Passwortknast

15. Juli 2014

In Großbritannien ist ein Student zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Nicht wegen der eigentlichen Tat, wegen der die Polizei ermittelt. Sondern weil er den Fahndern nicht das Passwort für seinen Computer gab. Beziehungsweise geben konnte.

In England ist es seit mehreren Jahren möglich, Beschuldigte zur Herausgabe von Passwörtern zu zwingen. Im Fall des 22-Jährigen Christopher Wilson ist allerdings sogar offen, ob Wilson das Passwort tatsächlich absichtlich verschweigt. Wie die britische Zeitung Chronicle berichtet, gab Wilson 50 Passwörter heraus. Davon soll jedoch keines für seinen Computer funktioniert haben.

Wilson selbst soll am Asperger-Syndrom leiden, einer Unterform des Autismus. Der Fall zeigt auch, welches Risiko es möglicherweise in England bedeutet, wenn man sich an ein Passwort mal tatsächlich nicht mehr erinnern kann.

In Deutschland ist die Rechtslage – noch – anders. Wer einer Straftat beschuldigt wird, hat ein praktisch umfassendes Schweigerecht. Das bedeutet auch, dass man keine Auskunft über Passwörter geben muss. Ebenso wenig kann ein Beschuldigter gezwungen werden, seinen Computer oder sonstige Hardware zu bedienen. Ein bislang nicht geklärter Grenzfall sind allerdings Maßnahmen, bei denen der Betroffene selbst nicht aktiv werden muss. Etwa wenn der Beschuldigte einen Fingerabdruck- oder Irisscan “dulden” soll.

(gefunden im Lawblog, Udo Vetter)

Mertesacker Emptiness

15. Juli 2014

Noch bin ich etwas im WM-Modus und freue mich – wie Christian Brandes gestern auf Schlecky Silberstein:

Wir geben uns den Rest des Montags einem selig-süßen Weltmeisterschafts-Kater hin. Aber zuvor noch aus gefühlten 100 Einsendungen der beste, der einzige WM-Song 2014.
Ja, jetzt erst.
Man muss so ein Turnier schließlich in seiner Gesamtheit betrachten, um einzuschätzen, welcher Song all die Gefühle am besten transportiert. Und da kommt keiner an den Manic Street Preachers Biografen Simon Price heran, dessen grandioses Mertesacker Emptiness hier schon den ganzen Tag rauf und runter läuft.

Erst seit dem 08.07.2014 kann man auf Youtube diesen Beitrag finden:

Some time in the not too distant past, journalist and Manic Street Preachers biographer Simon Price appropriated the Welsh band’s 1992 hit ‚Motorcycle Emptiness‘ replacing the words with those of German footballers.

It was a bizarre but ingenious step and I found myself singing along as I read the lyrics so I felt compelled to record a version using a karaoke track.

I subsequently felt obliged to muster up a very basic video to accompany it. Here it is. Mertesacker Emptiness: