QR-Code

25. April 2014

Das Kraftfuttermischwerk informiert aus der Hauptstadt:

„In Berlin haben Unbekannte den QR-Code eines Wahlplakates von Alexandra Thein, FDP, überklebt. Dieser Code sollte eigentlich zu einem Wahlwerbespot der Politikerin führen. Wer sich allerdings über den QR-Code verbinden ließ, landete im Zweifelsfall bei einem Sexfilm mit dem Titel “Liebe kennt keine Grenzen”, dem Motto auf Alexandra Theins Plakat. Irgendwer hat einen eigens dafür neu generierten Code über den originalen geklebt und die Nutzer des selbigen quasi umgeleitet.

22 Minuten ist der Film lang, er trägt ebenfalls den Titel „Liebe kennt keine Grenzen“, geht aber in eine etwas andere Richtung: Der Streifen zeigt Frauen und Männer beim Gruppensex.
(NOZ)

Warum das nun auf einem personalisierten, und nicht auf einem allgemeinen Partei-Plakat geklebt wurde, ist nicht ganz klar, würde die Aktion aber um einiges geiler machen, auch wenn der Slogan dann womöglich nicht ganz einem Filmtitel entspräche. Für mehr falsche QR-Codes auf allen Partei-Plakaten.

Hier das Theins Plakat im Original.“

 

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Moment

24. April 2014

Foto 2Man/frau beschimpfen mich hier und da. Also will ich etwas über meine Arbeit schreiben, über die die NOZ heute – leider eher oberflächlich- berichtet.

Worum geht es? Jetzt gerade, an diesem Donnerstagmorgen, vertrete ich vor dem Landgericht Osnabrück die Interessen eines jungen Mannes, der nach den Feststellungen der Strafgerichte eine Vergewaltigung begangen hat. Er war zum Zeitpunkt der Tat 16 Jahre alt, nicht bestraft oder sonst auffällig und stammt aus einer normalen Familie. Im Juli 2010 hatte er einem Samstagabend im Imbiss seines Onkels geholfen und sich nach Mitternacht zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund zu einem „Dekanatsjugendball“ aufgemacht, den ein Gastwirt in seinem Dorf durchführte und auf der Hunderte junger Menschen ausgelassen und feuchtfröhlich feierten. Die Sicherheitsleute am Eingang wiesen den 16jährigen und seinen Freund zunächst wegen ihres jugendlichen Alters zurück, holten dann aber auf seine Bitte den Gastwirt, der „Lasst sie rein“ sagte. Sie folgten dem und ließen beide rein, nachdem auch noch Eintritt bezahlt worden war. In den folgenden Stunden trank der junge Mann reichlich Alkohol und zahlte dafür genauso reichlich. Betrunken verließ er die Fete und -so die Feststellungen der Strafrichter- vergewaltigte und verletzte dann auf dem Nachhauseweg eine andere Besucherin des „Dekanatsjugendball“.

Die Strafrichter haben den 16jährigen zu einer langen Jugendstrafe verurteilt. Die Besucherin verlangt inzwischen von ihm 60.000 Euro Schadensersatz, der Staat weitere 4.000 Euro.

Ich habe mir angesichts dessen die Frage gestellt:

Ist es richtig, dass der Wirt einen 16jährigen in Kenntnis seines Alters weit nach Mitternacht auf einen „Dekanatsjugendball“ mit Hunderten trinkenden Menschen lässt, nachdem die Security den Jugendlichen zurückgewiesen hat, ihn dann dort mit reichlich Alkohol versorgt bzw versorgen lässt und gegen das Jugendschutzgesetz verstößt?

Trifft diesen Wirt Mitverantwortung und damit Mithaftung, wenn der auf diese Weise alkoholisierte, bislang unbestrafte 16jährige dann eine Straftat begeht? Oder ist das, wie manche Facebook-Kleinbürger meinen, völlig egal?

