Jungbüffel

18. Januar 2015

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Sonntäglicher E-Mail-Eingänge für ganz persönliche Gedanken:

Günter schreibt: „Ich fordere weitere 26 Castoren für Lingen…stört doch in Lingen und Umkreis eh niemanden…
Wichtiger ist dort, ob Peter Maffay ein Kinderfahrrad in Lingen kauft, der LILI Bus seine Runden dreht und ob ehemalige, zum Teil etwas beleibte Fussballer in einer Halle in Sichtweite der Atomanlagen versuchen, den Ball zu treffen…

Werner antwortet: „Filmreif die gemalten Szenen! Vielleicht könnten Robert Koop u.a. mal so einen Film produzieren, der hat bestimmt noch viel satirische Munition, will heißen alltägliche Geschichten aus einer emsländischen Metropole. Ich könnte auch noch so manche Sequenz aus dem Umfeld dazu beitragen ;-)). Ungefährlich ist das wahrscheinlich nicht. Emsländische Fundamentalisten sind in ihrem Spaßverständnis bei Willi Millowitsch stehengeblieben. Gibts eigentlich schon Ligida?

Gestern war ich übrigens in Berlin. Es hat richtig gut getan, einmal in einer Woge von bunt-engagiert-fröhlichen Menschen, die in einer verlorenen Welt optimistisch bleiben wollen, bis zum Kanzleramt zu schwimmen. Gegen den Strom in der Emslandbrühe zu schwimmen ist oft sehr anstrengend. Besonders erfreulich der große Anteil an jungen Menschen. Emsländische Jungbüffel fielen nur durch die Teilnahme an einer gescheiterten Gegendemo auf.

Weiter so, Günter. Für deine intensive Recherchearbeit und die klare Ansage kann man dir gar nicht genug danken. Allen viel Kraft und weiterhin langen Atem für 2015!“

satt

18. Januar 2015

Wir haben es satt! Unter dieser Schlagzeile gingen gestern in Berlin zum fünften Mal Bäuerinnen und Bauern, Imkerinnen und Imker zusammen mit Tausenden von Verbrauchern für eine andere Agrarpolitik auf die Straße. 50.000 zählten die Organisatoren. Nein, die zum Wochenende in der Lokalzeitung porträtierten Landwirte waren nicht darunter; sie versuchten mit 1.000 Landwirten aus ganz Deutschland unter dem Motto „Wir machen Euch satt“ ein Gegengewicht; das scheiterte gründlich und das wird auch durch den  Blogbeitrag des agilen Bernhard Barkmann nicht besser, der sich an skurrilen Einzeltweets abarbeite, doch  überhaupt nicht zu erkennen scheint, dass nicht die Agrarindustriellen und Agrarkonzerne  seine Verbündeten sind sondern die Wir-haben-es-satt-Aktivisten.

Das Bündnis der Kritiker der bisherigen Landwirtschaftspolitik setzte jedenfalls in Berlin die Akzente. Ein Traktorenkonvoi mit über 90 Traktoren führte den Zug von 50 000 Demonstranten an. Sie forderten von der Bundesregierung eine klare Absage an das EU-USA-Handelsabkommen TTIP, einen wirksamen gesetzlichen Schutz der Land- und Lebensmittelwirtschaft vor der Gentechnik sowie den sofortigen Stopp des weiteren Ausbaus von Mega-Ställen.

Das „Wir haben es satt!“-Bündnis hat in den letzten Jahren viel erreicht: TTIP ist in aller Munde und 97% der Europäer lehnen mehr Macht für Konzerne ab. Bürgerinitiativen haben mit Hilfe des neuen Baugesetzes mehr als 100 Mega-Ställe verhindert. Gentechnik hat durch das Engagement einer breiten Bewegung auf unseren Äckern keinen Fuß gefasst. Doch dies sind nur die Anfänge einer dringend notwendigen Agrarwende für eine Zukunft der Landwirtschaft in bäuerlicher Hand mit Rückhalt in der Gesellschaft.

„Das EU-USA-Handelsabkommen (TTIP) dient einseitig global agierenden Konzernen und wird vielen bäuerlichen Betrieben hier und weltweit die Existenzgrundlage entziehen. Gleichzeitig drohen die Verbraucherstandards gesenkt zu werden“, sagt Jochen Fritz, Sprecher des „Wir haben es satt!“-Bündnisses. „Das heißt mehr Gentechnik im Trog und Hormonfleisch durch die Hintertür. Deswegen fordern wir von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel TTIP zu stoppen!“

Auch die Agrarpolitik der Bundesregierung wird von den Veranstaltern scharf kritisiert: Sie habe dazu beigetragen, dass beispielsweise seit dem Jahr 2000 mehr als Dreiviertel der SchweinehalterInnen aufgegeben haben, während Fleischkonzerne zunehmend die Tierhaltung übernähmen. Trotz eines Selbstversorgungsgrades mit Fleisch von 120 % würden weiter Mega-Ställe in Deutschland genehmigt.

