Verdammt

16. November 2014

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Heuerlinge.BuchklappeBernd Robben und Helmut Lensing
„Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“
Eine Buchvorstellung
Emsbüren – Heimathof, Ludgeristraße
Heute – 16 Uhr
Eintritt frei

Nahezu 400 Jahre war in Nordwestdeutschland das Heuerlingswesen der wesentliche Bestandteil des Lebens auf dem Land. Die „Heuerleute“ prägten gerade auch das Emsland, weshalb bis zu 80 Prozent der angestammten Bevölkerung Heuerleute unter ihren Vorfahren finden. Zugleich gab es in der Gesellschaft und in Familien bis in die jüngste Zeit geradezu offene Wunden wegen des Verhältnisses zwischen Heuerleuten und Bauern, andere Familien waren froh, die Armut auf dem Lande endlich hinter sich gelassen zu haben und wollten hierüber nicht mehr sprechen. Das sind die Gründe, weshalb bisher die Geschichte der Heuerleute nicht aufgearbeitet wurde. Die Geschichte dieses regionalen Prekariats war tabu.

Denn schon wer als Heimatforscher und Geschichtsarbeiter über die Heuerleute sprach, geriet in die „historische Schmuddelecke“, wie mir einer der Protagonisten unlängst sagte. So wurde „verdrängt, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung im Emsland einst zur Schicht der Heuerleute gehörte. Sie bildeten mit ihrer Arbeit und ihren Einkünften durch Landwirtschaft, Handwerk und Hollandgang in der Summe die tragende Säule für die Agrarproduktion und die Volkswirtschaft der gesamten Region“ (Andreas Eiynck).

Erst jetzt und nach langen Recherchen haben Bernd Robben und Helmut Lensing die Geschichte der Heuerlinge im Nordwesten aufgearbeitet. Beide präsentieren heute (16. November) um 16 Uhr im Heimathof Emsbüren ihr Buch „Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen“. Musikalisch wird die Veranstaltung umrahmt vom Panikorchester Emsbüren und Günter Janssen (Spökenkieker).

Das Werk von Robben und Lensing zeigt auf, wie das Heuerlingswesen entstand, wie die Heuerleute lebten und wohnten, wie sie nach Unabhängigkeit vom Bauern und nach eigenem Land strebten; dazu besiedelten sie unter primitivsten Bedingungen Moore und Heiden, gingen zur Saisonarbeit in die Niederlande („Hollandgänger“), wanderten zahlreich nach Nordamerika aus und suchten beständig ihre schwierige wirtschaftliche Situation zu verbessern. Erst während der Wirtschaftswunderjahre verschwand ihre Lebens- und Wirtschaftsform. Zahlreiche Illustrationen und anschauliche Quellen lassen die Geschichte der Heuerlinge von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende vor wenigen Jahrzehnten wieder lebendig werden.

Heuerlinge

Bernd Robben und Dr. Helmut Lensing
„Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“
Betrachtungen und Forschungen zum Heuerlingswesen in Norddeutschland
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Studiengesellschaft für emsländische Regionalgeschichte (November 2014)
ISBN-10: 398140419X
ISBN-13: 978-3981404197

Die Schöpfung – Oratorium von Joseph Haydn
Concertino Lingen, Bläser der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Chor St. Bonifatius Lingen
Leitung KMD Joachim Diedrichs
Lingen (Ems) – Bonifatiuskirche, Burgstraße

Heute – 20 Uhr
Eintritt: 28 Euro (Mittelschiff), 22 Euro (Seitenschiff)

Joseph Haydn (1732 – 1809) schrieb sein erstes großes Oratorium „Die Schöpfung“ in den Jahren 1795-98, also mit etwa 65 Jahren, als Frucht seines Englandaufenthaltes und der Begegnung mit den Oratorien Händels. Die Textvorlage schuf ein sonst nicht bekannter englischer Autor Lidley (oder Linley); der Wiener Diplomat und Kunstliebhaber Gottfried von Swieten besorgte Haydn die deutsche Textfassung und ermunterte ihn immer wieder zur Komposition dieses Stoffes.

Die typisch englische, naiv weltgläubige Frömmigkeit und die optimistische Weltlichkeit entsprachen Haydns Wesen, bei dem sich der Geist der Aufklärung und der kirchliche Glauben zur Harmonie verband. Und so schuf er ein Werk, dem nichts seines vorherigen Schaffens gleichkommt und welches zum Vorbild einer jahrhundertlangen Entwicklung des Oratoriums werden sollte.

Die ersten sechs Schöpfungstage werden mit Rezitativen, Arien, Duetten und Terzetten von Raphael (Bass), Uriel (Tenor) und Gabriel (Sopran) besungen und enden jeweils mit einem großen Chor-Lobgesang, in den auch die himmlischen Heerscharen einstimmen. Den Abschluss bildet der Lobgesang Adam und Evas (Bass und Sopran) vor dem Sündenfall im Paradies mit einem großartigen Schlusschor „Singt dem Herrn, alle Stimmen“.

In der Lingener Aufführung singen die Solisten Martina Rüping (Berlin), Sopran; Max Ciolek (Osnabrück), Tenor und Thilo Dahlmann (Solingen) Bass-Bariton. Es singt der Chor St. Bonifatius / Lingen, begleitet vom Streichorchester Concertino Lingen (Streicher-einstudierung: Dirk Kummer). Das Orchester wird ergänzt durch Gastmusiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Die Gesamtleitung hat KMD Joachim Diedrichs, Lingen.