Ich bin skeptisch, ob ich mich vor dem Landgericht mit der Klage gegen den Wirt, also mit meiner Antwort auf diese Frage durchsetzen werde. Man bekommt in langen Berufsjahren schon einen Eindruck, was „vor Ort“ geht oder wo es schwierig wird und man deshalb den Weg durch die Rechtsmittelinstanz gehen muss, die mit mehr Ruhe und Distanz agiert.

Leider stellt die NOZ in ihrem Bericht nicht diesen Zusammenhang dar sondern erweckt den Eindruck, der verurteilte 16jährige habe sozusagen mal eben ein Bier getrunken und jetzt wolle ein durchgeknallter Anwalt deswegen den Gastwirt dazu verurteilen lassen, Schmerzensgeld zu zahlen. Ein Großteil derer, die in den sozialen Netzwerken diskutieren, sehen dies genauso. Sie empfinden es als ungehörig, den Wirt in finanzielle Mitverantwortung zu nehmen und schützen ihn damit. der Wirt, der sich bereicherte, indem er einem 16jährigen gesetzeswidrig Alkohol verkaufte, soll finanziell nicht für die Taten des betrunkenen Jugendlichen haften. Wir erkennen: Opfer sind plötzlich keine Opfer mehr, wenn sie Böses tun.

Für mich ist die Sache gleichwohl nicht schwierig:
Der Gastwirt hat den 16jährigen gesetzeswidrig mit reichlich Alkohol bewirtet, ihn „abgefüllt“. Ich sehe ihn daher in der Mitverantwortung für das, was der betrunkene Jugendliche dann machte; ohne Alkohol und Bewirtung wäre nichts geschehen. Auch der Wirt muss folglich für die Folgen seines gesetzwidrigen Handelns gerade stehen, genauso wie der 16jährige die Folgen seines Handelns zu tragen hat. 

Ich bin übrigens überzeugt, öffentlich würde völlig anders -wenn überhaupt- über die zivilrechtliche Mithaftung des Wirtes diskutiert, hätte der 16jährige keine Sexualstraftat sondern eine andere Straftat begangen wie Sachbeschädigung, Autoklau, Einbruch oder Brandstiftung beispielsweise.  Die aufgeregte Lokaldebatte gibt es nur, weil der 16jährige -wie seine Strafrichter feststellten- eine Sexualstraftat begangen hat. Denn bei diesen ist schon lange keine sachliche Auseinandersetzung mehr über die Straftat, über ihre Hintergründe, die Motive, Ursachen und Folgen möglich. Moralische Empörung ersetzt Strafrecht und Kriminologie [mehr…]. Dies tut nicht gut.

update: NOZ-Bericht über die heutige Verhandlung
update: NDR-Bericht über die heutige Verhandlung

Contracrash

24. April 2014

Contracrash
Lingen (Ems)  –  Alter Schlachthof
Samstag, 26.4. 14  – Einlass 21 Uhr
Eintritt 10 € zzgl. Gebühren

„CONTRACRASH – das sind rotzige Stimmen, einzigartige Solis und ist einfach richtig laut!! Genau das, was man von einer Metalband erwartet. 2009 wurde ihr Debütalbum „Goddam Planet“ vom Deutschen Rock- und Popverband als „Bestes Hard & Heavy Album“ des Jahres ausgezeichnet und auch sonst werden sie von Fans und Kritikern gefeiert. 
Unterstützt werden sie von Enfeeble und den Jungs von Among the Bridge! 

Tickets bekommt ihr über die Ticketline, oder in den Vorverkaufsstellen Koschinski und Touristinformation.“ (gefunden bei WoisteigentlichLingen.de)

Ferienende

23. April 2014

Die Osterferien in Niedersachsen sind zu Ende, und heute beginnt die Schule wieder. Da wollen wir gleich einmal etwas richtig stellen:

Ferienende

(Quelle: NotesofBerlin)

Rettungsschwimmer

23. April 2014

Noch ein Silberjubiläum: Heute vor 25 Jahren strahlte der US-Fernsehsender NBC  die erste von 243 „Baywatch“-Folgen aus. Zeitweise schauten -so Wikipedia- wöchentlich bis zu 1 Milliarde Menschen die Folgen; Baywatch war so die erfolgreichste US-TV-Serie des vergangenen Jahrhunderts.

