Echtes Geld

9. Januar 2014

Neues aus der Kreispolitik: Der Nordhorner Landrat Friedrich Kethorn, ein CDU-Parteifreund des Emsland-Landrats Reinhard Winter, hat seinen 60. Geburtstag gefeiert. Vor gut zwei Jahren lud er dazu viele Gäste in seine Kreisverwaltung ein. Die Kosten für diese Feier zahlte er nach eigenen Angaben seinerzeit aus seinem privaten Portmonee. Frau und Kinder halfen gar bei der Bewirtung der Gästeschar, so gestern die Nordhorner „Grafschafter Nachrichten“ (GN).

„Selbst das Porto für die Einladungen hat Friedrich Kethorn selbst bezahlt“, wusste der von GN-Redakteur Manfred Münchow recherchierte Bericht. Die „Vorteile“, die der Nordhorner CDU-Landrat für den Empfang in Anspruch genommen habe, seien einzig die Räumlichkeiten in der Kreisverwaltung gewesen und die Mithilfe einiger Kreisangestellter beim Bedienen der Gäste. „Echtes Geld“ aber, versichert man in Nordhorn, sei nicht geflossen und der Landrat habe auch kein Geschenk vom Landkreis bekommen.

Das war im Emsland ganz anders, als sich Landrat Winter vor zwei Monaten seine Fete einen Empfang zum 60. spendieren und vom Steuerzahler bezahlen ließ, was im Kreishaus in Nordhorn niemand so richtig kommentieren wollte. Wenn der emsländische Kreisausschuss „das so beschlossen“ habe, sagte man etwas verschämt, sei „das in Ordnung. Es ist aber wohl nicht Grafschafter Art, es so zu machen“. So hieß es dazu laut GN „in der Verwaltungsspitze“. Ich vermute, die Äußerung kam von Landrat Friedrich Kethorn selbst, der damit aber nicht öffentlich zitiert werden will.

Zur Erinnerung: Zu Emslandlandrat Reinhard Winters 60. wurde in das Harener Hotel Hagen eingeladen, wo NOZ-Mann Thomas Pertz die feiernde, illustre Schar und ein vom Jubilar empor gehaltenes SV-Meppen-Trikot fotografieren dufte. In der folgsamen folgenden Lokalpresse war zugleich diese, fast schon schelmenhafte Darstellung über den steuerbezahlten Empfang zu lesen:

Nein, mit Geschenken überhäuft wurde Reinhard Winter am Montagabend nicht. Aber genau das hatte sich der Landrat zu seinem 60. Geburtstag auch ausdrücklich gewünscht. So kamen denn die rund 150 Gäste im Hotel Hagen in Haren dem ausdrücklichen Wunsch des Chefs der Kreisverwaltung nach, zugunsten des emsländischen Fonds „Familie in Not“ zu spenden.

Und dann liest man die üblichen Jubelsätze von „Politik mit Augenmaß und Weitblick“ etc pp. Augenmaß ist da besonders schön. Der aus Steuern bezahlte Empfang sei die Idee von Lingenes CDU-Landtagsabgeordnetem Heinz Rolfes gewesen, wie er selbst sagt und dessen Augenmaß geradezu legendär ist.

Rolfes ist auch stellvertretender Landrat des Emslands und sagte zur GN, dass an dem Empfang „ausschließlich Personen teilgenommen haben, die dem Landkreis Emsland in offizieller Funktion verbunden sind“. Es seien außer der Ehefrau des Landrats weder seine beiden Töchter noch weitere private Gäste anwesend gewesen.

Der Empfang beruhte -so Heinz Rolfes- „auf einem Beschluss, den der Kreisausschuss des Landkreises Emsland gefasst hatte. Darin kamen alle Fraktionen in Abwesenheit des Landrats auf meinen Vorschlag hin einstimmig überein, dass es angemessen sei, dass der Landkreis Emsland aus diesem Anlass zu einem Empfang einlädt.“  Dieser angemessene Anlass war der private 60. Geburtstag Winters.

Im vergangenen Jahr feierte übrigens Lingens OB Dieter Krone seinen 50. auf dem Emshof  nahe Hanekenfähr. Niemand in den Gremien der Stadt ist (oder wäre) auf die Idee gekommen, dass die Stadt diese Feier ausrichtet und bezahlt. Hat Krone selbst bezahlt, wie sich das gehört.

[Übrigend: Über die Hintergründe des Winter’schen Empfangs informieren die GN – …ganz ohne NOZ-Paywall]

 

6 Antworten to “Echtes Geld”

  1. Günter Bröker said

    Nachkontrolle:(dringend zu empfehlen)

    Ich würde einmal nachforschen lassen,wie die Politgrössen das in den letzten Jahrzehnten so gemacht haben???

    Busemann,Bröring,Seiters,Rolfes,Hiebing,Hövelmann etc. um einmal einige Namen ins Spiel zu bringen……

  2. kib said

    Wenn Sie denn dringend den „Auftrag“ zur Kontrolle vergeben, empfehle ich Ihnen erstens eigenen Antrieb und zweitens politische Scheuklappen abzulegen: Zur ersten Übung denken Sie vielleicht einmal über Schröders Wechsel zur Gazprom nach! Richtig wünschenswert wäre, dass Sie erkennen mit ihrem Kommentar schlichtweg der disharmonischen Störung von RK zur Union zum Opfer gefallen sind.
    Teil 3 wäre, ernsthaft & ehrlich über Politikverdrossenheit zu reden. Tja, und wenn Robert nachdenkt, schreibt er darüber…

  3. Georg said

    Sieh da, Sie lebt noch. KIB ist wieder da. Aber den R.K. mag Sie immer noch nicht.

  4. kib said

    Georg, KIB ist ein „zähes“ Luder. Ernwtathaft: es stimmt nicht, dass ich Robert nicht mag: )im Gegenteil er hat ein unheimlich gutes
    soziales Gewissen !

  5. Georg said

    Kib: Schön das Sie Ihre Meinung zu Robert Koop geändert haben, Sah schon mal anders aus. Siehe unten.

    „Nach meinem Empfinden ist es unsäglich, in welcher Art Monsieur Blogbetreiber meint mit städtischen Angestellten/Beamten umgehen zu können (glasklar: Mobbing! - sehr/ super aschig von Dir!- komme mir nicht mit einer „empathischen Nummer- Du –sau- schlechter Blender “ ).
    Also, lande bitte wieder auf dem Planeten Erde , lieber Robert! Politisch bist Du für mich ein Oberdrops- vielleicht überlegst Du Dich (bei der Dame) zu entschuldigen:“
    Schönes Wochenende noch!

    • kib said

      Georg, ich habe meine Meinung nicht geändert!
      RK hat neben seinem sozialen Gewissen auch noch andere Eigenschaften- ich übrigens auch ….

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