Alt und Neu

2. Februar 2015

Ehrlich gesagt hat es mich schon vor drei Wochen bei der Lingener Nopegida-Demonstration „Lingen ist bunt!“ sehr gestört, wie wenig Engagement die mehr als 2000 Studentinnen und Studenten am Hochschulstandort Lingen und ihre Lehrenden zeigten. Gestern nun war kein einziger Student bei der Eröffnung der Ausstellung „Sonderzüge in den Tod“ [mehr…]. Kein einziger. Eure Gesichts- und Geschichtslosigkeit, liebe Studierende, ist unverzeihlich und wird auch nicht dadurch besser, dass es auch die 45 Professoren -ausgenommen drei von ihnen- vorzogen, ebenfalls nicht zu erscheinen.

Da passt es perfekt ins Bild, dass der amtierende Dekan kein Grußwort sprechen wollte und der neugewählte nicht, weil er noch nicht in Amt und Würden sei;
[Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Arens-Fischer sprang daher ein.] Das alles ist unwürdig und in seinem fehlenden Geschichtsbewusstein einzigartig.

Warum wird gleichzeitig auf der Internetseite der Hochschule am Campus Lingen die beeindruckende Ausstellung mit keinem Wort erwähnt [Screenshot unten]? Ich finde das schäbig und gleichzeitig lese ich Schwülstiges : „Der Campus Lingen ist einzigartig: Denn hier verschmelzen Alt und Neu zu einem modernen Campus. In den Hallen I und II, in denen einst Arbeiter im Schweiße ihres Angesichts Lokomotiven ausbesserten, büffeln derzeit rund 2000 Studierende.“  Dass dazu auch Tausende Zwangsarbeiter zählten, erfährt man genauso wenig auf Eurer Seite, wie sie etwas über die Zehntausenden berichtet, die als Kriegsgefangene hier ausgeladen wurden. Stattdessen Schweigen und Desinteresse. Das ist nicht erträglich.

Bildschirmfoto 2015-02-01 um 23.47.43

9 Antworten to “Alt und Neu”

  1. b.f. said

    Es ist beschämend. Die Studenten von heute, auch die Lingener, sind unsere Elite von morgen!!

  2. Dicke Wurst said

    Das glaube ich jetzt nicht. Ich will es nicht glauben, wie diese Hochschule mit der Geschichte [nicht] umgeht.

  3. Eva Weckenbrock said

    Das ist wirklich kein Ruhmesblatt. Aber mag es vielleicht sein, dass die Studierenden selbst nicht darüber informiert sind? Ich kenne den Anteil der nicht aus dem Emsland stammenden Studenten nicht aber der dürfte nicht unerheblich sein. Der Vorwurf ist vor allem an die Hochschulleitung zu richten.

  4. kib said

    Ich denke, wir sollten uns nicht in Kleinteiligkeit verlieren und ersparen uns analytische Betrachtungen. Robert, bitte gewöhn Dir diesbezügliche Erziehungsmaßnahme einfach ab- bringt nix!

    Fakt ist, dass bei einer (vielleicht ehemaligen) guten Schulbildung in Dtl. das Nazi-Terror-Regime Teil der politischen Aufklärung war. Und das sollte es bleiben (wieder werden) – im Zweifel auch zu Lasten der „schwarzen Null“.
    Tja, und damit hast Du, lieber Robert einfach mal recht! So einfach kann Menschlichkeit sein. Kurzum: Würden wir uns also alle an die zehn Gebote halten, wärest Du einfach einmal arbeitslos.

    Religionen wären nicht mehr zu verteidigen: Kein Gott kann gerächter (!!) sein “ als ein Strafverteidiger im Stadtrat“. Ahoi & einen laaaaangen Atem wünscht Dir!. Ich bin für ein „sehr buntes Lingen, aber gegen Deine Gesinnungsdiktatur kann manfrau unschwer etwas unternehmen. Ich bin Deine kib (man, ich habe von Dir einmal viel gehalten)

    der Überzeugung , Du nimmst niemanden mit. Schade!

    • Hans Schmidt said

      „wir sollten uns nicht in Kleinteiligkeit verlieren“
      Als wäre das Verhalten von Studenten und Hochschulprofessoren eine „Kleinigkeit“.
      Nicht das erste Mal, dass ein kib-Kommentar reichlich wirr daher kommt.

  5. kib said

    Gehört gelöscht:

    der Überzeugung , Du nimmst niemanden mit. Schade!

  6. Jan Neumann said

    Kib: Da ist sie wieder. Die aufgeregte Kib. Aber nach wie vor nur schwer zu verstehen. Es bleibt wie immer die Frage offen, in welch einen Zustand Kib ihre Kommentare schreibt?

    • Buggy said

      Ich freue mich, wieder von kib zu lesen!
      Neue Schreiber werden mit so einem Post allerdings nicht unbedingt angelockt.
      Welcome Back, kib! 😉

  7. kib said

    Herr Neumann: Einfach mit dem stetigen Hintergedanken, wie verändert man Dinge? Reicht Ihnen das als Zustandsbeschreibung.
    Kritik oder Tatsachenbetrachtungen sind kleinteilig, wenn der Ansatz einer Verbesserung nicht aufgezeigt wird. Eindeutig hat das etwas mit Bildung (politischer Aufklärung) zu tun.
    Wie Sie oder Herr Schmidt das sehen ist für mich nicht maßgeblich.
    Unaufgeregte Grüße an Sie!

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