„Die Strategie, die Produktion immer weiter auszudehnen, was zu Dumping-Exporten auf dem Weltmarkt führt, ist gescheitert. Die Landwirtschaft in Deutschland braucht eine Zukunft jenseits von Tierfabriken und Mega-Schlachthöfen“, so Fritz weiter. „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht handelt, zementiert sich eine agrarindustrielle Struktur, die nicht mehr veränderbar ist. Die Zukunft liegt in der Ernährungssouveränität auf Basis regionaler Märkte.“ (Quelle)

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van Gogh

18. Januar 2015

 Internationales Programm im Van Gogh-Jahr 2015

Vangoghselbstbildgross

Mit Vincent Van Gogh starb am 29. Juli 1890 einer der bekanntesten Künstler der niederländischen Geschichte. Seine Biografie, seine Werke und sein Einfluss auf die kulturelle Gesellschaft der Niederlande und Europas, sind das Thema der diesjährigen Veranstaltungsreihe anlässlich seines 125. Todesjahres. Die Niederlande laden gemeinsam mit Belgien und Frankreich zum Vincent Van Gogh-Jahr 2015 ein.

Insgesamt 30 Institutionen aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich schließen sich dieses Jahr unter dem Namen Van Gogh Europe zusammen. Das ganze Jahr über organisiert der Kooperationsverbund Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen zu Ehren des vor 125 Jahren verstorbenen Malers. Die Basis der Initiative bilden das Kröller-Müller-Museum, das Van Gogh-Museum in Amsterdam, die belgische Stadt Mons als Kulturhauptstadt des Jahres 2015 sowie der Verband Van Gogh Brabant.

Das internationale Programm beginnt bereits im Januar in Belgien. Die Stadt Mons zählt zu den Wirkungsstätten Van Goghs und nimmt einen Teil der Geschichte des Künstlers in Ihr Programm als Kulturhauptstadt 2015 auf. Mit der Ausstellung Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers erzählt das örtliche Museum der schönen Künste die Geschichte des jungen Niederländers während seiner beruflichen Findungsphase. In der Gegend um Mons versuchte sich Van Gogh in den 1870er Jahren einen Ruf als Prediger zu machen. Zuvor scheiterte er mit seinen Plänen als Verkäufer oder als Lehrer Fuß zu fassen. Die Entscheidung mit der Malerei sein Geld zu verdienen, traf der Brabanter in Belgien. Das Museum in Mons eröffnet seine Van Gogh Ausstellung am 24. Januar 2015 und präsentiert bis Mitte Mai diesen Jahres einen Einblick in die frühen Schaffensjahre des Malers.

Auch das Kulturprogramm der niederländischen Provinz Nordbrabant, Van Goghs Heimat, steht 2015 ganz im Zeichen des Künstlers. Das Nordbrabanter Museum präsentiert eine Dauerausstellung über den Maler. Van Goghs Geburtshaus in Zundert öffnet seine Türen für Besucher und gewährt einen Einblick dessen Kinder- und Jugendzeit. Verschiedene Nachtveranstaltungen, Festivals und fünf verschiedene Fahrradrouten entlang der Wirkungsstätten Van Goghs, komplettieren das Kulturjahr in Nordbrabant.

Eine weitere umfangreiche Ausstellung findet vom 25. April bis zum 27. September 2015 unter dem Titel Van Gogh & Co in der Nähe von Arnheim im Kröller-Müller-Museum statt. Hier wird die zweitgrößte Van Gogh-Sammlung der Welt präsentiert. Das Highlight der Veranstaltungsreihe ist jedoch dem Van Gogh eigens gewidmetem Museum in Amsterdam vorbehalten. Unter dem Titel Munch: Van Gogh vereint das Kunsthaus ab dem 25. September 2015 die Geschichte und Werke zweier Künstler miteinander, die trotz vieler Parallelen in ihrem Oeuvre, stets als Gegenstücke zueinander betrachtet wurden. Edvard Munch und Vincent van Gogh versuchten beide mit ihren Werken einen Beitrag zur Modernisierung des damaligen Kunstverständnisses zu liefern. Sie gelten beide als sehr ausdrucksstarke Künstler mit einem besonders expressiven Stil. Die Zusammenführung ihrer Bilder und Zeichnungen zu Ehren des vor 125 Jahren verstorbenen Van Goghs ist nicht nur eine weltweite Premiere, es ist gleichzeitig der kulturelle Höhepunkt des Van Gogh-Jahres 2015 in den Niederlanden.

[Quelle: Niederlande.net]