Grünland

2. September 2014

Bildschirmfoto 2014-09-02 um 22.37.01Bienen finden im Spätsommer keine Nahrung mehr. Umwelt- und Imkerverbände fordern einen Stopp des Pestizideinsatzes auf Grünland. Dazu z#ählen der Deutsche Verband der Berufsimker (DBIB), der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), Greenpeace, der NABU und das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany). Sie protestieren gemeinsam gegen den Verlust von artenreichem Grünland durch eine intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Damit gehen den Bienen im Sommer im ländlichen Raum die letzten Weidegründe verloren. Außerdem verlieren viele weitere Insekten und die letzten Wiesenbrüter ihre wichtigen Lebensräume.

„Wir fordern einen sofortigen Stopp des Pestizideinsatzes auf artenreichem Grünland“, erklärt Manfred Hederer, Präsident der deutschen Berufsimker. „Nur so ist es möglich, dass unsere Bienen im Sommer überhaupt noch Nahrung finden“, ergänzt der Imker.

In der Bundesrepublik macht das Grünland noch knapp fünf Millionen Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Es ist damit ein prägendes Element der Agrarlandschaft mit einem hohen ästhetischen Wert. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) informierte dieses Jahr darüber, dass von 2009 bis 2013 das artenreiche Grünland in der Bundesrepublik um 820 Quadratkilometer und damit um 7,4 Prozent geschrumpft ist. Neben dem Flächenverlust sind Umwelt- und Imkerverbände über den Qualitätsverlust der Grünländer besorgt.

Völlig unverständlich ist für die Naturschützer, dass auf dem verbleibenden Grünland Pestizide eingesetzt werden, um unerwünschte blühende Wildkräuter zu beseitigen. Landwirte sprühen bundesweit Herbizide (Pflanzenvernichtungsmittel), um höhere Erträge auf den Wiesen zu erzielen. Die öffentliche Hand unterstützt diese Praxis. So verbreitet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft derzeit eine über 20-seitige farbige Broschüre mit dem Titel „Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden“. Darin werden seitenweise Blühpflanzen unter der Rubrik „minderwertige Platzräuber“ aufgelistet und chemische Bekämpfungsmaßnahmen empfohlen.

Grünlandflächen ohne Herbizideinsatz bieten mit einer Vielfalt an Strukturen und zeitlich gestaffelten Blühabfolgen eine große Vielfalt an Nahrungs- und Lebensräumen für zahlreiche Tiere. Hier finden Vögel, Amphibien und eine Vielzahl von Insektenarten ihre Nahrung. Aufgrund des hohen Artenspektrums spielt der Erhalt artenreicher Grünlandflächen eine ganz wesentliche Rolle bei der Erreichung von nationalen und internationalen Biodiversitätszielen.

Am 27. August 2014 hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) die deutschen Bauern- und Gartenverbände zu einem Treffen in sein Ministerium nach Berlin eingeladen. Es soll unter anderem über den Pflanzenschutz und seine Akzeptanzprobleme beraten werden. (Quelle; Foto Apis mellifera carnica: Richard Bartz, München CC BY-SA 2.5)

#45

2. September 2014

Diop
Madiama Diop kommt aus dem Senegal und lebt als Asylbewerber in Deutschland. Seit einigen Monaten spielt der 29-jährige aktiv American Football und gehört dem Kader der Würzburg Panthers an. Als Asylbewerber unterliegt er der sogenannten Residenzpflicht. Madiama darf das bayerische Unterfranken wegen der Residenzpflicht nicht verlassen. Bei Auswärtsspielen fehlt er in der Mannschaft.

Martin Riethmüller und Thoralf Polet haben sich jetzt gegen den bürokratischen Unfug engagiert und eine Online-Petition gestartet, die inzwischen fast 25000 Unterzeichner unterstützen. Martin Riehmüller sagt: „Ich spiele seit 2008 bei den Panthers. Als Madiama neu zu uns ins Team kam wurde ich sein Mentor und konnte dabei zusehen, wie schnell aus Madiama ein Spitzen-Teamplayer und Footballer wurde. Mit dieser Petition setzen wir uns für unsere Nummer 45 ein!

Denn es können Ausnahmen ermöglicht werden, wenn denn die zuständige Behörde das will. Und hier liegt das Problem: Die Verwaltung Würzburg hat eine beantragte Sondergenehmigung abgelehnt.“

Kollege Thoralf Polet: „Ich bin großer American Football Fan. Doch ganz gleich ob man Football so liebt wie ich oder nicht, Madiama Diop verdient unsere Unterstützung. Wenn man es mit der Integration von Zuwanderern wirklich ernst meint, dann sollten ihnen auch keine unnötigen Hürden aufgebürdet werden!“

„Die Regierung von Mittelfranken soll deshalb mit dieser Petition zum Umdenken bewegt werden und Madiama Diop die Teilnahme an Auswärtsspielen ermöglichen. Für Madiama! Unsere Nummer 45!“

Mehr Infos: Artikel Main-PostBeitrag DeutschlandfunkArtikel Süddeutsche ZeitungArtikel Main-PostArtikel FAZArtikel SternArtikel Rheinische Post,Online-Artikel N24Bericht AbendschauRadiointerview detektor.fm (direkter Link)

Mitmachen bei der #45-Foto-Aktion: Facebook-Seite der Panthers