C2HCl3

10. April 2014

Auf dem Bundeswehrerprobungsgelände in Meppen (Fachkürzel „WTD 91“) hat es offenbar Tanks mit einem Fassungsvermögen von mehr als 60000 Liter Trichlorethen (Formel C2HCl3g ) gegeben. Bis in die 1970er-Jahre hinein hatten diese Großbehältnisse einen „Überdruckablauf“, der offen auf dem Dach endete, wie Tobias Bröckermann in der Meppener Tagespost berichtet. Er hat bei der Bundeswehr nachgefragt und die Pressesprecherin Olivia Seifert antwortete:

„Bedauerlicherweise liegen uns hierzu keine Unterlagen (Akten, Zeichnungen etc.) mehr vor. Es ist überaus bedauerlich, dass weder der Zeitpunkt des Schadensereignisses und dessen Ursache noch die Menge der ausgetretenen LCKW bislang abschließend geklärt werden konnten.“

Ausgelaufen und ins Grundwasser gelangt ist der krebserrengende Lösungsstoff offenbar tonnenweise. Er wurde in einer Einrichtung verwendet, die erst vor 20 Jahren geschlossen wurde. Bislang konnten erst 2 Tonnen des chlorierten Kohlenwasserstoffes (LCKW) durch eine teure Grundwassersanierung zurückgewonnen worden. Der Schadstoff ist inzwischen in bis zu 55 Meter Tiefe vorgedrungen.

Anwohner bekamen Handzettel der Bundeswehr und sie lasen schon vor Monaten den Satz:  „Eine generelle Information war nicht notwendig, da aufgrund der Tiefe und der Lage der Schadstofffahne keine gesundheitliche Gefährdung für die Anwohner bestand. Wäre dies der Fall gewesen, wäre der Landkreis Emsland dafür zuständig gewesen.“

Und weil der nicht zuständig ist, freuen wir uns, weil es wieder einmal keine Gefahr…

(Quelle, Quelle, Quelle – sämtlich Meppener Tagespost)