WaslosinLingen berichtet in seinem Blog über das bisher vielleicht größte Konzertereignis in der Lingener Emslandarena. Das Jan-Delay-Konzert vorgestern Abend. Hier [mit herzlichem Dank] als Crosspost mit  den Fotos von André Vehring die Konzertkritik von Lea Masselink (WaslosinLingen).

Samstagabend hat Jan Delay mit seinem im April erschienenen Album „Hammer & Michel“ Halt in Lingen gemacht. Das Konzerterlebnis mutete an wie eine Session im Sinne alter HipHop-Jams. Er überraschte die rund 4400 Besucher in der ausverkauften Emsland Arena weit mehr als einmal.

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Zunächst entern Moop Mama die Bühne: Sieben Bläser und zwei Drummer um den ehemaligen Creme Fresh MC Keno begrüßen Lingen mit den Worten: „Wir kommen aus der Stadt, die immer schläft, um euch aufzuwecken!“ und präsentieren passend ihre aktuelle Singleauskopplung.

Die Urban-Brass-Kombo gibt in Roboter-Bewegungen einen sozialkritischen Song von „Das rote Album“ zum Besten: „Arbeite, konsumiere, arbeite wie ein Roboter“. Sie reißen das Publikum mit und Keno grölt: „Wenn wir fertig sind, müsst ihr schon ordentlich schwitzen, sonst haben wir unseren Job verfehlt!“

Verfehlt haben sie ihn definitiv nicht: Die Temperatur in der Arena steigt bis zum letzten Song ordentlich an.

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Dann fällt der Vorhang für Jan Delay und seine Disko No. 1. 
Rampensau und Sonnenbrillenliebhaber Delay hat „Liebe“ mitgebracht und leitet den Opener seines neuen Albums ein. Beim dritten Song „Wacken“ entführt er die Zuschauer in die Festivalhochburg und entsprechend feiern diese ihren Entertainer.

An Unterhaltungswert und Interaktion mit dem Publikum toppt Delay das, was eingefleischte Fans schon seit der Mercedes Dance – Tour kennen.

Da ist nicht viel einstudiert, da wird spontan gereimt: „Es ist vor allen Dingen so schön in Lingen mit euch zusammen zu singen!“

Songs der neuen Platte mischen sich mit alten wie „Klar“, „Türlich, türlich“ und „Feuer“. Zu „Oh Johnny“ werden wild Shirts über den Köpfen gewedelt. Die Stimmung könnte nicht besser sein.

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Bei „Sie kann nicht tanzen“ lässt sich der Hamburger vom Publikum beweisen, dass die neue Arena als Tanzschuppen taugt. In Licht und Ton wird deutlich, dass Lingen in der ersten Liga deutscher Konzerthallen angekommen ist.

Das besondere an diesem Abend ist die Variabilität von Jan Delay: Er zeigt, dass der totgesagte Hip Hop mit deutscher Sprachgewandtheit in Verbindung mit einer vollen Bandbesetzung Erfolge feiern kann.

Einzelne Strophen werden immer wieder instrumental mit Rockklassikern unterlegt und von der gesamten Arena begeistert aufgenommen. Hier mal ein paar Takte Red Hot Chili Peppers, da mal Lenny Kravitz. Auch Guns N‘ Roses „Paradise City“ und „Fight For Your Right“ der Beastie Boys bringt die Band auf die Bühne.

Durch Missy Elliots „Get Ur Freak On“ und Macklemores „Thrift Shop“ wird der Jam komplett.

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Sein Set vor der letzten Zugabe beendet Delay mit Blur „Song 2“. Die Zuschauer holen ihn einstimmig mit „Seven Nation Army“ wieder auf die Bühne.

Seine aktuelle Nummer „St. Pauli“ markiert den Schluss einer knapp zweistündigen Jam Session und Jan Delay resümiert dankend: „Es war ein Fest, ein rauschendes!“

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Text und Redaktion: Lea Masselink
Fotos: © André Vehring