Piratenpost

20. Juli 2014

Klare Piratenpost (Ja, es gibt sie noch, die Piratenpartei!!) aus NRW. Hier als Crosspost:

„Anlässlich der jüngsten Eskalationen in Israel und dem Gazastreifen zog es in NRW in den vergangenen Tagen viele Menschen auf die Straße. In vielen Städten fanden Demonstrationen statt, die der Solidarität mit Israel oder den Palästinensern Ausdruck verleihen sollten und Frieden oder das Ende von Terror fordern sollten. Dabei blieb es jedoch nicht – gleich an mehreren Orten (z.B. Dortmund, 12.07.Gelsenkirchen, 12.07., Düsseldorf, 17.07.) war unverhohlener Antisemitismus zu beobachten.

Wir alle sind aufgefordert, nicht wegzusehen.

Ein schwarzer Tag für Essen – Ich bin bestürzt, beschämt und angewidert

Nach zwei zunächst friedlichen Demos zum  Nahost-Konflikt hat die Polizei in Essen am Freitagabend mehrere Zusammenstöße verhindern müssen.

Rund 200 Teilnehmer einer Kundgebung gegen den Gaza-Einsatz drohten, Teilnehmer einer pro-israelischen Demo anzugreifen. Es wurden Flaschen und Steine auf pro-israelische Demonstranten geworfen. Zudem mussten Schutzmaßnahmen für die Synagoge der Stadt getroffen werden, da die Essener Synagoge laut Aussage der Polizei erklärtes Ziel israelfeindlicher Teilnehmer dieser Kundgebung war.

Auch in Berlin hat es am Donnerstag Demonstrationen zum Nahost-Konflikt gegeben. Dabei wurden Parolen wie “Scheiß Juden” und “Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein” gebrüllt. Es kam zu Hassausbrüchen und Todesdrohungen gegen Juden und Israelis.

Unverhohlener Antisemitismus per Post an Juden aus Düsseldorf:

 

Bildschirmfoto 2014-07-20 um 13.56.29

Nachdem sich [Piraten-] MdL Daniel Schwerd dankenswerterweise bereits zu den Ereignissen auf der Demo in Essen, zu der die Linksjugend ‘Solid aufgerufen hatte, auf seinem Blog geäußert hat, ergänze ich sein Statement:

Ich bin zutiefst bestürzt und beschämt darüber, dass in NRW auf Kundgebungen Hakenkreuze geduldet werden und offener Antisemitismus zutage tritt. Neonazis, graue Wölfe und Antisemiten haben am Freitag gemeinsame Sache gemacht. Das finde ich widerlich.

Wir sind alle in der Pflicht, legitime und sachlich geäusserte Kritik an der Politik der israelischen Regierung in Inhalt und Form so zu formulieren, dass sie keinerlei Anlass für antisemitische und rechtsradikale Gruppierungen und Aktionen bietet. Wir erinnern uns daran, dass vor nicht allzu langer Zeit aus solchen Kundgebungen wirkliche Gewalttaten entsprangen und ich bin der Meinung, dass solche Ereignisse wie gestern in Essen sich nicht wiederholen dürfen. Ich rufe alle politischen, gesellschaftlichen und demokratischen Kräfte dazu auf, sich diesem Mob entgegenzustellen.

Patrick Schiffer
für den Landesvorstand der Piratenpartei NRW“

(Quelle; Besonders empfehlenswert wegen des angehängten Frage-/Antwort-Papiers)

 

 

Eine Antwort to “Piratenpost”

  1. Bernhard Schulte said

    Antisemitismus, Judenhass, Ausländerhass und Diskriminierung von Minderheiten sind einfach widerlich und unbeschreiblich dumm. Sie wecken in mir ein Schamgefühl dafür, dem gleichen Volk anzugehören wie die Individuen, die diese Regungen hervorrufen wollen.
    Gleichwohl muss es (auch in unserem Land) erlaubt sein,Kritik am Staat Israel zu üben und ein wenig Verständnis für die Palästinenser aufzubringen, ohne gleich als Antisemit angeprangert zu werden.
    So lange ich zurückdenken kann, herrscht im Nahen Osten entweder Krieg oder ein labiler Unfrieden.
    Bevor es den Staat Israel gab, lebten in Palästina mehr oder weniger vermischt 2/3 Araber und 1/3 Juden. Nicht zuletzt durch die aus Europa zuwandernden Juden gab es häufig Reibereien und so gab es den UNO-Beschluss, zwei Staatsgebiete entstehen zu lassen. Verständlicherweise waren die Araber – Palästinenser, die ja die Mehrheit bildeten, darüber nicht unbedingt glücklich.
    Es kam zum ersten Krieg und in dessen Folge zur Unterbringung tausender Palästinenser in primitiven Flüchtlingslagern.
    Diese Lager bestehen noch heute, rund 60 Jahre später.
    Sie waren – und sind – wegen der Perspektivlosigkeit ihrer Bewohner seit 60 Jahren Brutstätten für Hass,Terror und Gewalt.
    Die israelischen Regierungen folgten dem Tora – Gebot: “ Aug um Auge – Zahn um Zahn“ und so folgte auf jeden Terroranschlag eine Gegenterrormaßnahme und schaukelte die Sache weiter hoch.
    Als dann nach dem „Sechstagekrieg“ auch noch die Besiedlung annektierter Gebiete im Westjordanland und auf den Golanhöhen
    forciert und die ansässige Bevölkerung verdrängt wurde, eskalierte die Sache immer stärker.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Hamas – Palästinenser nach einem überzeugenden Verzicht auf die bisherige Siedlungspolitik ihrerseits auf Angriffe israelischer Territorien verzichten würden.
    Und wenn alle dem Staat Israel freundschaftlich verbundenen Länder den Palästinensern unter die Arme griffen um ihnen ein zufriedenes Leben zu ermöglichen, hätten diese doch gar kein
    Interesse mehr, mit Israel im Unfrieden zu leben.

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