immer stärker werdender Online-Handel

20. November 2014

Die gestrige Pressemitteilung von Textilkaufmann Andreas Huesmann im Wortlaut.

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Liebe Lingenerinnen und Lingener,

hiermit möchten ich Sie darüber informieren, dass ich zum Ende dieses Jahres die Geschäfte Huesmann Herrenmode, Kivelingstraße 4, Trendstore, Große Straße 22 und Intersport, Kivelingstraße 10, schließen werde.

Aufgrund der Marktlage, der Geschäftsentwicklung im Textil-Einzelhandel insgesamt, der Flächenexpansion einhergehend mit Frequenzrückgang, auch bedingt durch den immer stärker werdenden Online-Handel, wird es meines Erachtens zu Flächenreduzierungen kommen. Um diesem nachfolgenden Prozess entgegen zu wirken und um uns neu und marktgerecht aufzustellen, habe ich mich dazu entschieden, die Anzahl der Geschäfte sowie die Flächen insgesamt deutlich zu reduzieren. Diese Maßnahme wurde im Übrigen mit meinen Söhnen Christopher und Alexander, die sich beide in Textil- und betriebswirtschaftlicher Ausbildung befinden, abgestimmt. Zudem verstehen und respektieren beide meine Entscheidung.

Das Huesmann Damenmodehaus, Große Straße 14 – 16 wird zum Frühjahr 2015 nach erfolgtem Umbau als Damen- und Herrenmodehaus neu eröffnet. Wir konzentrieren uns dort auf unsere Stärken im mittleren bis gehobenen Genre und werden Ihnen ein schönes, ansprechendes Markensortiment anbieten. Der Camel Active Store bleibt bis auf kleine Veränderungen bestehen. Die anderen im Eigentum befindlichen Verkaufsflächen werde ich zur Vermietung anbieten und mich intensiv darum bemühen, diese in eine ordentliche marktgerechte Vermietung zu überführen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern bedanken. Insbesondere den langjährigen Mitarbeitern gebührt meine Anerkennung und mein Dank. Ihre Loyalität gegenüber dem Betrieb sowie ihre hohe Kundenakzeptanz war das, was Huesmann Mode jahrelang auszeichnete und wird auch das sein, was wir Ihnen in Zukunft, wenn auch verkleinert aber dennoch kompetent, anbieten möchten.

Abschließend bedanke ich mich bei allen Kunden für Ihre Verbundenheit gegenüber dem Betrieb sowie gegenüber unseren Mitarbeitern für Ihre langjährige Treue und bitte Sie gleichzeitig um Verständnis für meine Entscheidung.

Lingen , den 19.11.2014

Andreas Huesmann“

 

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16 Antworten zu “immer stärker werdender Online-Handel”

  1. Marc Riße said

    Sehr schade!

    Schlimm für Lingen, schlimm für mich. Ich habe noch nie Kleidung im Internet gekauft.

    Für mich und viele Bekannte war das DIE Adresse. Wo sollen wir denn nun kaufen? Bei KiK? Bei klamotten24de?

    Mein erster Eindruck: Das Lingener Einzelhandelskonzept hat (zumindest) im Textilbereich offensichtlich versagt. Und: Ja, daran habe auch ich mitgearbeitet.

    Gerade dieser Unternehmer hat seit Jahren vor der Einzelhandelsentwicklung in Lingen gewarnt. Dafür bekommen wir nun die Quittung. Ohne Kundenkarte, ohne 3% Rabatt, ohne Gürtel umsonst.

    • hans1550 said

      Das klingt aber eher so, als hätte sich da jemand verspekuliert.
      Niemand macht derartig große Investitionen wie am Kopfende der Großen Straße und gibt sie dann kurz darauf wieder einfach so auf. Die Marktlage war doch vor 3 Jahren nicht wirklich anders.

  2. Emsland said

    Die Kaufmannschaft sollte sich auch mal ein besseres Konzept überlegen. Das Internet hat 24 Stunden geöffnet, aber was zeigt sich in der Stadt? Am Samstag? Der Frisör schliesst um 12 Uhr, beim Handyladen ist 13 Uhr Schluss, beim Bäcker um 14 Uhr, der Klamottenladen um 18 Uhr, Discounter 20 Uhr, Rewe 22 Uhr, etc…

    Macht doch alle am Dienstag vormittag zu und den ganzen Samstag auf, ganz einfach.

