Aischylos

27. Juli 2014

Obwohl ich ja zu wissen glaube, wie Bilder manipuliert werden, um zu manipulieren, bin auch ich auf ein Foto von der MH17-Absturzstelle reingefallen. Über diesen fatalen Glauben an die Authentizität von Abbildungen und ihre einseitige Interpretation schreibt jetzt der Schweizer Tagesanzeiger (Zürich). Mal wieder ein sonntäglicher Lesebefehl für meine Leserinnen und Leser:

«Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges», sagte der britische Schriftsteller Rudyard Kipling. Das trifft auch auf den Ukrainekonflikt zu. Ganz besonders auf den Umgang mit dessen Bildern.

Auf einem Bild der Fotoagentur AFP ist zu sehen, wie ein prorussischer Rebell ein Plüschtier eines der verstorbenen Opfer in die Luft hält. Ukrainische Medien schlachteten das Bild aus, um die prorussischen Kämpfer als Monster darzustellen. Auch in sozialen Netzwerken war die Meinung schnell gemacht: User bezeichneten den Mann als «widerwärtig» und als «Leichenfledderer».

«Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges», sagte der britische Schriftsteller Rudyard Kipling. Das trifft auch auf den Ukrainekonflikt zu. Ganz besonders auf den Umgang mit dessen Bildern.

Auf einem Bild der Fotoagentur AFP ist zu sehen, wie ein prorussischer Rebell ein Plüschtier eines der verstorbenen Opfer in die Luft hält. Ukrainische Medien schlachteten das Bild aus, um die prorussischen Kämpfer als Monster darzustellen. Auch in sozialen Netzwerken war die Meinung schnell gemacht: User bezeichneten den Mann als «widerwärtig» und als «Leichenfledderer».

Bildschirmfoto 2014-07-27 um 09.25.15

Auch westliche Medien übernahmen diese Interpretation der Bilder. So schreibt das Online-Portal der Tageszeitung…“

[weiter beim Tagesanzeiger]

Einmal mehr gilt: Nicht alles glauben, was jemand über ein Foto schreibt, nicht dem eigenen spontanen Eindruck auf den Leim gehen. Übrigens: Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges, sagte laut Tagesanzeiger der Brite Rudyard Kipling. Stimmt nicht oder ist zumindest zweifelhaft. Denn der Spruch wird dem griechischen Dramatiker Aischylos zugeschrieben ist also 2500 Jahr alt. Also stammt die Weisheit nicht von Rudyard Kipling und übrigens auch nicht von US-Senator Hiram Johnson. Oder vielleicht doch. Einen Beleg für die Aischylos-Zuschreibung habe ich nicht gefunden…

 

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