Neues vom Nachbarn berichtet NiederlandeNet.

In den Niederlanden wurde am Dienstag die Erste Kammer („Eerste Kamer der Staten-Generaal“; Foto: wikipedia CC BY 3.0) gewählt, die die Interessen der Provinzen des Landes vertritt. Die Ergebnisse entsprechen den Prognosen (NiederlandeNet berichtete), womit die in Den Haag regierende Koalition aus der rechtsliberalen VVD und der sozialdemokratischen PvdA selbst mit ihren bisherigen Unterstützerparteien der linksliberalen D66, christlichen CU und reformierten SGP nicht mehr über eine Mehrheit in der Ersten Kammer verfügt. Somit wird es der Regierung ab jetzt schwerer fallen, Gesetzentwürfe durch die Erste Kammer zu bringen.

Wie genau die Regierung in Zukunft für eine Mehrheit in der Ersten Kammer sorgen möchte ist noch offen. Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) äußerte gegenüber der Rundfunkanstalt NOS, dass man weiterhin auf die Unterstützung der anderen Parteien baue und kein Problem in dem Mehrheitsverlust sehe. Auch vorherige Regierungen hätten es ohne Mehrheit geschafft. Er zeigte sich optimistisch und argumentierte, dass die Unterstützung der anderen Parteien nötig sei um die niederländische Wirtschaft weiter voranzubringen. Der Fraktionsvorsitzende der PvdA Diederik Samsom teilte die Meinung Ruttes nur bedingt. Er ging eher davon aus, dass man die Interessen der verschiedenen Parteien vereinen müsse, um für eine Mehrheit zu sorgen, da niemand einfach so seine Zustimmung gebe.

Zum Thema der Mehrheitsbeschaffung hatte die TV-Anstalt NOS den Fraktionsvorsitzenden des CDA Sybrand van Haersma Buma und den Fraktionsvorsitzenden der D66 Alexander Pechtold ins Studio eingeladen. Diese reagierten kritisch auf die Aussagen des Ministerpräsidenten. Pechtold sagte, dass es sich Rutte „zu einfach mache“. Er solle sich nicht zu sehr auf die Unterstützung der D66 verlassen. „Die Haltung der D66 verändert sich nicht, wir bleiben kritisch-konstruktiv. Die politischen Verhältnisse haben sich aber geändert, also muss Rutte sich besonders bemühen, um eine Mehrheit für seine Pläne zu bekommen“, so Pechtold. Weiter hieß es, dass man nicht gänzlich gegen die Regierung sei, aber auch nicht allem zustimme. Vor allem sei es wichtig, dass die VVD angekündigte Projekte nicht mehr vor sich herschiebe und konkrete Pläne vorlege. Dem stimmte van Haersma Buma zu. „Wenn unsere Verantwortlichkeit uns sagt, dass wir etwas nicht tun sollen, dann tun wir das auch nicht“, fasste er seine Haltung zusammen.

Neben CDA und D66 zeigten sich auch GroenLinks und PVV skeptisch gegenüber der zukünftigen Zusammenarbeit mit der Regierung. Der Fraktionsvorsitzende der GroenLinks Jesse Klaver erklärte im NRC Handelsblad, dass seine Fraktion mehr Einsatz der Regierung sehen wolle und sich noch viel verändern müsse. Rechtspopulist Geert Wilders (PVV) forderte gegenüber der Nachrichtenagentur ANP direkt Neuwahlen der Zweiten Kammer und den Abtritt Ruttes.