  3. Michael Sänger said

    Ja, ja, Emsland, das Internet wird zum Maßstab aller Dinge in dieser Welt. Aber der Frisör, der Angestellte im Handyladen und der Bäcker sind Menschen, die auch ein Recht auf ein Leben jenseits von ununterbrochenen Öffnungszeiten haben!! Wer meint, er müsse am Samstag um 22 Uhr noch einer Sechserpack Bier und Geschirrspülmittel kaufen, ist irgendwie nicht in der Lage sein Leben richtig zu organisieren. Und für diese Unfähigkeit sollen andere rund um die Uhr arbeiten?? Das machen ja schon die Tankstellen. Fragen Sie sich mal, ob ihre Auffassung nicht eine sehr egoistische ist! Im übrigen können Sie bei den meisten Bäckern in der Lingener Innenstadt am Samstag bis 18 Uhr einkaufen. Dass der Handyladen angeblich um 13 Uhr zu macht, liegt vielleicht daran, dass der Bedarf an Handys mittlerweile offenbar gesättigt ist und es sich einfach nicht lohnt, am Samstag das Geschäft länger zu öffnen. Und fragen Sie mal bei den Angestellten bei REWE in Darme nach, was sich von 22 Uhr bis 24 Uhr umsatzmäßig dort noch abspielt! Nicht mehr viel. Ja, so ist das, ganz einfach, nicht?

    • Hendrik Ganike said

      Wie interessant, dass sie den Zeitraum bis 22.00h für den Supermarkt nicht in Frage stellen, Herr Sänger!
      Noch vor wenigen Jahren wurden doch schon beim „langen Donnerstag“ – und der ging nur bis 20:00 Uhr – die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

      Meine Enkelin bestellt sich, so erklärte sie mir, ihre Spültabs auch bereits im Internet und betrachtet das als „gut organisiert“. Ja, so ist das.

    • Emsland said

      Etwas wirr, dieser Kommentar. Der Markt hat sich am Kunden zu orientieren, da hilft keine falsche Nostalgie.
      Konkret: der Kunde kommt nicht aus Gemütlichkeit oder Egoismus am Samstag, sondern weil dieser vielleicht selbst in Vollzeit arbeitet und nicht in der Woche einkaufen kann?
      Ich habe mich auch nicht für Öffnungszeiten bis Ultimo ausgesprochen, im Gegenteil: der Sonntag wird z. B. viel zu sehr aufgeweicht für Sonderöffnungen, teils entgegen gesetzlicher Beschränkungen.
      Aber wäre eine Samstagsöffnung von 10 bis 18 Uhr zu viel verlangt? Auch unter Einbeziehung der Stadtbibliothek? Nein, ich denke nicht.

      • Bernhard Schulte said

        Man kann natürlich die Ladenöffnungszeiten nach Strich und Faden liberalisieren – ob das aber dem Handelsangebot und dem Arbeitsmarkt zu gute kommt, sei dahingestellt.
        Der rundum – Öffnung wie im Internet ist aus rein menschlicher Sicht wohl nicht zuzustimmen.
        Im Übrigen gibt es tariflich festgelegte Arbeitszeiten, die dann nur nur von großen Läden im Schichtbetrieb oder mit schlecht bezahltenTeilzeitkräften einzuhalten sind.
        Beratungsintensive Ware setzt aber Warenkenntniss des Verkaufspersonals voraus – und das ist für Hunger- und Mindestlöhne nicht zu bekommen.
        Das führt dann irgendwann dazu, dass auch die letzten inhabergeführten Fachgeschäfte verschwinden und in den großen Fachmärkten Hinweise an den Regalen kleben aus denen hervorgeht, dass fachkundige Beratung von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr erfolgen kann.

