70 Jahre

24. August 2014

Vor einigen Tagen habe ich in diesem Blog kritisiert, dass des Schicksals der Zwarte Hand aus Belgien nicht gedacht wird, obwohl unser Stadt dazu allen Anlass hätte. Die Gleichgültigkeit setzt sich fort. Jetzt, in dieser Stunde vor 70 Jahren wurden sieben Geiseln aus Luxemburg auf dem ehem. Schießplatz in Schepsdorf hingerichtet. Auch an diesen Mord erinnert der Gedenkstein nahe des Hinrichtungsorts. Doch auch diesen Jahrestag haben die Verantwortlichen nicht begangen. Traurig und beschämend gleichermaßen.
Auszug auf einem Relief

Nachtrag
Hallo Robert.

Fünf Personen haben Sonntagabend in Lingen an die ermordeten Geiseln erinnert. Sie haben mit ihren Händen auch die notwendigen Reinigungen am Mahnmal vorgenommen
Von der Stadt Lingen waren keine Signale am Monument zu sehen. Wie erwartet!
Das Thema sollte über deinen Blog hinaus veröffentlicht werden. Kulturhistorische Arbeit wird von der Kommune partiell nicht vorgenommen. Da helfen auch die Schutzargumente – die Dezernentin sei krank – wenig, sie sind nur peinlich.

Grüße
G.K.

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10 Antworten to “70 Jahre”

  1. Michael Sänger said

    Das hatten wir doch in der letzten Sitzung des Kulturausschusses ausgiebig verhandelt: Wie und auf welche Weise kann man so einen traurigen Anlass denn angemessen begehen? Vielleicht könnte der Vorsprecher der Bürgernahen einfach mal einen konkreten und nachdenkenswerten Vorschlag dazu machen. Wem wird hier eigentlich Gleichgültigkeit vorgeworfen und wer sind die „Verantwortlichen“? Wenn das hier konkret genannt würde, dann könnte man schon weiter denken, aber so bleibt das wieder mal in der üblichen „Vorwurfs- und Empörungs-Rhetorik“ stecken. Und die wird langsam langweilig und bewirkt auch nichts. Warum organisieren und gestalten die Bürgernahen nicht mal beispielshaft so eine Gedenkveranstaltung, die an das Leid und Unrecht vergangener Zeiten erinnert? Das ist doch nicht immer nur die Angelegenheit der Verwaltung, sondern auch die der Bürger! Oder sehe ich das falsch, Herr Koop, der Sie ja nahe am Bürger sind?

    • Ja klar, Michael Sänger. Es sind immer die verantwortlich, die den Finger in die Wunde legen und nicht die, deren Gldichgültigkeit zum Himmel schreit und die solche Hedenktage schlicht vergessen, die Gedenkstätten verkommen lassen und sich einen Sch…dreck um schreckliche Ereignisse aus der Lokalgeschichte kümmern.

      Warum kritisieren die Kritiker überhaupt, wird gefragt? Warum erdreisten Sie sich zu Kritik? Sollen Sie doch selbst was machen! So spricht, Michael Sänger, die Provinz, die ertappte. Und Claqueure, die das gut finden, gibt’s immer!
      Ich hatte mir von Ihnen wirklich mehr Niveau erwartet…

      • ulrike said

        Es ist doch nun überflüssig,auf Herrn Sängers Anregung so gestochen zu reagieren.

        Wenn die BN ein Gedenken zu diesem Tag an diesem Ort gestalten könnte, wäre das eine verdienstvolle Sache.
        Herr Koop hat ja mit Frau und Freunden durch die Pflege der kleinen Gedenkstätte schon mal dankenswerterweise einen Anfang gemacht.
        Das hätte auch ruhig mal an die Lingener Presse weitergegeben werden können , um die Schepsdorfer und andere Lingener zu erinnern .So ist leider für dieses Jahr alles im Sand verlaufen.

