Ausgedient

25. Januar 2015

„Ausgedient“ handelt von Soldaten, die aus dem Krieg kommen und so krank geworden sind, dass sie weder ihren Einsatz fortführen noch so weiterleben können wie vorher. Ihre psychischen Beschädigungen sind so tiefgehend, dass sie intensiver psychiatrischer Behandlung bedürfen. Ihre Verletzungen sind nicht sichtbar. Aber es sind die Folgen eines Krieges, dem wir uns bisher nicht wirklich gestellt haben. Der Film porträtiert die Kompanie eines Panzergrenadier-Regiments, das auf den Einsatz in Afghanistan vorbereitet wird. Wie bereitet die Bundeswehr ihre Soldaten auf extremste Gewalterfahrungen vor? Wir sehen Soldaten, die aus Afghanistan zurückgekehrt sind, und solche, die dort hinfahren werden. Die traumatisierten Rückkehrer werden vom Horror ihrer Einsätze bis in ihren Alltag verfolgt. Für die Soldaten in der Vorbereitung ist Afghanistan vorerst nicht mehr als ein Potemkinsches Dorf auf einem Truppenübungsplatz im niedersächsischen Munster.

„So wird nur selten vom Krieg erzählt. An Leichenteile, die nach einem Selbstmordanschlag herumliegen, an Gerüche und Schreie der Verwundeten erinnern sich vier Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren. Und ihre Schilderungen sind erschütternd intensiv und konkret, denn was ihnen vor vielen Jahren widerfuhr, dominiert heute noch ihr Leben.

Einer von ihnen spricht davon, dass er „nach neun Jahren in derselben Schleife“ lebt, ein anderer „hasAusgedientst die ersten Frühlingstage“ und stellt in einer Therapiesitzung die Frage, ob es nicht einfacher für ihn gewesen wäre, wenn er, statt sich nun mit diesen Erinnerungen herumzuquälen, in Afghanistan gefallen wäre. „Man hat Menschenleben beendet“, sagt der eine und ein weiterer schildert, wie er das abgetrennte Bein eines Attentäters mit bloßen Händen angefasst hat und sich deshalb heute noch schuldig fühlt.

Michael Richter stellt in seiner Dokumentation „Ausgedient“ die Frage, wie der Krieg die Soldaten verändert…. „
AUSGEDIENT (D 2014, 80 mins) Buch und Regie: Michael Richter, Kamera: Uli Fischer, Jens Gebhard, Ton: Arndt Henning, Schnitt: Silke Olthoff, Redaktion: Jutta Krug (WDR) + Barbara Denz (NDR), gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Eine Produktion von HANFGARN & UFER Nord
*** Nominierung PRIX EUROPA 2014 ****
*** Nominierung Friedensfilmpreis Osnabrück Filmfestival ***
[leider habe ich zu diesem wichtigen Dokumentarfilm keinen Trailer entdeckt]

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