Hierzulande hieß die Serie „Die Rettungsschwimmer von Malibu“ und wurde ab 1990 zunächst im Ersten gesendet, später dann bei den Privaten. Hier für die Jugend die erste Folge „Panic at Malibu Pier“ komplett und in Originalversion; deutsche Untertitel hab ich mir geschenkt.

 

„Weckruf“

22. April 2014

E233-Autobahn-Nein_smallDie Vereine »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« (VCE) und »Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Cloppenburger Südwesten« e.V. (VVC) laden für den morgigen Mittwoch, den 23.04.2014 zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung zum geplanten Autobahn-Ausbau der E 233 ein. Die „Weckruf“-Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula der Heimvolkshochschule Stapelfeld bei Cloppenburg.

Der Anlass: Nachdem der erste von acht Teilabschnitten des geplanten vierstreifigender E 233, der etwa 11 km lange Abschnitt von der Anschlussstelle Meppen (A 31) bis zur B70-Kreuzung in Meppen vom Bundesverkehrsministerium genehmigt wurde, steht der Beginn des Planfeststellungsverfahrens kurz bevor. In der Veranstaltung sollen der aktuelle Stand zum geplanten vierstreifigen Ausbau der E 233 – unter anderem die Pläne zur Finanzierung des Ausbaus über eine Öffentlich-Private Partnerschaft – sowie die Möglichkeiten der Betroffenen vorgestellt und diskutiert werden.

Mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens werden in naher Zukunft Betroffene gegen die Ausbaupläne juristisch vorgehen und klagen können.

Der Verein „Verkehrswende Cloppenburg-Emsland“ (VCE) lehnt den Autobahnausbau der E 233 strikt ab und fordert die Politik auf, endlich das sogenannte Durchfahrtverbot für Transit-Lkw umzusetzen. Mit seinen 120 Mitgliedern und 1.200 Befürwortern sieht sich der VCE die landkreis-übergreifende und überparteiliche Vertretung derer, die eine sinnvolle Verkehrswende durch Erhalt vorhandener Strecken statt Ausbau und Neubau begrüßen. Der VCE sucht nach weiteren Mitgliedern und Spenden, um Kläger und Klägerinnen gegen den Ausbau finanziell zu unterstützen.

„Wir sind überzeugt, dass das Durchfahrverbot für Transit-Lkw die richtige Lösung ist, um die Strecke rasch und preisgünstig wieder zu entlasten“, betont Ulf Dunkel, Vorsitzender des Vereins „Verkehrswende Cloppenburg-Emsland“. „Der geplante Ausbau der E233 würde auch im Cloppenburger Süden Tatsachen schaffen, wodurch die immer wieder ins Spiel gebrachte Cloppenburger Südtangente ebenfalls mit Autobahnquerschnitt von den Ausbaubefürwortern gefordert werden könnte. Das möchten wir ebenfalls verhindern, da der Cloppenburger Süden durch den Verkehr schon genug belastet ist“, so Franz-Josef Hermes, der 1. Vorsitzende des VVC.

WE, THE ENEMY

22. April 2014

Die FAZ schreibt: „Das European Media Art Festival in Osnabrück zählt zu den bedeutendsten Foren internatonaler Medienkunst und ist ein offenes Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiterentwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Als Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und interessiertes Publikum hat es Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt.“ Morgen beginnt die 26. Auflage des „EMAF“.

