richtig und gut

17. Dezember 2014

Vorweg: Für Häme und dergleichen gibt es keinen Anlass. Eher für Respekt. Und das deswegen: Gestern veröffentlichte die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) einen Beitrag über die Herkunft von (vermuteten) Straftätern samt diesem Tweet:

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.44.36

Ich verfasste daraufhin gestern früh diese Tweetfolge:

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.43.36

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.40.48

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.41.54

LT-Chef Thomas Pertz antwortete am Vormittag:

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.46.23

Später reagierte sprachlos aber mit einem Screenshot NOZ-Autor Dirk Fisser:

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 23.49.16

Wie sehr es in der NOZ geknallt haben muss, zeigte dann am Abend der Kommentar von Jörg Sanders (NOZ): Die Herkunft gehört bei Straftaten nicht in die Presse.
Der NOZ-Mann schreibt:

„Woher stammen die Täter, die für Einbrüche in der Region verantwortlich sind? Diese Frage beantwortete unsere Redaktion am Dienstag. In diesem Zusammenhang ist die Beantwortung der Frage nach der Herkunft unumgänglich; in einigen anderen ebenfalls. Meistens aber hat sie in der Berichterstattung über Verbrechen in der Regel nichts verloren.
Die große Mehrheit der Einbrecher der Region sind: Deutsche. Das belegt die Statistik der Polizeidirektion Osnabrück. Aber ist die Nationalität des Täters bei einem Einbruch relevant? Macht es einen Unterschied, ob ein Deutscher oder ein Türke in eine Wohnung einbricht? Oder ein Deutscher mit Migrationshintergrund? Was ist mit einem Schweden? Klaut „der Türke“ oder „der Schwede“, weil er türkisch oder schwedisch ist? Wohl nicht. Vielmehr dürften zum Beispiel Milieu und familiäre Verhältnisse entscheidend sein.
Die Erwähnung der vermuteten Herkunft ist für eine Tat in der Regel unerheblich. Sie zu erwähnen, widerspricht dem Pressekodex des Presserats. In der Richtlinie 12.1 heißt es: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht“ – und zwar aus dem einfachen Grunde: „Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte“, heißt es im Kodex weiter…. [weiter hier].

Wir lesen. Kollege Sanders rüffelt Kollege Fisser [pardon „unsere Redaktion“]. NOZ-Mann kritisiert NOZ-Mann und zwar öffentlich. Das habe ich noch nicht erlebt. Es ist wohl eine Premiere und sie ist richtig und sie ist gut.

2 Antworten to “richtig und gut”

  1. ulrike said

    Leute, bei einer Aufklärungsquote von erheblichen 24 % in Niedersachsen bei Einbruchsdelikten im Gegensatz zu anderen Bundesländern läßt sich wohl nur wenig Erhellendes über die Herkunft der Täter sagen ,
    Wer nicht geschnappt wird , hat eben keine Herkunft.

    Aber gehen wir mal davon aus , daß der Rest alles Schweden sind. Und Deutsche natürlich.
    Im Fernsehen von Berlin-Brandenburg war vorgestern etwas ganz Schreckliches zu betrachten:
    Da lief eine Berliner Polizeistreife mit zwei Kollegen aus Rumänien über die Weihnachtsmärkte ,um rumänische Diebesbanden und Trickbetrüger zu fangen.
    Man soll es nicht glauben, das wurde offen ausgesprochen, vor allem von den rumänischen Polizisten.
    Da kann sich der aufgeklärte und politisch korrekte Zuschauer nur mit Grauen abwenden.

    • Hendrik Ganike said

      Bei Stadtfesten im Emsland gehen niedersächsische und niederländische Polizisten miteinander auf Streife – sind deswegen nur Niederländer Trunken- und Raufbolde? Oder vielleicht sogar alle?

      Können „alle Frauen“ nicht Auto fahren, weil ich bei denen weggucke, die es können, liebe Ulrike?

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