Schwalbenschutz

2. Januar 2014

Rauchschwalbe / Barn Swallow / Hirundo rusticaMit seinem Projekt zum Schwalbenschutz hat der NABU Niedersachsen im Jahr 2013 viele Menschen begeistern können: Hunderte von Hausbesitzern bewarben sich um die Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“. Insgesamt wurden über 800 Häuser mit der Plakette ausgezeichnet. An oder in diesen Gebäuden wohnen insgesamt 7.365 Schwalbenpaare. Dabei handelt es sich bei gut 4.000 Paaren um Mehlschwalben, die in Kolonien an der Außenwand der Häuser brüten. Die übrigen Paare waren Rauchschwalben, die ihre Nester in Stallungen, Garagen oder Carports gebaut hatten.

„Dieses Ergebnis hat uns doch überrascht“, erklärte Diplom Biologin Jutta Over aus Meppen, die das NABU-Projekt ‚Schwalben willkommen‘ koordiniert: „Wir hatten nicht erwartet, dass die Menschen gerade den Rauchschwalben so große Sympathie entgegenbringen, denn immerhin ist es nötig, diesen Vögeln Türen und Fenster zu öffnen und sie mitten im Gebäude zu dulden. Viele Schwalbenfreunde berichteten sehr liebevoll von ihren gefiederten Untermietern, die oft schon seit vielen Jahren zum selben Ort zurückkehren und jedes Jahr in zwei Bruten 6, 7 oder sogar 10 Junge zur Welt bringen.“

Um Akzeptanz zu kämpfen hätten vielmehr die Mehlschwalben, denn von den außen am Gebäude angebrachten Nestern kleckere einiges herab und das sei dann öffentlich sichtbar. Allerdings könne man durch ein Kotbrettchen leicht Abhilfe schaffen, auch die Aufklärung darüber sei Bestandteil des NABU-Projektes. Der NABU stellt für schwalbenfreundliche Häuser auch Kunstnester zur Verfügung, um die verbleibenden Mehlschwalbenkolonien weiter zu stärken.

Besonders beliebt sind die Schwalben offenbar im Harz – so konnte der NABU Osterode 62 schwalbenfreundliche Häuser auszeichnen. 662 Schwalbenpaare fanden dort ein Zuhause. Aber auch beim NABU Uelzen war die Nachfrage sehr groß: Hier wurden 56 der begehrten Plaketten verliehen, 645 Schwalbenpaare verteilten sich auf diese Häuser. Aus Bremervörde und Cuxhaven meldeten ebenfalls besonders viele Menschen Ihre Schwalbennester. In der Wesermarsch und im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurden sogar schwalbenfreundliche Schulen und Kindergärten ausgezeichnet. Die NABU-Kindergruppe Wedemark legte Lehmpfützen an, um den Schwalben den Nestbau zu erleichtern und auch beim NABU Hann. Münden wurden die Jüngsten aktiv und bauten Nester aus einem Lehmgemisch. Einige NABU-Gruppen führten Zählungen durch, um sich einen Überblick über die Verbreitung der gebäudebewohnenden Vögel zu verschaffen, so in Hermannsburg, der Samtgemeinde Meinersen und in Hameln-Pyrmont. Die Ortschaft Großenwieden wurde daraufhin auch gleich als „Schwalbendorf“ ausgezeichnet, so viele Nester hatten die Naturfreunde dort festgestellt.

Das Projekt befindet sich nun erst einmal in der Winterpause. Wenn die Schwalben im April aus Afrika zurück sind und wieder ihre Stammplätze beziehen, können sich Hausbesitzer wieder um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ im NABU Niedersachsen Projekt bewerben.

Das Projekt wird auch von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert. Weitere Projektinformationen hier. 

(Quelle: NABU/PM Foto: Rauschwalbe © Erhard Nerger)

Gerade jetzt

2. Januar 2014

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Gerade jetzt, in diesen Stunden, müssen wir alle die Kräfte bündeln und den Blick nach vorn… oder so.

