Tag des offenen Denkmals

13. September 2014

DSC04462Denk mal: Vielleicht hätten wir an oder zu diesem morgigen  Tag des offenen Denkmals (rechts im Wortsinn ein lingentypyisches  offenes Baudenkmal) einmal gemeinsam aufarbeiten können, bei wievielen Baudenkmalen in unserem Städtchen die Bauverwaltung in der letzten Zeit kräftig daran mitgewirkt hat, ihnen den Garaus zu machen und warum.

Man könnte auch nachfragen, weshalb es keinen Denkmalschutzbeauftragten in Lingen gibt. OK, die Antwort auf diese Frage ist einfach: Eine Kultur der Kritik ist in Lingen nicht vorhanden und ein solcher Ehrenamtler könnte ja Probleme machen, wenn mal wieder jemand zulasten eines Baudenkmals Mammon in die Hand nimmt.

Außerdem wissen wir doch alle, dass unsere Behörden keine Fehler machen (niemals !) und die kleinen alltäglichen Desaster an Emstunnel, Ausländerabschiebereien, Tierschutz, Geld im Altenlingener Forst versenken und eben Denkmalabriss keine Fehlleistungen der jeweiligen Verwaltung sondern notwendig und richtig sind. Also entschuldige ich mich gleich dafür, über derlei überhaupt nachgedacht zu haben. Und das Ende Juli zerstampfte Arbeiterwohnhaus in der Kaiserstraße war ja gar kein Arbeiterwohnhaus und konnte daher weg, weil es natürlich kein Baudenkmal sondern eine Signalstation der oberen Denkmalschutzbehörde in Oldenburg war. Vor dem Abriss wurde nämlich signalisiert, dass…

Kommen wir auf den Denkmal-Tag zurück: Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag unter dem Motto „Farbe“. Da nun fehlen dem aufmerksamen Lingener mindestens zwei Bauwerke in seiner Stadt: Einmal die alte Schepsdorfer Kirche die farblich  eingeflattert ist (Bild re) und natürlich das rot-blaue Farbspiel a la Baurat Lisiecki in der Schützenstraße (Bild lks), wo mal eben ein Baudenkmal des Lingener Architekten Hans Lühn durch das OK der Bauverwaltung verhunzt wurde.

Immerhin wird der Denkmal-Tag dieses Jahr nicht vergessen, wie weiland zu Zeiten des uns gottseidank abhanden gekommenen Oldenburgers, der als Stadtbaurat Lingen acht Jahre überwiegend schreckliche Architektur hinterlassen hat; doch Architektur ist ja nur Geschmacksache, wusste eine Ratskollegin jüngst zu plappern. Na dann ist sie ja auch nicht wichtig!

Unten die regionale Denkmal-Programmkarte für Sonntag, den Tag des Denkmals [bitte Grafik anklicken; viel Spaß dabei]. Hier noch ein kleiner Hinweis, was Sie selbst tun können, um Baukultur vor Kommerz und privatem Klüngel zu sichern.

Bildschirmfoto 2014-09-12 um 22.06.26

8 Antworten to “Tag des offenen Denkmals”

  1. Hans Schmidt said

    Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass im Lingener Bauamt überhaupt jemand richtig Ahnung von Denkmalschutz hat. Denn sonst müsste eigentlich etwas anderes rauskommen als in Lingen. Auch das Programm 2014 bietet in Lingen manch Unterhaltsames („Moorschnitzen“), aber wenig Denkmalpflege, wie ich meine. Auf der Internetseite des Denkmaltags (http://maps.tag-des-offenen-denkmals.de/#/denkmal/1179482651572) fehlen sogar das Professorenhaus und die Kunstschule. Angegeben ist nur die Kreuzkirche. Da muss jemand vor Ort nicht aufgepasst und die beiden anderen Baudenkmale nicht gemeldet haben, oder?

    Ist der Fachdienstleiter Frerich überhaupt ausgebildet für seine Denkmalpfleger-Arbeit? Gibt es für ihn und die anderen Denkmalpfleger des Lingener Bauamts eine Fortbildungspflicht in Sachen Denkmalschutz? Ich meine damit wirkliche Fortbildung und nicht nur ein halbtägiges Treffen mit anderen Baubeamten.

    Fahren die Lingener Denkmalpfleger auch in andere Städte, beispielsweise in die östlichen Bundesländer, um dort zu sehen, was Denkmalschutz bedeutet und was er für wunderbare Ergebnisse zeigt? Wissen Sie das, Herr Koop? Wenn nicht, fragen Sie doch mal nach.

    HS

    • ulrike said

      Da es in Lingen keinen Denkmalpfleger gibt , kann dieser auch nirgendwo zur Weiterbildung hinfahren.

      Ich könnte mir vorstellen, daß zur intellektuellen Sensibilisierung eine Zwangsmitgliedschaft bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Mitarbeiter des Bauamtes und der Stadtplanung segensreich wäre.

      Eine etwa zehnjährige Lektüre der hervorragenden Veröffentlichungen sollte einiges bewirken können.

  2. Hendrik Ganike said

    Ich finde keine Infos zum neu errichteten Denkmal am Altenlingener Weg – wann ist das vom Bauherren Susok Errichtete zu besichtigen?

  3. Brigitte Brüggmann said

    Das diesjährige Thema war „Farbe“. Ich habe auf dem Universitätsplatz am Sonntag einige Personen gefragt, was denn die Kreuzkirche, das TPZ und die Kunstschule mit dem Thema Farbe zu tun haben. Klar, in der Kunstschule wird u. a. auch mit Farbe experimentiert, das Gebäude ist frisch gestrichen, aber das hat ja nichts mit Denkmalschutz zu tun. Wer kann mir weiterhelfen, ich möchte ja nicht dumm sterben. Danke im voraus!!

  4. Michael Sänger said

    Liebe Frau Brüggmann, wenn Sie sich erinnern, war die Kunstschule bisher in einem unfreundlichen Grauton gestrichen und war ein farblicher Störfaktor auf dem Universitätsplatz. Jetzt hat dieses Haus Farbe bekommen und ich finde es steht ihm sehr gut zu Gesicht. Alle drei Gebäude sind in der Barockzeit entstanden und haben den für diese Zeit typischen Anstrich: Ocker in verschiedener Tönung. Insofern hat diese Farbe etwas mit Denkmalschutz zu tun. Bei Sonnenlicht hat nun dieser Platz durch die drei Gebäude einen lichtwarmen Charakter. Um diesen Platz würden uns andere Städte wahrlich beneiden! Konnte ich Ihnen weiterhelfen? Und dumm stirbt sowieso niemand, denn im Augenblick des Todes ist es egal, ob Sie intelligent oder dumm gelebt haben!

  5. Brigitte Brüggmann said

    Danke, Herr Sänger, Sie haben mir sehr geholfen. Den Anstrich
    der Kunstschule finde ich auch sehr gut, eine schöne und warme
    Farbe. Mir gefällt der Universitätsplatz sowieso viel besser als der
    Marktplatz, aber das ist ja auch Ansichtssache.

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