      • Michael Sänger said

        Ich habe Sie ja offenbar emotional an einem wunden Punkt ihrer Seele getroffen. Ihr „said“ trieft ja nur so von Aggressionen, das zeigen allein die offenbar im Zorn übersehenen Rechtschreibefehler. Ich weiß, Herr Koop, dass Sie mit Lust gern kritisieren, sich selber aber dieses Vergnügen nicht gern gönnen. Aber nun mal Spaß beiseite, ich habe weiter nichts Anderes gesagt, als dass in einer Bürgerschaft sich Menschen engagieren sollen, um die „Sünden der Väter“ – zumindest in einer Erinnerungskultur – versuchen gut zu machen. Das FORUM JUDEN CHRISTEN tut das in Lingen auf eine sehr bewundernswerte Weise und ich arbeite da gern mit, aber diese Forum kann nicht die gesamte Erinnerungskultur leisten, deswegen mein Gedanke, dass sich z. Bsp. die Bürgernahen einer anderen Erinnerung annehmen. Ist der Gedanke so abwegig? Sie haben doch von diesem Verbrechen des 24. August 1944 schon länger gewusst, warum haben Sie nicht den Vorschlag gemacht, diesen Anlass in das Bewusstsein der Allgemeinheit zu rufen? Nein, sie kommentieren nur: „deren Gldichgültigkeit zum Himmel schreit und die solche Hedenktage schlicht vergessen, die Gedenkstätten verkommen lassen und sich einen Sch…dreck um schreckliche Ereignisse aus der Lokalgeschichte kümmern.“ Wen meinen Sie mit „deren Gleichgültigkeit“ und wer lässt Gedenkstätten verkommen? Solche Vorwürfe – und als Fachmann für Strafrecht – sollten Sie hier doch etwas präziser formulieren. Damit Sie mich verstehen, sage ich Ihnen, dass ich die ersten 11 Jahre meines Lebens in der DDR-Diktatur großgeworden bin und meine Eltern unter diesem System gelitten haben und ich bin seit dieser Zeit empfindlich gegen Obrigkeiten, ich bin aber auch noch empfindlicher gegen Demagogie!
        Ihr Satz: „So spricht, Michael Sänger, die Provinz, die ertappte.“ gefällt mir sehr. Meinen Sie mit Provinz etwa Lingen? Ja, da lebe ich, und wenn ich mich recht erinnere, Sie auch und dass schon länger als ich. Soviel nur zum Thema Provinz!

        • C.H. said

          Ich stimme Ihrer Bewertung zu, dass Sie R.Koop an einem wunden Punkt seiner Seele getroffen haben. Mich hätten Sie genauso getroffen. Ihr Kommentar führt nämlich in die Irre.

          Nicht Koop und seine Bürgernahen haben eine Bringschuld sondern Oberbürgermeister Krone, den der Beitrag Koops – unverständlicherweise!- schont, weil er ihn nicht namentlich erwähnt. Krone ist Chef von 500 städtischen Mitarbeitern, von denen offenbar keine/r in der Lage ist, einen Kalender zu führen, in dem Gedenktage notiert sind. Diesen Skandal hat Krone zu verantworten.

          Koop selbst hat mit seiner Kritik alles Notwendige getan. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er, wie Anfang August im Blog gelesen werden konnte, das Mahnmal in Schepsdorf vom Unkraut gereinigt und an den von OB Krone vergessenen Jahrestag des Mordes an den belgischen Widerstandskämpfern erinnert. Nur zwei Wochen später wiederholt sich alles, als der 70. Jahrestag des Mordes an den Luxemburgischen Geiseln vergessen wird. Die Stadtverwaltung und OB Krone haben offenbar nichts gelernt.

          Das Begehen von Gedenktagen ist Sache des OB Krone, nicht einer Partei. Sie, Herr Sänger, werfen R.Koop jedoch vor, dass er und die Bürgernahen selbst nichts machen würden. Ja, geht’s noch? Damit entschuldigen Sie das Vergessen „der Verantwortlichen“, das nicht entschuldigt werden kann.

          Ihr Beitrag ist sehr altklug, Herr Sänger.

