Ölkatastrophe

6. Mai 2014

800px-Veen_in_Twente1Mit Öl vermischtes Wasser, das vermutlich aus einem unterirdischen Kavernenlager entweicht, sorgt  im Naturschutzgebiet rund um die münsterländische Stadt Gronau für eine große Naturkatastrophe mit noch nicht zu beziffernden Folgen. Seit nunmehr bereits drei Wochen versuchen Experten, das Leck zu finden und unterdessen macht man sich auch auf der niederländischen Seite Gedanken über die eigene Sicherheit. Dort sollte Ende dieses Jahres auch mit der Speicherung von Öl im Erdboden begonnen werden.

 Nutzvieh wurde verseucht, Menschen evakuiert und zeitweise bestand sogar Explosionsgefahr. Während auf deutscher Seite fieberhaft gegen eine Ausbreitung der Verschmutzung gearbeitet wird, wächst in den niederländischen grenznahen Städten Enschede und Hengelo die Angst angesichts der Horrormeldungen aus Deutschland. Dort haben sich die Bürgermeister der beiden Städte in einem Brandbrief an den niederländischen Wirtschaftsminister Henk Kamp (VVD) gewandt, um ein ähnliches Szenario auf niederländischer Seite zu verhindern.

In Gronau ist die genaue Ursache, warum täglich Rohöl in einem Öl-Wasser-Gemisch an die Oberfläche gelangen und Mensch, Tier und Umwelt gefährden, unterdessen noch nicht gefunden. Bis zum vergangenen Freitag waren es insgesamt 52.000 Liter Öl. Das Öl stammt aus über einem Kilometer unter der Erde gelegenen ehemaligen Salzstöcken, die unter dem deutsch-niederländischen Moor- und Naturschutzgebiet Amtsvenn liegen, welches sich südlich von Gronau und Enschede erstreckt. Die durch den Salzabbau entstanden Hohlräume – sogenannte Kavernen – werden seit den beiden Ölkrisen in den 1970er Jahren als Lagerorte für Gas und Öl genutzt.

Die drei mit Rohöl gefüllten Kavernen sollen wie ähnliche Anlagen in Deutschland die Ölversorgungen des landes bei Knappheit sicherstellen. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in wichtigen gas- und erdölproduzierenden Staaten scheint die Notwendigkeit dieser Maßnahme nicht von der Hand zu weisen; zumal diese Art der Speicherung bisher als zu 100 Prozent sicher galt. Deshalb fällt es den Betreibern und Umweltexperten umso schwerer, einen Grund für den Ölaustritt zu benennen. Die favorisierte Vermutung ist eine leckgeschlagene Zuleitung, obwohl diese Rohrsysteme 365 Tage im Jahr kontrolliert würden.

Auch in der niederländischen Region Enschede/Hengelo wurde in der Vergangenheit in 1.000 bis 1.400 Meter Tiefe Salz abgebaut und Hohlräume geschaffen. Die so entstandenen Kavernen wurden von der niederländischen Regierung ebenfalls zur Rohöllagerung auserkoren. Der international tätige niederländische Chemiekonzern AkzoNobel sollte bereits Ende dieses Jahres mit einer Befüllung der Stauräume beginnen. Die Bürgerinnen und Bürger von Enschede und Hengelo, die bereits eine mögliche Ausbreitung der Katastrophe in Gronau fürchten, verlangen nun vom Wirtschaftsministerium in den Haag, dass es seine Zusage an AkzoNobel zurückzieht und die Erdölspeicherung in Salzstöcken zunächst auf Eis legt.

Derweil werden in Gronau mit schwerem Gerät tausende Tonnen verseuchter Boden und Pflanzen abtransportiert und mit modernster Technik wird das betroffene rund einen Quadratkilometer große Gebiet akribisch untersucht. Maßnahmen die von der niederländischen Grenzseite täglich mit Spannung und großer Sorge verfolgt werden.

(gefunden bei NiederlandeNet)

(Foto:  Amtsvenn niederländischer Teil © Tubanter at nl.wikipedia via Wikipedia CC)

25. Mai

6. Mai 2014

Neben der Europawahl entscheiden in mehr als 200 niedersächsischen Kommunen am 25. Mai die Bürgerinnen und Bürger, wer neues Stadtoberhaupt wird.  Gewählt wird u.a. in Braunschweig, Lüneburg und in weiteren rund 200 niedersächsischen Kommunen und Kreisen. In der „Region Hannover“ (Motto: „Mehr als ein Landkreis“) tritt Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) gegen fünf Gegenkandidaten an. Bei dieser Wahl brauchen Kandidaten mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen, sonst kommt es zu einer Stichwahl. Die hatte die 2013 abgewählte CDU/FDP-Koalition abgeschafft, mit der Folge, dass beispielsweise in Wilhelmshaven ein CDU-Mann mit gerade einmal 36% der Stimmen neuer OB wurde. Zu den ersten Reformen der rotgrünen Landesregierung zählte es, die Stichwahl wieder einzuführen. 

Es wird allemal spannend bei den Direktwahlen in den Niedersächsischen Kommunen. Denn bei kaum einer anderen Wahl sind die Auswirkungen für die Wähler so deutlich zu spüren wie bei der Wahl des Oberbürgermeisters, Samtgemeindebürgermeisters, Bürgermeisters oder Landrats. „Welcher Ort kämpft mit welchen Problemen und welche Kandidaten wollen sie auf welche Weise meistern?“ fragt der NDR und hat zum Beispiel herausgefunden, dass bei uns im niedersächsischen Südwesten knapp 30 Bürgermeister-Wahlen stattfinden, darunter in Meppen, Schüttorf, Bad Bentheim, Papenburg und Sögel.

 

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