Das 2014-Programm des Festivals beleuchtet das Thema Überwachung und Datenerfassung aus verschiedenen künstlerischen Blickwinkeln. Die Künstler hinterfragen, wie jeder Einzelne ins Netz der „Datenfänger“ geraten kann und wie man sich dagegen wehrt. Die flächendeckende Datenüberwachung stellt jeden Bürger unter Generalverdacht und macht ihn zu einem potentiellen Feind.

Denn 30 Jahre nach „1984“ stehen wir längst alle unter ständiger Beobachtung: per Überwachungskamera, durch zentrales Monitoring aller elektronischen Geräte und durch das Abschöpfen der gesamten Kommunikation. Was in der Dystopie von George Orwell aus dem Jahr 1949 noch wie eine tumbe Überwachungsdiktatur gestaltet wurde, hat sich um ein Vielfaches smarter und subtiler in unseren Alltag eingeschlichen. Die Disziplinar-Gesellschaft wird zur Gesellschaft der (Selbst-) Kontrolle, die auf eine optimierte Bewirtschaftung der Menschen, der Körper und des Wissens zielt und dabei nicht nur sicher geglaubte Grundrechte verletzt.

In der Ausstellung, in Performances, begleitenden Filmprogrammen und Gesprächsrunden wird reflektiert, wie wir zu allseitig überwachten „Feinden“ wurden, und wie die aktuelle internationale Kunstszene darauf antwortet.

Das European Media Art Festival dauert vom 23. bis 27. April 2014. Alle Informationen gibt es unter www.emaf.de und auch auf facebook, vimeo, twitter (@emaf_de) und flickr. Hier geht’s zur kostenlosen App.

ゲームボーイ

21. April 2014

GameBoyHeute wird es nebenbei ganz historisch. Denn der Game Boy (jap.:ゲームボーイ) wird an diesem Ostermontag 25 Jahre alt.Am 21. April wurde die 300g schwere Spielekonsole der Öffentlichkeit vorgestellt. Entwickelt hatte sie der Japaner Gunpei Yokoi. 

Erst Ende 1990 war der Nintendo-Game Boy dann auch in Deutschland zu haben; das mobile Spielgerät wurde mit weltweit knapp 119 Millionen verkauften Geräten (Game Boy inklusive Game Boy Color-Modell) zu einem großen kommerziellen Erfolg. 

Zunächst war der Game Boy übrigens nur mit dem Spiel Tetris erhältlich, das damit zum meistverkauften Computerspiel der Geschichte wurde. Bitte schön:

 

Nachtrag: Der Game Boy – eine Liebeserklärung

Kohle

20. April 2014

KohlekraftwerkEemshaven„Der Schadstoffausstoß durch das von vielen Seiten kritisierte neue Kohlekraftwerk in der niederländischen Nordseegemeinde Eemshaven muss durch die Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe in Verbund mit dem niederländischen Wirtschaftsministerium erneut überprüft werden. Zu diesem Urteil kam das höchste niederländische Verwaltungsorgan Raad van State (dt. Staatsrat) am vergangenen Mittwochabend. Damit geht der jahrelange Rechtsstreit um das grenznahe Kraftwerk in eine neue Runde. [mehr und mehr]

Trotz der erneuten Überprüfung sah die Kommission in ihrem Urteil keinen Grund dafür, die für dieses Jahr geplante Inbetriebnahme des Kraftwerks zu verweigern. Diverse Umweltorganisationen, die seit Jahren gegen den Bau des Kraftwerks in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze demonstrieren, sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Sie kündigten an, den Start des 1.600 Megawatt Kraftwerks weiterhin verhindern zu wollen.

Bereits seit 2006 plant das Energieunternehmen…“

[weiter bei NiederlandeNet und in NL bei Waddenvereniging.nl]

 

(Foto: Baustelle RWE/Essent-Kohlekraftwerk Eemshaven Ende 2012. Wutsje / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0)

Durchdacht

20. April 2014

Neuer 30cm-Radweg in Lingen (Ems), Rheiner Straße. Durchdacht, was sonst.

Durchdacht