    • H. Ganike said

      Es besteht ja nun doch schon ein Unterschied zwischen bezahlten Angestellten der Stadtverwaltung und der ehrenamtlichen Tätigkeit innerhalb der Politik.
      Hinsichtlich der Frage, was man den tun könne, also wie ein Gedenktag begangen werden kann, sollte er zu allererst einmal nicht unter den Tisch fallen. Ein Hinweis im städtischen „Newsletter“ wäre denn das Mindeste, wenn schon sonst nirgens ein Konzept zu finden ist!

  2. b.f. said

    Herr Sänger,
    Sie bringen es immer so schön auf den Punkt. Das gefällt mir.
    Überhaupt freue ich mich immer über ihre lesens -und nachdenkenswerte Beiträge.

  3. Jan Neumann said

    @C.H. Naja, altklug darf Herr Sänger in dem Alter schon sein. Aber wie immer hat Herr Sänger hier mal wieder einen wunden Punkt von Herr Koop getroffen. In der Tat teilt Herr Koop gerne aus aber einstecken kann er nun gar nicht. Ist natürlich jetzt eine mehr rhetorische Frage: Was wäre passiert, wenn Herr Koop hier oder im Facebook zu einer Gedenkfeier, an der Stadtverwaltung vorbei, aufgerufen hätte? Die Bürgernahen wären wahrscheinlich ihrem Wahlziel, eine ernstzunehmende Größe im Stadtrat zu sein, sehr viel näher.

  4. Henk Muhammad Wilders said

    Seine Selbstherrlichkeit Robert Koop, lässt in Sachen ortsbezogener NS-Vergangenheitsbewältigung keine Nebengötter zu.

    Er allein entscheidet und dekretiert wie und was da zu tun und zu lassen ist. Nahe am Bürger ist er dabei nicht, sondern nur nahe an sich selbst, wenn seine Eitelkeit ihn solche Texte schreiben lässt. In diesen Momenten muss sein Selbstdarstellungsdrang wohl grenzenlos sein. Kritiker sind dann hilfsweise eben ertappte Provinzler samt ihren Claqueuren. Der Provinzler ist immer der andere.

    Sänger schreibt doch einen klugen, kontroversen, und wie ich finde, auch eleganten Kommentar über die von ihm so genannte Vorwurfs- und Empörungs-Rethorik in Sachen Gedenktage und wird dafür angep…!

    Ich oute mich hiermit als niveaulosen Claqueur.

  5. Hansderkanns said

    Da will ich mich nach längerer Zeit mal wieder äußern, weil
    @Jan Neumann und @Henk Muhammad Wilders mit ihren Beiträgen doch deutlich am Thema vorbei polemisieren und sich bloß im Koop-Beschimpfen ergehen:

    Fakt ist, Koop hat den Umgang mit den hist. Daten der Hinrichtungsstätte in Schepsdorf kritisiert. Anfang des Monats hat OB Krone mit seiner Mannschaft den ersten Gedenktag vergessen und am 24.8. dann den zweiten. Diese Gleichgültigkeit ist sehr peinlich. Man darf sie nicht nur, man muss sie entschieden kritisieren. Das hat Koop getan.

    Den anschließenden Kommentar von @Michael Sänger halte ich nicht für klug sondern für oberflächlich. Sänger hält Kritiker Koop nämlich vor, er und seine BN sollten die Erinnerungskultur doch selbst leisten und empörte sich über die Empörung von Robert Koop. Mit diesem Kommentar lenkt M. Sänger aber erstens vom Vergessen durch OB Krone ab. Zweitens übersieht Sänger, dass Kritiker Koop und seine Mitstreiter an beiden Tagen am Denkmal in Schepsdorf waren und mit Blumen und Kerzen erinnert haben, also etwas getan haben; hierauf weist @Ulrike hin. Drittens ist es nie Aufgabe von Kritikern, das selbst oder gar besser zu machen, was sie tadeln. So hat es schon Gotthold Ephraim Lessing gesagt. Den wollen Sänger & Co doch sicher nicht auch noch angreifen…

    Abschließend fehlt mir die Antwort auf die wesentliche Frage, warum OB Krone die beiden Termine vergessen hat? Darauf darf man als Lingener eine Antwort erwarten. Dass dies mit provinzieller Glichgültigkeit zu tun hat, scheint mir nicht weit hergeholt.

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