        • Emsland said

          Wunderbar diese Ausführungen zu arbeitsrechtlichen Standards. Was hat das mit dem Kunden zu tun? Kümmere ich mich, wenn ich einen BMW kaufe, um die Arbeitsbedingungen in München?
          Wieso wird dem Kunden (in Bezug auf die Öffnungszeiten) eine heilsbringende Funktion aufoktroiert?

          • Bernhard Schulte said

            Ich habe versucht klarzumachen, dass eine in manchen
            Branchen notwendige und geforderte fachkundige Beratung rund um die Uhr unmöglich ist. Die superlangen Öffnungszeiten wären nur möglich mit Hilfskräften, die Ware nachfüllen und aufpassen, dass nicht so viel geklaut wird.
            Bei Seifenpulver und Spülmitteln funktioniert das gewiss – bei technischen und elektronischen Geräten, hochwertiger Oberbekleidung (nicht von KIK) oder Schmuck wird´s dann aber sehr problematisch.
            Und diese „Hiwis“ sorgen dann dafür, dass der Arbeitgeberseite selbst die Mindestlöhne noch zu hoch sind.
            Mal abgesehen von der sozialen Problematik: Quer durch die Handelslandschaft rechnet sich das einfach nicht.
            Und wenn – dann höchstens für die „Riesen“.
            Die kleineren, zu denen dann auch Unternehmen wie Husmann gehören, bleiben auf der Strecke.
            Die ganz kleinen sind ja längst weg vom Fenster.

  4. Henk Muhammad Wilders said

    Viel schlimmer:
    Wölfe im Landkreis Diepholz schafmörderisch unterwegs.

  5. Mieke said

    Vielleicht muss Frau Huesmann ausbezahlt werden !??

  6. Tiger,T. said

    „Vielleicht“ ???

    Herr Riße, es geht hier um Privates!
    Da kann man sich nicht mit einem „Vielleicht“ genüsslich zurücklehnen und mal abwarten, was die Leser- und Kommentatoren-Gemeinde hier im Blog so meint.

    Herr Huesmann hat diese Häme nicht verdient, egal, wie man zu ihm steht!
    Er hat es wenigstens versucht!

    • ulrike said

      Danke, Tiger,T.
      Sie ersparen mir damit, etwas Unhöfliches , wie z.B. „grottendämlicher Kommentar “ zu Mieke zu schreiben.

      Es ist vielleicht nicht mehr im Bewußtsein, daß wenige Meter von Huesmann entfernt , ein kleines,feines Geschäft für Kinderwagen,Bettchen, Hochstühle und Erstausstattung für Babys bestand , .Inklusive qualitätsvoller Beratung.
      Der Inhaber erklärte mir vor einigen Jahren auf meine verblüffte Nachfrage ,daß er nichts mehr verkaufen könne.
      Wenn er junge Eltern z.B. beim Kauf eines Kinderwagens lange beraten habe , verlasse ihn die Kundschaft mit der Bemerkung , nun wisse man ja genau , welches Modell man im Internet bestellen werde. Da half auch nicht der Hinweis , daß er über seinen Einkaufsverband den günstigsten Preis anbieten könne.

      Diese Entwicklung setzt sich momentan bei vielen Sortimenten fort , meine letzte Information handelt von Handarbeitswolle in der Größenordnung 500 g. Die Kundin ließ sich im Fachgeschäft Farbe und Qualität zeigen, um auch hier erfreut zu bekunden , daß sie jetzt diese im Internet bestellen wolle.

      Das sind nur zwei Schlaglichter auf die Entwicklung hier im
      Zentrum.

      Ein kritischer Aspekt des Internethandels ist die Warenverschickung teils kleinster Mengen durch mehrere Paketdienste. i Das sollte hier mal diskutiert werden , vielleicht unter dem Gesichtspunkt Nachhaltigkeit und Umweltbelastung durch z.B. Abgase.

    • Marc Riße said

      Vielleicht hat der Tiger meine rethorische Frage nach dem missplatzierten Mieke-Kommentar einfach missverstanden? Obwohl ich die Rudeltier-Satzzeichen Miekes übernommen habe? Gut, dann nochmal im Klartext:

      NATÜRLICH GEHÖRT SO EINE SAUBLÖDE FRAGE HIER NICHT HIN!

      Jetzt verstanden?

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