gleichsam exotisch

26. Februar 2014

ArchitekturführerOsnabrückOsnabrück vermarktet sich vor allem als Friedensstadt und ist ein überregional bedeutender Hochschulstandort. Als Heimat außergewöhnlicher zeitgenössischer Architektur scheint die Stadt bisher jedoch kaum Impulse gesetzt zu haben. Das Bild der im Zweiten Weltkrieg umfangreich zerstörten Innenstadt ist geprägt von zahlreichen Gebäuden, bei denen in der Phase des Wiederaufbaus vor allem die Funktion im Zentrum stand.

Das Osnabrück viel mehr ist, zeigt der jetzt erschienene erste Architekturführer für Osnabrück.  Baunetz kommentiert: „Nach Architekturführern zu Frankfurt, Hamburg, Kopenhagen oder Pjöngjang haben Dom Publishers mit Osnabrück nun einen gleichsam exotischen Ort zum Ziel für Architekturtouristen erkoren.“

Tatsächlich stellt das Buch  die guten Osnabrücker Beispiele gebauter Umwelt vor. Neben der Präsentation von 120 Gebäuden und Freiräumen aus Osnabrück sowie einigen Höhepunkten aus dem Osnabrücker Land (Stichwort: Varusschlacht-Museum) bietet der Architekturführer einen Überblick über die städtebauliche Entwicklung der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Man sieht: Osnabrück hat außer Daniel Libeskinds Felix-Nussbaum-Museum durchaus noch mehr zeitgenössische Architektur zu bieten. In diesem kleinen Blog habe ich beispielhaft schon die Corporate Architecture der Wiesbadener Architekten 3Deluxefür eine Osnabrücker Kaffeefirma erwähnt. Neben den neueren Beispielen der Osnabrücker Architektur würdigt das handliche Buch auch die städtische Nachkriegsarchitektur vom Warenhaus Merkur mit seiner typischen Rasterfassade (heute Galeria Kaufhof) bis zu zahlreichen Kirchenbauten wie die Pfarrkirche St. Barbara mit ihren runden, fließenden Formen .

Zusätzlich beschreiben ausgewählte Routen Osnabrück von einer Seite, die selbst für Alteingesessene neue Facetten aufzeigt. Das Büchlein ist eine Einladung in die große Nachbarschaft, die man annehmen sollte.

Architekturführer Osnabrück
Hermann Kuhl / Jörg Frenzel
DOM publishers, Berlin, Januar 2014
Softcover, 192 Seiten
ISBN-13: 978-3869222783
28 Euro

Nachtragsfrage: Ob es so einen Architekturführer auch einmal für unser Städtchen geben wird? Wäre doch schön, Lothar Schreinemacher…