Neujahrsansprache

Doppelbesteuerung

2. Januar 2014

belastingdienst2Das neue bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden ist entgegen aller Planungen gestern nicht in Kraft getreten. Verantwortlich dafür ist die noch nicht erfolgte Ratifizierung durch das niederländische Parlament, das eine Reihe ungeklärter Fragen hat. Als neues Datum für das Inkrafttreten ist nun der 1. Januar 2015 anvisiert. Das „DBA“ betrifft zumindest 150.000 in Deutschland lebende Niederländer, viele von ihnen sollen künftig ihre Steuern wieder in den Niederlanden zahlen. Rentner haben dadurch Nachteile, aber für eine große Gruppe von Arbeitnehmern kann das neue Abkommen nicht schnell genug eingeführt werden, damit sie die Kompensationsregelung oder das Splittingverfahren nutzen können.

Es war ein feierliches Ereignis, als die beiden Staatssekretäre Frans Weekers und Emily Haber im April 2012 in Berlin den Vertrag für ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Niederlanden und Deutschland unterzeichneten (NiederlandeNet berichtete). Das bilaterale Abkommen soll den in die Jahre gekommenen Vertrag aus dem Jahr 1959 ersetzen und der doppelten Besteuerung von Grenzpendlern und grenzüberschreitenden Unternehmen ein Ende machen. Im Sommer dieses Jahres, knapp ein halbes Jahr vor dem geplanten Inkrafttreten des Vertrages, kam dann vor allem von niederländischen Rentnern Kritik auf, die in Deutschland leben und ihre Pension aus den Niederlanden beziehen. Grund dafür waren Berechnungen einer niederländischen Regionalzeitung, wonach Niederländer, die in Deutschland Rentenzahlungen von mehr als 15.000 Euro pro Jahr aus ihrem Heimatland bekommen, mit Inkrafttreten des neuen Abkommens mit finanziellen Nachteilen zu rechnen haben (NiederlandeNet berichtete).

Die kritischen Stimmen der Rentner waren es wohl auch, welche Parlamentarier etlicher Fraktionen in der Zweiten Kammer in Den Haag dazu veranlassten, sich den beschlossenen Vertragstext einmal genauer anzuschauen. Ergebnis dieses Prozesses war ein Fragenkatalog über mögliche Nachteile des Vertrages, der insgesamt stolze 28 DIN A4-Seiten umfasst und der am 12. Juni 2013 an Finanzstaatssekretär Frans Weekers (VVD) zur Beantwortung übersandt wurde. In einer ersten Antwort hatte Weekers Ende November an das niederländische Parlament mitgeteilt, dass er aufgrund der Kritik der Rentner bereit sei, eine Übergangsregelung von sechs Jahren zu treffen. Erst danach werden niederländische Rentner in Deutschland mit dem höheren niederländischen Satz besteuert. Auf die einzelnen Fragen der Parlamentarier ging der Staatssekretär jedoch  nicht ein. Damit war klar,  dass vor dem Jahreswechsel nicht mehr mit einer Ratifizierung seines des niederländischen Parlaments gerechnet werden konnte: Die Parlamentsabgeordneten wollen nach Empfang der Antworten erst noch einmal über diese debattieren und auch die Erste Kammer des Parlaments muss anschließend dem Vertrag noch zustimmen. Deshalb muss das Inkrafttreten nunmehr um ein ganzes Jahr verschoben werden musste.

Der Aufschub führt für zehntausende Menschen zu finanziellen Konsequenzen. Aber es werden auch die erwarteten Anreize für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt wohl erst einmal ausbleiben; aufgrund der aktuell deutlich schlechteren Arbeitsmarktlage in den Niederlanden wohl vor allem zum Leidwesen niederländischer Arbeitssuchender und deutscher Unternehmen. Deutschland hat zudem in einigen Sektoren – wie dem Hochbaugewerbe, dem Bildungswesen, in der Gastronomie sowie dem Transport- und Logistiksektor – einen Fachkräftemangel zu verzeichnen. Auch können nach Informationen der EUREGIO in den sozialen Berufen sowie im Gesundheitswesen die offenen Stellen auf der deutschen Seite der Grenze nur teilweise mit Einheimischen besetzt werden. Die durch das neue Doppelbesteuerungsabkommen erhofften Verbesserungen für Grenzpendler werden durch den Aufschub des Inkrafttretens jedenfalls nun erst einmal nicht eintreten.

Weitere Informationen sowie die wichtigsten Änderungen des geplanten Abkommens finden sich auf den Seiten der EUREGIO.

(Quelle: NiederlandeNet; Foto: Post vom Belastingsdienst, dem niederländischen Finanzamt, Quelle: Maarten van Maanen/cc-by-sa)